GEVEST-Pressespiegel vom 3.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
Ab 1. Jänner 2027 wird die Telearbeitspauschale voll abgabenpflichtig; Arbeitgeber sollten Verträge und Betriebsvereinbarungen noch vor dem Jahreswechsel prüfen. Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober den 43. Monat in Folge gestiegen, auf rund 390.000 Personen, getragen von Frauen und über 50-Jährigen; AK und ÖGB schlagen ein Bonus-Malus-System für die Beschäftigung Älterer vor. Die Immobilienwirtschaft warnt vor dem weiter steigenden Systemrisikopuffer für Gewerbeimmobilienkredite. Auf dem Gasmarkt bleibt die Lage angespannt: Die Speicher in der EU sind zu weniger als 75 Prozent gefüllt, Fachleute erwarten keine rasche Entspannung. Die Bundesförderung für den Heizungstausch ist wieder offen, in Wien steigen die Fernwärmekosten trotz Rabatt.
Immobilien & Wohnrecht
Gewerbeimmobilien: Branche warnt vor strengeren Kreditregeln
Vertreter der Immobilienwirtschaft in der Wirtschaftskammer kritisieren die verschärften Eigenkapitalvorgaben für Bankkredite an Gewerbeimmobilien. Der Systemrisikopuffer wurde mit 1. Juli von einem auf zwei Prozent angehoben und soll nach den Plänen der FMA bis Juli 2027 auf 3,5 Prozent steigen. Seit 2021 seien in der Branche bereits 25.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, weitere 25.000 stünden auf dem Spiel. Gestützt wird die Kritik durch eine Wifo-Studie, wonach der Puffer die schwache Baukonjunktur zusätzlich belastet und sogar zu höheren Mieten führen kann; die Studienautoren empfehlen gezielte Maßnahmen bei einzelnen Instituten statt pauschaler Verschärfungen. Der IWF sieht im Gewerbeimmobilienmarkt dagegen ein Risiko: Rund 43 Prozent der Unternehmenskredite entfallen auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen, davon sind 8,3 Prozent notleidend, im gewerblichen Wohnbau 14,3 Prozent. Für Bauträger und Investoren bleibt die Finanzierung neuer Projekte damit schwieriger; Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer fordert eine Neubewertung der Maßnahmen.
Quellen:
- Die Presse, 02.11.2026 17:20 – <https://www.diepresse.com/41413700/immobilienwirtschaft-warnt-vor-strengeren-kreditregeln>
Büromarkt: Jeder dritte Arbeitsplatz bleibt leer
Der sechste Office Report von teamgnesda und Bertram ZT, für den 164 Organisationen mit 5,48 Millionen Quadratmetern Bürofläche in Österreich und Deutschland befragt wurden, zeigt eine durchschnittliche Auslastung der Arbeitsplätze von nur 62 Prozent, an Spitzentagen 78 und an schwachen Tagen 34 Prozent. Allein die befragten Unternehmen zahlen nach Angaben der Studienautoren rund eine halbe Milliarde Euro Miete pro Jahr für ungenutzte Fläche. Die Mietfläche pro Beschäftigtem blieb mit 18,3 Quadratmetern konstant, große Nutzer kommen auf 15,1 Quadratmeter. Eine Rückkehr ins Büro zeichnet sich nicht ab, Unternehmen verkleinern oder wechseln ihre Flächen vor allem aus Kostengründen; Reduktionen um 30 bis 75 Prozent seien bereits umgesetzt worden. Für Eigentümer von Büroimmobilien bedeutet das anhaltenden Druck auf Flächennachfrage und Mietvertragsverlängerungen, die Studienautoren sehen in ungenutzten Büros zugleich ein Potenzial für Wohnraum.
Quellen:
- Die Presse, 02.11.2026 10:23 – <https://www.diepresse.com/41406543/die-schreibtische-haben-ausgedient>
Oberösterreich: Höhere Baukostengrenzen im gemeinnützigen Wohnbau
In Oberösterreich werden höhere Obergrenzen für die Baukosten im gemeinnützigen Wohnbau zugelassen; die Bauwirtschaft hatte das seit Längerem gefordert.
