GEVEST-Pressespiegel vom 2.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Für umweltbezogene Werbeaussagen gilt seit 27. September ein strenges Regime – mit einer österreichischen Übergangsfrist von drei Jahren, die von der EU-Richtlinie abweicht und deren Haltbarkeit offen ist. Wer Verpackungen mit grünen Aufdrucken im Lager hat, muss jetzt entscheiden. Die Arbeitslosigkeit stieg im September auf 381.200 Personen, getrieben von Frauen und Langzeitarbeitslosen, und die Lehrstellenlücke wuchs auf 3.977 Plätze. Der Wiener Zinshausmarkt blieb mit 418 Millionen Euro Transaktionsvolumen stabil, der Bestand schrumpfte aber binnen eines Jahres um mehr als 2.300 Objekte. In Graz steigt der Kanalanschlussbeitrag bereits am 5. November um gut ein Fünftel.

Immobilien & Wohnrecht

Zinshausmarkt Wien: stabiles Volumen, schrumpfender Bestand

Der Wiener Zinshausmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 rund 418 Millionen Euro Transaktionsvolumen erreicht und lag damit nur drei Prozent unter dem zweiten Halbjahr 2025, aber klar über den Vergleichswerten von 2023 und 2024. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 mit 513 Millionen Euro bedeutet das ein Minus von 18,5 Prozent, wofür neben der Unsicherheit seit Februar 2026 auch eine deutliche Abnahme der Share-Deals maßgeblich war – diese geht auf veränderte rechtliche Rahmenbedingungen zurück. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis blieb mit 3.269 Euro stabil.

Die auffälligste Verschiebung ist räumlich. Zwei Drittel des Volumens werden heute innerhalb des Gürtels umgesetzt; der Anteil der inneren Bezirke stieg von 54,5 auf 67,3 Prozent des Volumens und von 33,1 auf 43,4 Prozent der Transaktionszahl. Während die Zahl der Abschlüsse innerhalb des Gürtels nur um acht Prozent zurückging, betrug der Rückgang in den Außenbezirken 41 Prozent. In drei Bezirken wurde im ersten Halbjahr überhaupt keine Transaktion erfasst. Die Einstiegspreise blieben überwiegend stabil – einfache Gründerzeithäuser in durchschnittlichem Zustand außerhalb des Gürtels ab 1.426 Euro je Quadratmeter –, bei den Maximalpreisen blieb das Niveau in 20 von 23 Bezirken unverändert; im ersten Bezirk wurden sie nach mehreren Transaktionen um sechs Prozent auf 9.920 Euro je Quadratmeter korrigiert. Die Renditen zogen leicht an, am stärksten dort, wo die Einstiegspreise nachgaben.

Strukturell wesentlich ist der Bestandsrückgang: von 15.528 Objekten im Herbst 2025 auf 13.216. Hauptursache ist die Begründung von Wohnungseigentum, Abrisse sind selten. Für die Preisbildung nennen die Marktteilnehmer zwei Treiber: Käufer, die ganz ohne Bankfinanzierung auskommen, gewinnen an Bedeutung, und mit der Rückkehr zur Renditebetrachtung wird der jeweils zulässige Lagezuschlag zur Schlüsselgröße. Nachfragestark bleiben Häuser mit Leerstand oder befristet vermieteten Einheiten, weil sie den Einzelabverkauf von Wohnungen ermöglichen.

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 14:17 – <https://www.diepresse.com/41315053/emotion-in-zahlen-zinshausmarkt-wien-trotzt-globaler-unsicherheit>

Landesverwaltungsgericht: Rückbau eines Schwimmbeckens binnen 14 Tagen

Eine Privatstiftung hatte im Jänner eine Baubewilligung für ein Schwimmbecken samt Nebengebäude am Ulrichsberg in der Gemeinde St. Veit an der Glan erhalten. Die Bewilligung galt allerdings nur für ein als Sportstätte gewidmetes Grundstück in Hanglage. Nach Feststellung der Stadtgemeinde befinden sich mehr als zwei Drittel des bisherigen Baus außerhalb der genehmigten Fläche, weshalb im April ein Wiederherstellungsbescheid erging: Das Projekt sei zumindest so weit zurückzubauen, dass es nur noch auf dem dafür vorgesehenen Grundstück liegt. Die Beschwerde der Stiftung wies das Landesverwaltungsgericht diese Woche als unbegründet zurück; der Rückbau muss binnen 14 Tagen erfolgen.

Der Fall zeigt, wie eng die Bewilligung an das konkrete Grundstück gebunden ist: Eine erteilte Baubewilligung deckt nichts ab, was auf nicht gewidmetem oder nicht erfasstem Grund errichtet wird – auch dann nicht, wenn beide Flächen demselben Eigentümer gehören. Parallel geht die Gemeinde gegen einen Bauzaun vor, der seit einem Monat einen öffentlichen Spazierweg zwischen zwei Liegenschaften der Stiftung versperrt; die zuständigen Personen wurden bereits mit der Entfernung beauftragt.

Quellen:

  • ORF.at, 02.10.2026 06:00 – <https://kaernten.orf.at/stories/3373546/>

Murau: Neuer Ortsbildsachverständiger kippt ein bereits positiv begutachtetes Projekt

Ein Wohnbauprojekt im Zentrum von Murau – 19 Eigentumswohnungen und eine Tiefgarage mit 118 Stellplätzen auf einem rund 8.000 Quadratmeter großen unbebauten Grundstück – muss nach jahrelangen Verzögerungen neu geplant werden. Ursprünglich hätte es 2022 fertig sein sollen. Ausschlaggebend ist ein Personalwechsel: Während der inzwischen pensionierte Ortsbildsachverständige das Projekt guthieß, fällt das Gutachten seines Nachfolgers negativ aus. Der Bau erfülle nicht, was das Ortsbildkonzept verlange, nämlich die Vermittlung zwischen der historischen Altstadt und der offenen Bebauung mit Villen und Einfamilienhäusern. Die Stadtgemeinde sagte Ende Juli eine geplante Bauverhandlung ab.

Für Projektentwickler ist das ein Risiko, das sich kaum absichern lässt: Die Beurteilung des Ortsbilds ist an die Person des Sachverständigen gebunden, und ein Wechsel während eines langen Verfahrens kann eine bereits positive Einschätzung umkehren. Der Projektträger hält am Vorhaben fest, verweist aber auf enorme Kosten durch die Einsprüche; das Projekt soll verkleinert und der Grünraum aufgewertet werden, die Maßnahmen werden mit dem neuen Sachverständigen abgeklärt. Geplant sind eine Einreichung Anfang 2027 und ein Baustart 2028 bei Kosten von rund zehn Millionen Euro. Die Anrainer kündigen an, nötigenfalls erneut rechtlich vorzugehen.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 02.10.2026 06:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41315154/negatives-gutachten-millionenprojekt-in-murau-wird-neu-geplant>

Wiener Büromarkt: 5,95 Millionen Quadratmeter, Leerstand bei 4,42 Prozent

Der Wiener Büromarkt umfasst nach der einheitlichen Erfassung des Vienna Research Forum derzeit 5.947.918 Quadratmeter moderner Flächen. Davon entfallen rund 56,88 Prozent auf Flächen der Klasse A und 41,82 Prozent auf Klasse B; der Leerstand liegt bei 4,42 Prozent. Zum Vergleich: Beim ersten Quartalsbericht im Herbst 2016 waren es 5.534.438 Quadratmeter.

Für die Verwertung von Marktzahlen ist die Entstehungsgeschichte nützlich zu kennen. Das Forum wurde gegründet, weil die Zahlen in den Marktberichten der großen Wiener Maklerhäuser voneinander abwichen; zwei Jahre dauerte es, bis ein einheitliches Klassifizierungssystem für moderne Bürogebäude und die Definition der Teilmärkte standen. Heute sind Vermietungsleistung, Bestand und Zuwachs an modernen Flächen innerhalb des Forums abgestimmt, und jedes beteiligte Maklerhaus veröffentlicht dieselben Zahlen. Außerhalb dieses Bestands werden allerdings ebenfalls Flächen vermietet – dazu geben einzelne Makler fallweise eigene Zahlen bekannt, die mit den abgestimmten nicht vergleichbar sind. Seit 2019 gibt es ein entsprechendes Forum auch für den Logistik- und Industriemarkt, das halbjährlich berichtet. Eine Ausweitung auf andere Bundesländer scheitert nach Angaben der Leitung derzeit am Fehlen geeigneter Partner vor Ort.

Quellen:

  • Der Standard, 01.10.2026 08:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342129/595-millionen-quadratmeter-bueroflaechen-wie-wien-seinen-bueromarkt-erfasst?ref=rss>

Berlin: Was eine Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen kosten würde

Nach dem Wahlsieg der Linken am 20. September rückt die Vergesellschaftung Berliner Wohnungskonzerne wieder ins Zentrum der deutschen Debatte. Für Eigentümer deutscher Wohnimmobilien sind vor allem die Größenordnungen relevant. Die Rechtsgrundlage bietet Artikel 15 des Grundgesetzes, der die Überführung von Grund und Boden, Naturschätzen und Produktionsmitteln in Gemeineigentum erlaubt – gegen eine Entschädigung „unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten". Eine nach dem Volksentscheid von 2021 eingesetzte 13-köpfige Expertenkommission hielt das Vorhaben für verfassungskonform.

Entscheidend ist, dass die Verfassung keine marktkonforme Entschädigung verlangt. Der Berliner Rechnungshof beziffert den Marktwert der betroffenen Wohnungen mit etwa 36 Milliarden Euro – fast dem gesamten Finanzhaushalt der Stadt für 2026. Eine Studie, die von den Kosten des öffentlichen Wohnungsbestands ausgeht und die heutigen Mietpreise inflationsbereinigt 40 Jahre fortschreibt, kommt dagegen auf rund 13,5 Milliarden Euro. Finanziert werden könnte die Übernahme über Kredite und Eigenkapitalerhöhungen, die nach deutschem Recht von der Schuldenbremse ausgenommen sind; den Buchschulden stünde ein gleich großes Wohnungsvermögen gegenüber.

Den Mangel löst das nicht: Berlin fehlen rund 60.000 Wohnungen, und die Mieten haben sich seit 2012 von 7,50 auf 16,75 Euro je Quadratmeter mehr als verdoppelt. Mehr als acht von zehn Berlinern wohnen zur Miete, fast jeder dritte Haushalt wendet mehr als 30 Prozent des Einkommens dafür auf, 220.000 Haushalte über 40 Prozent. Eine Vergesellschaftung dürfte die Mieten langfristig senken, den Neubau aber unattraktiver machen – weshalb die Umsetzung zusätzliche Investitionen in den kommunalen Wohnbau erfordern würde. Politisch hängt sie an den Koalitionsverhandlungen: Die Grünen wollen den Volksentscheid umsetzen, die Berliner SPD hält die Idee für unrealistisch.