Quellen:
- Oberoesterreichische Nachrichten, 02.11.2026 17:24 – <https://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/hoehere-baukosten-werden-erlaubt;art383,4228220#ref=rss>
Wirtschaft & Konjunktur
Arbeitslosigkeit steigt den 43. Monat in Folge
Ende Oktober waren 389.941 Personen arbeitslos oder in Schulung, um 0,5 Prozent oder 1823 mehr als ein Jahr zuvor. Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit um 3,8 Prozent, bei Männern sank sie um 2,6 Prozent; bei über 50-Jährigen gab es ein Plus von 4,4 Prozent, bei Jugendlichen ein Minus. Nach Branchen stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten im Gesundheitswesen (plus 10,1 Prozent), im Handel (plus 4 Prozent) und in der Industrie (plus 2,3 Prozent), am Bau ging sie um 1,3 Prozent zurück, in Tourismus und Gastronomie um 1,9 Prozent. Regional verzeichneten Wien und Kärnten Rückgänge, Niederösterreich den stärksten Anstieg. Die sofort verfügbaren offenen Stellen sanken um 3,4 Prozent auf rund 73.800, das Lehrstellenangebot ging ebenfalls zurück. AMS-Vorständin Petra Draxl sieht den Konjunkturaufschwung noch nicht stark genug, um die Arbeitslosigkeit zu senken; AMS-Chef Johannes Kopf erläuterte die Entwicklung in der ZiB2. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist laut Standard von 2025 auf 2026 um elf Prozent gestiegen.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 09:33 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347001/arbeitslosigkeit-im-oktober-weiter-gestiegen-390000-ohne-job?ref=rss>
- Die Presse, 02.11.2026 09:37 – <https://www.diepresse.com/41410782/390000-menschen-ohne-job-arbeitslosigkeit-steigt-das-43-monat-in-folge>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 09:42 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41410841/390000-auf-jobsuche-keine-entspannung-am-heimischen-arbeitsmarkt>
- Kurier, 02.11.2026 11:11 – <https://kurier.at/wirtschaft/arbeitslosigkeit-oktober-oesterreich-frauen-maenner-branchen/403202436>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 10:57 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41411165/warnsignal-steirische-arbeitslosigkeit-steigt-weiterhin-stark>
- Der Standard, 02.11.2026 14:53 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347076/die-langzeitarbeitslosigkeit-in-oesterreich-darf-sich-nicht-verfestigen?ref=rss>
- ORF.at, 02.11.2026 19:39 – <https://orf.at/stories/3446898/>
Ältere Beschäftigte: AK und ÖGB schlagen Bonus-Malus-System vor
Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund fordern branchenspezifische Zielquoten für die Beschäftigung von 60- bis 64-Jährigen, die schrittweise von 5,22 Prozent im Jahr 2025 auf 7,69 Prozent im Jahr 2030 steigen sollen; am Bau läge die Quote bei 5,59 Prozent. Betriebe, die die Quote verfehlen, sollen pro fehlender Stelle einen Malus von 15 Prozent des durchschnittlichen Jahreslohns zahlen, im Schnitt rund 615 Euro im Monat; wer sie übererfüllt, erhält einen Bonus. Insgesamt würden rund 10.000 Betriebe etwa 266 Millionen Euro jährlich zahlen, die Hälfte soll als Bonus zurückfließen. Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten wären ausgenommen. Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Neos und ÖVP-Wirtschaftsbund lehnen den Vorschlag ab, der ÖVP-Seniorenbund zeigt sich offener; eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters lehnen AK und ÖGB ab.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 14:51 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347016/ak-praesidentin-anderl-wer-mit-60-keinen-job-hat-hat-ihn-mit-67-auch-nicht?ref=rss>
- Kurier, 02.11.2026 12:52 – <https://kurier.at/wirtschaft/arbeitslosigkeit-altersarbeitslosigkeit-pension-bonus-malus-system/403202483>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 14:25 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41412808/ak-fordert-strafen-fuer-firmen-mit-zu-wenig-aelteren-beschaeftigten>
AMS-Nachzahlungen: Bund übernimmt 135 Millionen Euro
Das AMS muss rund 250.000 Personen insgesamt etwa 135 Millionen Euro an Arbeitslosengeld und Notstandshilfe nachzahlen. Auslöser ist ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs: Das AMS hatte bei Geringverdienern drei Prozent Arbeitslosenversicherungsbeitrag von der Bemessungsgrundlage abgezogen, obwohl diese den Beitrag nicht leisten mussten; die Absicht des Gesetzgebers stand nur in den Erläuterungen, nicht im Gesetzestext. Das Finanzministerium bestätigt, dass der Bund die Nachzahlung finanziert und dafür Kredit aufnehmen muss, der Schuldenstand des Bundes steigt entsprechend. Die Auszahlung soll automatisch erfolgen, es gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. AMS-Chef Johannes Kopf rechnet mit noch mehr Betroffenen, die Summe bleibe aber in dieser Größenordnung.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 14:29 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347114/ams-chefin-draxl-zu-nachzahlungen-geld-kommt-vom-staat?ref=rss>
- ORF.at, 02.11.2026 14:42 – <https://orf.at/stories/3446871/>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 14:45 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41412902/250000-betroffene-bekommen-nachzahlung-vom-arbeitsmarktservice>
- Kurier, 02.11.2026 15:01 – <https://kurier.at/politik/inland/ams-chefin-draxl-zu-nachzahlungen-geld-kommt-vom-staat/403202514>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 22:36 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41413916/ams-chef-in-der-zib2-es-werden-noch-mehr-betroffene-sein>
- Kurier, 02.11.2026 22:32 – <https://kurier.at/wirtschaft/johannes-kopf-ams-zib2-pensionsalter-arbeitslosigkeit-oesterreich/403202581>
Signa: Benko wegen Betrugs an Haselsteiner-Stiftung vor Gericht
Am Mittwoch und Donnerstag muss sich René Benko am Landesgericht Innsbruck in einem Schöffenprozess wegen schweren Betrugs und betrügerischer Krida verantworten. Die WKStA wirft ihm vor, im November 2023, knapp vor der Insolvenz der Signa Holding, der Privatstiftung von Hans Peter Haselsteiner eine wahrheitswidrige Garantie abgegeben und sie so um rund fünf Millionen Euro geschädigt zu haben; außerdem soll er ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro vor dem Insolvenzverwalter verborgen haben. Haselsteiner sagt erstmals in einem Signa-Strafprozess als Zeuge aus. Benkos Verteidiger weist die Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung; bei einer Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Haft. Es ist die nach der Schadenssumme bisher gewichtigste Anklage, die WKStA ermittelt im Signa-Komplex zu insgesamt 17 Sachverhalten.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 07:18 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346981/benko-einmal-mehr-in-innsbruck-vor-gericht?ref=rss>
- Die Presse, 02.11.2026 05:54 – <https://www.diepresse.com/41410216/haselsteiner-stiftung-um-millionen-betrogen-benko-muss-erneut-vor-gericht>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 08:22 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41410287/signa-gruender-rene-benko-steht-diese-woche-wieder-vor-gericht>
- Kurier, 02.11.2026 17:46 – <https://kurier.at/wirtschaft/rene-benko-wegen-mutmasslichen-millionenbetrugs-angeklagt/403202563>
Wien: Handel fordert längere Öffnungszeiten am Samstag
Nach einem Vorstoß der Wiener ÖVP fordern Händler, Einkaufszentrumsbetreiber und die Wirtschaftskammer, dass Wiener Geschäfte samstags bis 20 Uhr statt bis 18 Uhr offen halten dürfen. Bürgermeister Michael Ludwig könnte das auf Grundlage des Öffnungszeitengesetzes allein verordnen, ebenso eine Tourismuszone; Gewerkschaft und SPÖ lehnen das ab. Der Betreiber des Auhofcenters hält auch 19 Uhr als Kompromiss für hilfreich, weil Handel, Kino und Gastronomie in großen Einkaufszentren zusammenwachsen. Handelsobmann Rainer Trefelik sieht Vorteile nur für einzelne Standorte, die Meinungen in der Branche seien geteilt. Für Vermieter von Handelsflächen in Innenstadt und Einkaufszentren wäre eine Ausweitung ein Faktor für Frequenz und Umsatzmieten.
Quellen:
- Die Presse, 02.11.2026 15:51 – <https://www.diepresse.com/41382439/einkaufen-bis-20-uhr-an-samstagen-das-sind-die-dicksten-bretter-die-man-bohren-kann>
Industrie investiert verstärkt in den USA
Österreichische Unternehmen bauen ihre Produktion im Südosten der USA aus: Mehr als 110 Niederlassungen zählt der Industriecluster an der Ostküste, Blum kündigte weitere 82 Millionen Dollar für North Carolina an, Mosdorfer errichtet für 45 Millionen Dollar ein Werk in South Carolina. Als stärkstes Argument nennen viele Firmen nicht die Zölle, sondern die Energiekosten: Industriestrom kostet dort sieben bis acht Cent je Kilowattstunde, in der EU rund 18 Cent. Die Direktinvestitionen in den USA haben sich in fünf Jahren auf über 25 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Oesterreichische Nationalbank sieht in ihrem Außenwirtschaftsreport vom Juni dagegen keinen eindeutigen Trend zu Standortverlagerungen als Folge der Zölle. Nach der Aufhebung der auf das Notstandsgesetz gestützten US-Zölle durch den Supreme Court haben österreichische Exporteure, die ab Werk an US-Händler liefern, laut einem Berater keinen eigenen Erstattungsanspruch.