Quellen:

  • Der Standard, 02.10.2026 05:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342172/vergesellschaftung-von-wohnungen-berlin-will-wie-wien-wohnen-aber-wie?ref=rss>

Wirtschaft & Konjunktur

Arbeitsmarkt September: 381.200 ohne Job, Langzeitarbeitslosigkeit bei 34 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmenden stieg im September auf rund 381.200, nach 375.730 im August. Betroffen waren fast alle Altersgruppen und Bundesländer mit Ausnahme von Wien, das mit einem Rückgang von 1,1 Prozent am besten abschnitt; am stärksten traf es Niederösterreich mit einem Plus von 7,7 Prozent.

Die Struktur des Anstiegs ist für die Personalplanung aufschlussreich. Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöhte sich im Jahresvergleich um sechs Prozent, jene der Männer sank um 0,6 Prozent. Besonders kräftig fiel das Plus bei der Langzeitarbeitslosigkeit aus: 11 Prozent auf 104.101 Betroffene, deren Anteil an allen vorgemerkten Personen damit bereits 34 Prozent erreicht. Nach Ausbildung verzeichneten Akademiker mit 10,1 Prozent den höchsten Anstieg, bei Personen mit Lehrabschluss waren es fünf Prozent, während die Arbeitslosigkeit bei Pflichtschulabschluss um 1,7 Prozent zurückging. Dramatisch ist der Zuwachs bei Menschen mit Behinderung mit 17 Prozent. Nach Branchen führt das Gesundheits- und Sozialwesen mit 10,7 Prozent; im Handel, der vor den Kollektivvertragsverhandlungen steht, stieg sie um 4,3 Prozent, in der Zeitarbeit sank sie leicht um 1,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse legte um 8.000 zu, die Bestandszahl der sofort verfügbaren offenen Stellen sank aber um 0,5 Prozent auf 78.267, und auch der Zugang an offenen Stellen war rückläufig.

Abweichung zwischen den Medien: Zum Anstieg gegenüber dem Vorjahr werden unterschiedliche Werte genannt – einmal ein Plus von 6.000 Personen oder 1,6 Prozent, einmal ein Plus von 2,5 Prozent. Die absolute Zahl von 381.200 stimmt in allen Darstellungen überein.

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 11:10 – <https://www.diepresse.com/41314327/zahl-der-arbeitslosen-steigt-auf-381200>
  • Der Standard, 01.10.2026 09:52 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342173/arbeitslosigkeit-im-september-weiter-gestiegen--und-es-trifft-vor?ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 01.10.2026 09:52 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41314352/arbeitslosigkeit-steigt-weiter-schon-381200-sind-ohne-job>

Lehrstellenlücke wächst auf 3.977 Plätze – Basisförderung gekürzt

Die Zahl der arbeitssuchenden Lehrlinge stieg im September um acht Prozent auf 11.693 Personen, während die offenen Lehrstellen mit 7.716 stagnierten. Die Lücke beträgt damit 3.977 Stellen und hat sich binnen eines Jahres um rund 800 vergrößert; es waren um 34 Prozent weniger offene Lehrstellen gemeldet als Suchende vorgemerkt.

Regional ist das Bild gegensätzlich und für die Rekrutierung entscheidend: In Wien standen 611 offenen Lehrstellen 5.551 Suchende gegenüber, also neun Interessenten je Stelle. In Tirol kamen auf eine Stelle 0,4 Interessenten, in Salzburg 0,5 – dort suchen die Betriebe, nicht die Jugendlichen. Die Lehrstellenmeldungen gingen in Vorarlberg um 17,3 Prozent und in Wien um 12,2 Prozent zurück, während Tirol ein Plus von 24,5 Prozent verzeichnete. Im längeren Verlauf hatte sich die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen von 2015 bis 2022 auf rund 9.700 fast verdreifacht und sank seither auf rund 7.000.

Kostenseitig hat sich die Lage für Ausbildungsbetriebe verschlechtert: Seit Juli 2026 ist die Basisförderung ab dem zweiten Lehrling um ein Viertel gekürzt. Die Wirtschaftskammer verweist darauf, dass die Betriebe die stark steigenden Lehrlingseinkommen finanzieren, während sich der Staat zurückzieht, und fordert eine Erhöhung der Lehrstellenförderung. Der Chef des Arbeitsmarktservice warnt vor der mittelfristigen Folge: In der Rezession bilden Betriebe weniger aus, und wer heute nicht ausbildet, dem fehlen morgen die Fachkräfte – während Künstliche Intelligenz vor allem Bürotätigkeiten verändert, bleibe berufliches Können in Technik, Handwerk und Pflege unverzichtbar.

Quellen:

  • Der Standard, 01.10.2026 16:57 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342302/l252cke-zwischen-lehrstellensuchenden-und-pl228tzen-klafft-auseinander?ref=rss>

Konsumerhebung: 4.170 Euro im Monat, ein Drittel des Zuwachses geht an Wohnen und Energie

Die alle fünf Jahre durchgeführte Konsumerhebung der Statistik Austria, diesmal von April 2024 bis Mai 2025 bei 6.689 zufällig ausgewählten Haushalten, zeigt, wie sich die Teuerung im Ausgabeverhalten niedergeschlagen hat. Ein Durchschnittshaushalt mit 2,17 Personen gab 4.170 Euro im Monat aus, um 28,3 Prozent mehr als 2019/20 mit damals 3.250 Euro. Zum Vergleich: Die Inflation legte im selben Zeitraum um rund 28 Prozent zu, das durchschnittliche Lohnniveau um 27 Prozent – real bleibt also kaum mehr übrig. Einpersonenhaushalte kommen auf rund 2.700 Euro, Haushalte mit vier oder mehr Personen auf rund 5.850 Euro, wobei die Pro-Kopf-Ausgaben mit der Haushaltsgröße sinken.

Ein Drittel des gesamten Zuwachses entfällt auf Wohnen und Energie: von 791 auf 1.100 Euro, womit der Anteil von 24,4 auf 26,4 Prozent stieg. Die übrigen Verschiebungen sind für die Absatzplanung lesenswert, weil sie Ausweichreaktionen zeigen. Bei Lebensmitteln stiegen die Ausgaben von 392 auf 484 Euro und damit um 23,5 Prozent, während das Preisniveau um rund 32 Prozent zulegte – der Anteil am Budget sank von 12,1 auf 11,6 Prozent, was auf den Griff zu Eigenmarken und Diskontern hindeutet. In der Gastronomie stiegen die Ausgaben um 44 Prozent von 192 auf 276 Euro, was im Wesentlichen der überproportionalen Teuerung des Sektors entspricht: Der Preisindex für Restaurants und Hotels legte zwischen 2020 und 2025 um 42,9 Prozent zu. Deutlich über der Preisentwicklung liegt die Gesundheit: plus 42,2 Prozent von 139 auf 198 Euro bei einem Preisanstieg von rund 20 Prozent, erklärbar mit Demografie, teureren Medikamenten und mehr privaten Arztleistungen. Freizeit, Sport und Kultur stiegen um 24,2 Prozent auf 475 Euro, verloren aber relativ an Bedeutung – von 13,4 auf 11,4 Prozent. Je mehr Fixkosten das Budget binden, desto weniger bleibt für frei verfügbaren Konsum.

Bei den Einpersonenhaushalten hat sich der Abstand zwischen den Geschlechtern von 8,5 auf rund drei Prozent verringert: Männer geben 2.740 Euro aus, Frauen 2.660 Euro. Nach grober Inflationsbereinigung sank der Konsum der Männer, während jener der Frauen stabil blieb. Zur Einordnung: Das monatliche Nettomedianeinkommen lag 2024 bei etwa 2.700 Euro, bei Männern 3.100 und bei Frauen 2.300 Euro, bei Teilzeitbeschäftigten 1.800 Euro.

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 19:58 – <https://www.diepresse.com/41314175/hoehere-ausgaben-fuer-wohnen-weniger-fuer-kultur-so-passen-sich-oesterreichs-haushalte-an-die-teuerung-an>
  • ORF.at, 01.10.2026 18:42 – <https://orf.at/stories/3443786/>

Graz erhöht Parkgebühren und Kanalanschlussbeitrag

Die Stadt Graz legt Zahlen zu ihrem Konsolidierungspaket vor, und für Bauherren ist die zweite Maßnahme die teurere. Bereits mit 5. November steigt der Kanalanschlussbeitrag von 34,60 auf 42 Euro je Quadratmeter Bruttogeschossfläche; die Mehreinnahmen werden auf Basis der zuletzt verrechneten Bemessungsflächen mit rund 1,97 Millionen Euro beziffert. Wer in Graz ein Bauvorhaben einreicht, sollte den Zeitpunkt der Vorschreibung prüfen.

Ab 4. Jänner 2027 kostet das Parken in der Blauen Kurzparkzone 1,60 Euro je halber Stunde statt 1,30 Euro, in der Grünen Zone 1,20 statt einem Euro; die Mehreinnahmen werden mit rund 4,5 Millionen Euro jährlich prognostiziert. Der Anstieg auf 1,60 Euro entspricht 23 Prozent, während die Teuerung seit der letzten Erhöhung im September 2023 rund 9,5 Prozent betrug. Der Finanzstadtrat verweist auf vergleichbare Schritte anderer Städte – Salzburg hob heuer von 0,75 auf 1,10 Euro an und will 2027 auf 1,25 Euro gehen, Wien von 1,30 auf 1,70 Euro. Dabei bleibt es nicht: Am nächsten Paket für den Budgetgemeinderat im Dezember wird bereits gearbeitet, denn der operative Saldo muss in zwei Jahren um 65 Millionen Euro verbessert werden.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 02.10.2026 05:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41314928/das-parken-in-graz-kostet-ab-4-jaenner-1-60-euro-pro-30-minuten>

Ein Drittel der Beschäftigten zweifelt am Durchhalten bis zur Pension

Während über ein höheres Antrittsalter diskutiert wird, bezweifelt ein Drittel der Beschäftigten, im eigenen Beruf überhaupt bis zur Pension durchzuhalten. Das zeigt der Arbeitsklima-Index, der regelmäßig für die Arbeiterkammer Oberösterreich erstellt wird. Der Anteil ist zwar gesunken, allerdings fast ausschließlich bei Angestellten – bei Arbeiterinnen und Arbeitern geht die Hälfte davon aus, den Job nicht bis ins höhere Alter ausüben zu können. Entscheidend sind nach Einschätzung des auswertenden Instituts die Arbeitsbedingungen: Langjährige körperliche und psychische Belastungen, hoher Zeitdruck, geringe Gestaltungsmöglichkeiten und fehlende Erholungsphasen fallen mit dem Alter stärker ins Gewicht. Belastungen durch Zeitdruck, technische und organisatorische Veränderungen oder Entgrenzung sind nach dem starken Anstieg 2020 kaum zurückgegangen. Zwei Drittel der über 55-Jährigen rechnen bei einem Jobverlust damit, schwer eine neue Stelle zu finden – weshalb die Vermeidung gesundheitsbedingter Unterbrechungen für diese Gruppe besonders wichtig ist.