Quellen:
- Die Presse, 02.11.2026 20:01 – <https://www.diepresse.com/41410319/made-in-america-statt-made-in-austria-oesterreichs-industrie-zieht-es-in-trumps-amerika>
Neuer FMA-Vorstand Oliver Schütz
Der Jurist Oliver Schütz folgt Helmut Ettl an der Spitze der Finanzmarktaufsicht nach; er wurde von der Oesterreichischen Nationalbank für fünf Jahre bestellt und ist seit Anfang November im Amt. Als Schwerpunkte werden Prozessvereinfachung und Risiken genannt.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 10:26 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41411071/oliver-schuetz-ist-der-neue-vorstand-der-finanzmarktaufsicht>
- Oberoesterreichische Nachrichten, 02.11.2026 20:31 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/die-finanzmarktaufsicht-hat-einen-neuen-chef;art15,4228354#ref=rss>
Steuer- & Unternehmensrecht
Telearbeitspauschale ab 2027 voll abgabenpflichtig
Mit dem Budgetbegleitgesetz 2027–2028 entfällt ab 1. Jänner 2027 die Steuerfreiheit der Telearbeitspauschale von bisher bis zu drei Euro pro Tag für höchstens 100 Tage, ebenso die Differenzwerbungskosten. Vertragliche Zusagen bleiben arbeitsrechtlich bestehen; die Pauschale wird dann zu steuer- und sozialversicherungspflichtigem Entgelt und löst DB, DZ und Kommunalsteuer aus. Ein Risiko liegt in Klauseln, die von einer „steuerfreien Pauschale“ oder einem Nettobetrag sprechen: Im Zweifel geht der OGH von einer abgeleiteten Nettolohnvereinbarung aus, nur bei echter Nettolohnvereinbarung müsste der Arbeitgeber brutto aufstocken. Einseitig streichen lässt sich die Pauschale nur bei ausdrücklichem Widerrufsvorbehalt; Betriebsvereinbarungen sind mit drei Monaten kündbar, wirken aber nach. Weiter möglich bleiben bis zu 300 Euro jährlich für ergonomisches Mobiliar, dafür ist ab 2027 statt 26 Telearbeitstagen eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber nötig.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 14:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346613/warum-homeoffice-ab-2027-teurer-wird?ref=rss>
Corona-Hilfen: Kritik an Zinsen bei Rückforderungen in Unternehmensgruppen
In einem Gastkommentar kritisieren zwei Anwälte, die mehrere betroffene Unternehmen vertreten, die Rückabwicklung von Corona-Förderungen bei Unternehmensgruppen. Die EU-Obergrenzen gelten nach Auffassung der Kommission für die gesamte Gruppe, die Republik hatte aber pro Gesellschaft ausgezahlt und das zuvor als zulässig bestätigt. Nun behält die Finanzverwaltung noch zustehende Förderungen zinsfrei zurück und verlangt zugleich die volle Überzahlung samt Zinsen ab Auszahlungstag; im Rechenbeispiel der Autoren muss eine Gruppe, die netto 500.000 Euro zu wenig erhalten hat, mehr als 100.000 Euro Zinsen zahlen. Betroffene Gruppen sollten Rückforderungs- und Zinsbescheide auf eine Verrechnung mit offenen Ansprüchen prüfen lassen.