Ein ähnliches Bild zeichnet eine Befragung von 2.000 Nutzern einer Jobplattform aus dem Frühjahr: 52 Prozent haben wegen ihrer Arbeit schon mindestens einmal geweint, mehr als 60 Prozent hatten einen Wutausbruch, und 31 Prozent kommen mehrmals im Monat an ihre emotionale Belastungsgrenze, ein weiteres Drittel mehrmals im Jahr. Der Betreiber der Plattform führt das darauf zurück, dass nach Jahren der Rezession in vielen Unternehmen mehr Aufgaben auf weniger Schultern verteilt werden. Als wirksamste Unterstützung nennen die Befragten weniger Arbeitslast (34 Prozent), gefolgt von einem Gespräch mit der Führungskraft, professioneller Beratung oder Austausch im Team. Für Arbeitgeber liegt der praktische Hebel damit eher bei Personalbemessung und Arbeitsorganisation als bei zusätzlichen Angeboten.

Quellen:

  • Der Standard, 01.10.2026 14:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342020/warum-viele-beschaeftigte-nicht-bis-zur-pension-arbeiten-koennen?ref=rss>
  • Der Standard, 01.10.2026 12:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342032/jeder-zweite-hat-wegen-der-arbeit-schon-einmal-geweint?ref=rss>

Anleihen: 30-jährige US-Papiere über fünf Prozent, Schwellenländer im Fokus

Die Renditen an den Anleihemärkten steigen weiter. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen übersprang Mitte September die Marke von fünf Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit 2007; auch in Deutschland zogen die Renditen deutlich an. Beide Notenbanken haben mit Zinserhöhungen gegengesteuert, und nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Bank Austria dürfte heuer je ein weiterer Schritt folgen – andere Ökonomen rechnen mit zwei. Für Kreditnehmer wie für die Staatsfinanzierung bedeutet das weiter steigende Kosten.

Als Ausweichbewegung nennen die befragten Vermögensverwalter Schwellenländeranleihen in Lokalwährung, die heuer zu den besser gelaufenen Rentensegmenten zählten. Begründet wird das mit attraktiven Realzinsen, weil die dortigen Zentralbanken im letzten Inflationszyklus früher und rigoroser angehoben haben, mit gegenüber dem Dollar aufwertenden Währungen sowie mit gesunkener Auslandsverschuldung und solideren Leistungsbilanzen. Der marktführende Index für Staatsanleihen in Lokalwährung weist derzeit eine Endfälligkeitsrendite von rund 6,56 Prozent aus. Die Risiken benennen die Fachleute allerdings deutlich: Die Währungsvolatilität ist das größte davon – gerät ein Land in Schwierigkeiten, verliert seine Währung gegenüber dem Dollar – und politische Eingriffe in die Geldpolitik kommen hinzu. Ablesbar ist das an der Spannweite der Renditen: drei Prozent in China und Thailand, 14 Prozent in Brasilien, über 30 Prozent bei zehnjährigen türkischen Papieren.

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 16:53 – <https://www.diepresse.com/41297015/bei-anleihen-schlagen-schwellenlaender-die-industriestaaten>

Europas Wachstum verlangsamt sich seit drei Jahrzehnten

Das durchschnittliche Wachstum der Wirtschaftsleistung in den EU-Ländern ist von 2,2 Prozent zwischen 1995 und 2008 auf 1,5 Prozent zwischen 2012 und 2019 und weiter auf 1,3 Prozent zwischen 2020 und 2024 gefallen. Der Beitrag weist darauf hin, dass das verbliebene Wachstum zunehmend aus dem Beschäftigungsaufbau statt aus Investitionen stammt – eine Quelle, die angesichts der demografischen Entwicklung absehbar versiegt. Österreich steht demnach noch etwas besser da als die großen EU-Länder.

Quellen:

  • Die Presse, 02.10.2026 05:32 – <https://www.diepresse.com/41315287/mehr-beschaeftigte-weniger-investitionen-europas-wachstumsmodell-stoesst-an-seine-grenzen>

Steuer- & Unternehmensrecht

Werbung mit Umweltaussagen: strenge Regeln seit 27. September, Übergangsfrist unsicher

Die nationalen Regeln zur Umsetzung der Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher im ökologischen Wandel sind am 27. September in Kraft getreten. Umweltbezogene Werbeaussagen sind demnach nur noch erlaubt, wenn sie exakt belegbar sind, und das erfasst auch Aufdrucke auf der Produktverpackung. Durchgesetzt wird das über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb: Mitbewerber und Verbände können mit Unterlassungsklagen und einstweiligen Verfügungen vorgehen, auch Ersatzansprüche geschädigter Verbraucher sind möglich.

Der strittige Punkt ist die Übergangsregelung. Die Richtlinie sieht eine Geltung ab sofort vor, Österreich hat dagegen eine dreijährige Frist eingebaut: Zivilrechtliche Ansprüche wegen Verstößen gegen die neuen Regeln können in diesem Zeitraum nur geltend gemacht werden, „sofern die betroffenen Waren nach dem 27. September 2026 in Verkehr gebracht werden". Für bereits im Handel befindliche Ware gilt also eine Schonfrist – begründet damit, dass die Vernichtung einwandfreier Waren verhindert werden soll. Ob das unionsrechtskonform ist, wird nach Auskunft der befragten Anwälte heiß diskutiert; Greenpeace hat bereits ein Vertragsverletzungsverfahren angeregt. Deutschland hat in letzter Minute ebenfalls eine Übergangsregelung aufgenommen, allerdings nur zwei Jahre und mit der zusätzlichen Voraussetzung, dass Unterlassungsansprüche nach Treu und Glauben unverhältnismäßig wären – im Ergebnis dasselbe, auf EU-Ebene aber wahrscheinlich leichter zu verteidigen. Auch die EU-Kommission hat in ihre Fragen und Antworten inzwischen ähnliche Erwägungen aufgenommen, etwa dass zuerst gegen die schädlichsten Behauptungen und vorrangig in der leichter anpassbaren Onlinekommunikation vorzugehen sei – das richtet sich allerdings an die Behörden und schneidet weder Organisationen noch Mitbewerbern den Rechtsweg ab.

Daraus ergeben sich drei praktische Konsequenzen. Erstens: Für Ware, die noch im Lager des Herstellers liegt und daher wohl nicht „in Verkehr gebracht" ist, bleibt das Überkleben unzulässiger Aufdrucke die einzige rechtskonforme Lösung – die Kommission hat diesen Weg ausdrücklich aufgezeigt, ein deutscher Süßwarenhersteller hat ihn öffentlichkeitswirksam vorgeführt. Zweitens: Auch bei Ware, die bereits beim Händler liegt, ist das möglich, aber aufwendig und erfordert ein Zusammenwirken von Hersteller und Handel. Drittens: Auf die Übergangsfrist allein sollte sich niemand verlassen. Ein Mitbewerber kann mit dem Argument klagen, die österreichische Regelung sei unionsrechtswidrig; hält ein Gericht die Ausnahme für unwirksam, droht eine einstweilige Verfügung wegen eines Verpackungsaufdrucks, und der Schaden tritt sofort ein, selbst wenn der Gerichtshof der EU Jahre später anders entscheidet. Offen ist schließlich, ob die Freistellung weiter reicht als beabsichtigt: Dem Wortlaut nach bezieht sie sich auf den gesamten Paragraphen in der Fassung der jüngsten Novelle und nicht nur auf die neu hinzugekommenen Tatbestände.

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 15:55 – <https://www.diepresse.com/41310848/zwingt-eu-richtlinie-gegen-greenwashing-unternehmen-dazu-einwandfreie-waren-zu-vernichten>

Paketsteuer: Abrechnung pro Bestellung, Binnenmarktbeschwerde in Vorbereitung

Seit Donnerstag wird die Abgabe eingehoben, und die praktische Handhabung steht nun fest. Händler können wählen, ob sie pro Paket oder pro Bestellung abrechnen; Amazon und Otto Österreich haben sich für die Abrechnung pro Bestellung entschieden, womit bei einer Bestellung mit drei Paketen nur einmal 2,40 Euro anfallen. Bei Rücksendungen nach erfolgreicher Zustellung bleibt die Steuerpflicht bestehen – Otto Österreich und Zalando wollen den Kunden die Abgabe bei vollständigen, zeitnahen Retouren aber erstatten. Betroffen sind nach Angaben des Handelsverbands 16 Händler und Marktplätze sowie 4.000 österreichische Betriebe, die über diese Marktplätze verkaufen. Die zur Post gehörende Handelsplattform shöpping liegt unter der Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro und positioniert sich nun als paketsteuerfreie Alternative.

Die rechtliche Gegenwehr nimmt Gestalt an. Der Handelsverband prüft in Abstimmung mit dem europäischen Dachverband eine Binnenmarktbeschwerde bei der EU-Kommission, um ein Vertragsverletzungsverfahren zu erreichen. Der Chef von Otto Österreich rechnet mit bis zu zehn Händlern, die vorgehen werden – und zwar über Beschwerden gegen die Steuerbescheide. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt das ausdrücklich: Zwischen 600 und 1.000 niederösterreichische Händler verkaufen über die großen Plattformen, und man stelle den betroffenen Unternehmen jegliche juristische Unterstützung zur Verfügung; auch an einer Binnenmarktbeschwerde werde gearbeitet. Das Finanzministerium hält dagegen, die Abgabe sei eine Maßnahme zur Unterstützung des stationären Handels, und den Unternehmen stehe der Klagsweg frei.

Fiskalisch bleibt die Rechnung offen: Benötigt wurden 400 Millionen Euro zur Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel, erwartet werden aus der Abgabe aber nur rund 280 Millionen Euro. Betrieben, die über Marktplätze verkaufen, wird geraten, genau zu analysieren, wie die Plattformen ihre Gebührenstrukturen anpassen.

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 08:22 – <https://www.diepresse.com/41313985/paketsteuer-in-kraft-amazon-und-otto-verrechnen-pro-bestellung>
  • ORF.at, 01.10.2026 19:50 – <https://noe.orf.at/stories/3373535/>
  • Die Presse, 01.10.2026 16:29 – <https://www.diepresse.com/41314310/die-kunden-zahlen-die-paketabgabe-selbst-diese-steuer-braucht-wirklich-niemand>

Verfassungsgerichtshof verlangt eigene Kompetenz zur Kundmachung von Gesetzesaufhebungen

Beim Verfassungstag am Donnerstag, der an den Beschluss des Bundesverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1920 erinnert, hat der Präsident des Verfassungsgerichtshofs eine Änderung vorgeschlagen, die für die Verlässlichkeit von Normenkontrollentscheidungen erheblich wäre. Hebt der Gerichtshof ein Gesetz auf, muss die Bundesregierung das derzeit kundmachen, damit die Entscheidung in Kraft tritt. Für den Fall, dass die Veröffentlichung unterbleibt, soll der Gerichtshof eine subsidiäre Kompetenz erhalten und die Kundmachung selbst vornehmen können.

Begründet wurde der Vorschlag mit Erfahrungen in Ungarn und Polen, wo frühere Regierungen die Macht der Verfassungsgerichte einschränkten und in Polen heikle Entscheidungen teils nicht veröffentlicht und damit nicht wirksam wurden. In seiner Rede hielt der Präsident fest: „Der Rechts- und Verfassungsstaat ist bedroht, Staaten stellen die vom Völkerrecht eingehegte internationale Ordnung offen infrage, beide Entwicklungen werden stärker."

Quellen:

  • Die Presse, 01.10.2026 20:24 – <https://www.diepresse.com/41317177/der-rechtsstaat-ist-bedroht-vfgh-praesident-fordert-neue-kompetenz-fuer-das-hoechstgericht>
  • ORF.at, 01.10.2026 14:45 – <https://orf.at/stories/3443808/>

Energie & Bau

Energiekrisenbeitrag als Standortnachteil, über hundert Netzbetreiber als Strukturfrage

Aus zwei Gesprächen mit dem Vorstand eines privaten Ökostromanbieters lassen sich mehrere Befunde zur Investitionslage ableiten. Zum Energiekrisenbeitrag hält er fest, dieser sei 2022 absolut richtig und gerechtfertigt gewesen – Österreich habe den Mechanismus aber im Gegensatz zu allen anderen EU-Ländern beibehalten, wodurch sich die Investitionsbedingungen deutlich verschlechtert hätten und Kapital nach Deutschland abgewandert sei. Das Unternehmen betreibt dort zehn Windkraftanlagen und baut sechs weitere.

Zur Netzstruktur vertritt er die Auffassung, es sei volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, über hundert Netzbetreiber zu haben: Stromnetze seien ohnehin Monopole, weil niemand ein zweites Netz baut, und sollten daher entweder dem Staat gehören oder reguliert werden – man habe auch nicht hundert Autobahnbetreiber. Die laufende Debatte um Netzentgelte für Batteriespeicher und die Frage, was „systemdienlich" ist, nennt er akademisch: Es gebe derzeit kaum Speicher, man brauche sie dringend, und der Verordnungsdschungel bremse den Ausbau. Speicher könnten günstigen Mittagsstrom in den Abend verlagern und damit die teuren Abendspitzen senken.

Zur Marktlage nennt er konkrete Zahlen. Das Stromnetz sei zu 90 Prozent dekarbonisiert, der Strombedarf werde sich bis 2040 verdoppeln; Atomkraftwerke und Gaskraftwerke im großen Stil werde es nicht geben, wohl aber Gaskraftwerke für einzelne Stunden ohne Wind, Wasser und Sonne. Die Dürre traf das Großhandelsgeschäft mit Kleinwasserkraftwerken, wo 40 Prozent der Wassermengen fehlen – nach seiner Einschätzung einer der Gründe für die hohen Strompreise. Das eigene Jahresergebnis 2025 brach von 6,4 Millionen auf 36.000 Euro ein, was er auf wenig Wind, kalte Temperaturen mit teurem Zukauf, hohe Ausgleichsenergiekosten und den politisch motivierten Preisdruck zurückführt; erste öffentliche Energieversorger begännen nun wieder, die Preise anzuheben. Die laufende, vierte Kapitalerhöhung soll 14 Millionen Euro einbringen und eine große Photovoltaikanlage in Oberösterreich, einen Großspeicher in Parndorf und zwei Windräder finanzieren; derzeit hat das Unternehmen rund 3.100 Aktionäre, ein Börsengang wird nicht ausgeschlossen.

Quellen:

  • Der Standard, 01.10.2026 12:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000341805/oekostrom-chef-streibl-der-verordnungsdschungel-bremst-den-ausbau?ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 02.10.2026 05:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41313280/wer-heute-einen-10-cent-tarif-anbietet-macht-einen-verlust>

Deutschland erreicht 60,7 Prozent erneuerbaren Strom, Photovoltaik rückt auch hierzulande vor

In den ersten drei Quartalen 2026 deckten erneuerbare Energien 60,7 Prozent des deutschen Stromverbrauchs – ein Höchstwert für diesen Zeitraum und um vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum, bei gleichzeitig gestiegenem Bruttostromverbrauch. Erzeugt wurden von Jänner bis September 237,5 Milliarden Kilowattstunden, um 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Getragen wurde das von Windenergie an Land und auf See sowie von Photovoltaik, während die Wasserkraft witterungsbedingt weniger lieferte und die Biomasse leicht zurückging. Vom politischen Ziel von 80 Prozent bis 2030 ist Deutschland damit noch entfernt; der Branchenverband fordert eine Einigung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und ein Beschleunigungspaket für den Ausbau der Verteilnetze.

Für die Netzplanung relevant ist ein Befund der beteiligten Forschungsstelle: Mehr Hitzetage und Tropennächte führen zu stärkerer Nutzung von Klimaanlagen, was zusätzliche Anforderungen an Stromnetz und Lastmanagement stellt – dezentrale Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern können dem bis in die Abend- und Nachtstunden entgegenwirken. In Österreich entfallen rund 80 Prozent der Stromproduktion auf Erneuerbare, mit der Wasserkraft als Hauptquelle. Die Photovoltaik holt stark auf: Heuer wurde bereits bis 20. September mehr Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist als in jedem vollständigen Jahr davor, und spätestens 2027 dürfte sie zur zweitwichtigsten Stromquelle des Landes aufsteigen.

Quellen:

  • Der Standard, 01.10.2026 15:13 – <https://www.derstandard.at/story/3000000342290/neuer-rekord-61-prozent-oekostrom-anteil-in-deutschland?ref=rss>

Energiearmut betrifft 13 Prozent der Haushalte – vor Beginn der Heizsaison

Rund 13 Prozent aller Haushalte in Österreich sind von Energiearmut betroffen, das heißt, sie können ihre Wohnung nicht ausreichend warm halten oder die Stromrechnungen nicht begleichen. Seit Ende 2025 gibt es dafür ein eigenes Energiearmut-Definitionsgesetz. Die Sozialberatungsstelle der Caritas Burgenland berichtet, dass derzeit 420 Personen – 41 Prozent ihrer Klienten – Energiekosten nicht begleichen können, und zwar noch bevor die Heizsaison begonnen hat. Das Burgenland steht bei den sozialen Indikatoren vergleichsweise günstig da: Die Armutsgefährdung liegt im Dreijahreszeitraum bei 7,3 Prozent gegenüber 15,9 Prozent im Bundesschnitt.

Der für die Wohnungswirtschaft wesentliche Befund stammt aus einem Forschungsprojekt zur Wärmewende in einer Modellregion aus 15 Gemeinden: Dort sind noch 8.000 fossile Heizungen in Betrieb, überwiegend Gas. Energiearmut lasse sich nicht am Einkommen allein festmachen, so die Projektleiterin, sondern sei ein Zusammenspiel von Einkommen, Energiekosten, Wohnqualität und Energieeffizienz – energiearme Haushalte hätten oft eine sehr schlechte Gebäudesubstanz, was die Energiekosten zusätzlich erhöht. Die Sanierung des Bestands und die Belastung einkommensschwacher Mieter hängen damit unmittelbar zusammen.

Quellen:

  • ORF.at, 01.10.2026 21:15 – <https://burgenland.orf.at/stories/3373529/>

Warum der Standort über die Wirtschaftlichkeit eines Windrads entscheidet

Zwei Fachleute erläutern technische Zusammenhänge, die für die Bewertung von Windkraftprojekten unmittelbar von Bedeutung sind. Der wichtigste: Die Leistung einer Anlage steigt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Doppelt so starker Wind bedeutet daher nicht doppelt, sondern bis zu acht Mal so viel Strom – auch in der Praxis liegt die Ausbeute nach Angaben eines niederösterreichischen Windparkbetreibers bei etwa dem Achtfachen. Der Standort ist damit von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung, und schon geringe Unterschiede in der mittleren Windgeschwindigkeit verschieben die Ertragsrechnung erheblich.

Drei weitere Punkte zur Einordnung: Strom erzeugt eine Anlage erst ab einer Windgeschwindigkeit von rund zehn Stundenkilometern – darunter dreht sich der Rotor im sogenannten Trudelbetrieb mit ein bis zwei Umdrehungen pro Minute, ohne dass Strom produziert wird, weil der Generator vom Netz getrennt ist. Die Beschränkung auf drei Rotorblätter ist ein technisch-wirtschaftlicher Kompromiss: Weniger Blätter verursachen starke dynamische Belastungen für Turm, Lager und Fundament, ein viertes Blatt brächte nur ein bis zwei Prozent mehr Leistung bei entsprechend höheren Kosten. Und zur Größenordnung: Eine Anlage mit sieben Megawatt Leistung versorgt rund 5.200 Haushalte.

Quellen:

  • Der Standard, 01.10.2026 10:34 – <https://www.derstandard.at/story/3000000341738/fuenf-verblueffende-fakten-zur-windkraft-die-sie-vielleicht-noch-nicht-kannten>
15.03.2023

Entscheidung

ob monatliche oder vierteljährliche UVA

07.03.2023
28.02.2023

Jahreslohnzettel

Meldungen für den Sonderausgabenabzug von Spenden des Jahres 2022

07.03.2023
15.02.2023

Registrierkassen

Jahresendbeleg

07.03.2023
Samstag 24.12.2022 bis Sonntag 08.01.2023

Geschlossene Tage der Kanzlei

Wir möchten Sie darüber informieren, dass unsere Kanzlei im folgenden Zeitraum geschlossen sein wird.

07.03.2023