Quellen:
- Die Presse, 02.11.2026 07:34 – <https://www.diepresse.com/41403198/corona-hilfen-der-staat-laesst-sich-seine-fehler-verzinsen>
Krypto-Meldepflicht: Beschwerde gegen Umsetzung von DAC8
Der Verein Bitcoin Austria und Rechtsanwalt Oliver Völkel gehen gegen das Krypto-Meldepflichtgesetz vor, mit dem Österreich die EU-Richtlinie DAC8 umgesetzt hat. Seit Jahresbeginn müssen Kryptobörsen, Broker und Apps Kundendaten erfassen, die erste Meldung für 2026 ist bis Ende Juli 2027 an die Finanzverwaltung fällig; gemeldet werden auch Jahressummen von Übertragungen auf eigene Wallets, nicht aber die Wallet-Adressen. Völkel hat Beschwerde bei der Datenschutzbehörde eingebracht und will über das Bundesverwaltungsgericht bis zum Verfassungsgerichtshof. Bis zu einer Entscheidung bleiben die Meldepflichten in Kraft; Österreich verlangt die Aufbereitung der Daten zudem für alle Kunden, Deutschland und die Niederlande nur für tatsächlich gemeldete Personen.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 19:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347140/warum-der-verein-bitcoin-austria-gegen-den-staat-vor-gericht-zieht?ref=rss>
Steuerlicher Wegzug ins Ausland
Ein Fachbeitrag erinnert daran, dass die unbeschränkte Steuerpflicht in Österreich erst endet, wenn weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt im Inland bestehen; schon ein dauerhaft verfügbares Zimmer im Elternhaus kann einen Wohnsitz begründen. Bei Doppelansässigkeit entscheidet nach dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen der Mittelpunkt der Lebensinteressen, sodass die Ansässigkeit in Österreich auch nach dem Umzug fortbestehen kann, etwa wenn die Familie oder wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland bleiben. Die Autorinnen raten, den Wegzug frühzeitig steuerlich zu planen.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 08:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346577/steuerfalle-wegzug-ins-ausland-was-verbindet-digital-nomads-und-expats?ref=rss>
Neue Abgabe auf Pakete aus Drittländern
Seit 1. November gilt eine weitere Abgabe auf Pakete aus Drittländern wie China oder den USA.
Quellen:
- Kurier, 02.11.2026 11:17 – <https://kurier.at/wirtschaft/paketsteuer-eu-bearbeitungsgebuehr-kosten-paket/403202448>
Arbeitsrecht: Bezahlte Dienstverhinderung bei Begräbnissen
Die Teilnahme an einem Begräbnis kann einen Anspruch auf bezahlte Dienstverhinderung begründen, für Angestellte nach § 8 Abs. 3 Angestelltengesetz, für Arbeiter nach § 1154b Abs. 5 ABGB. Laut ÖGB kommt es dabei nicht allein auf den formellen Verwandtschaftsgrad an, sondern auch auf das tatsächliche Naheverhältnis. Kollektivverträge können konkretere und günstigere Regelungen enthalten, die gesetzliche Ansprüche ergänzen.
Quellen:
- Der Standard, 02.11.2026 11:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346534/welche-rechte-man-bei-todesfaellen-und-beerdigungen-als-arbeitnehmer-hat?ref=rss>
Energie & Bau
Heizungstausch: Bundesförderung wieder offen
Seit 2. November ist die Registrierung für die Bundesförderung zum Heizungstausch wieder möglich, nachdem rund 20 Millionen Euro aus nicht abgeholten Zusagen frei geworden sind. Gefördert wird der Ersatz von Öl-, Gas- oder Direktstromheizungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern mit 4000 bis 6000 Euro, etwa für Wärmepumpen, Holzzentralheizungen und Nahwärmeanschlüsse. Registrierungen sind möglich, bis der Rahmen für 2026 ausgeschöpft ist, längstens bis 31. Dezember 2026; danach bleiben neun Monate für die Umsetzung, auch 2027 soll wieder Geld bereitstehen. In Vorarlberg ist die Förderung mit der Landesförderung von 1500 bis 3000 Euro kombinierbar, Voraussetzung für die Bundesförderung ist dort ein Energieberatungsprotokoll.
Quellen:
- ORF.at, 02.11.2026 19:07 – <https://vorarlberg.orf.at/stories/3377849/>
Gaspreis: Niedrige Speicherstände, keine rasche Entspannung
Per 1. November waren die Gasspeicher in der EU zu weniger als 75 Prozent gefüllt, in Deutschland nur zu 61 Prozent; vereinbart waren 80 Prozent. Am Großhandel kostet Gas mit gut 100 Euro je Megawattstunde so viel wie im Krisenwinter 2022/23, ein kalter Jänner könnte die Preise laut italienischem Energieministerium auf 150 bis 180 Euro treiben. E-Control-Ökonom Johannes Mayer erwartet für Gaskunden bei Neuverträgen Mehrkosten von bis zu 500 Euro und eine spürbare Entlastung nicht vor dem ersten Quartal 2027; Strom sei dagegen weiterhin um rund zehn Cent je Kilowattstunde zu haben. Er rät zu Tarifen mit zwölfmonatiger Preisbindung und verweist auf die künftige viertelstündliche Abrechnung der Netze. Eine Wiederaufnahme russischer Pipelinelieferungen, auf die die USA drängen, könnte den Preis laut dem Energieberater Johannes Benigni auf 30 Euro drücken, gilt aber vor einem Kriegsende als politisch und rechtlich kaum umsetzbar.
Quellen:
- Der Standard, 03.11.2026 05:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346931/hoher-gaspreis-leere-speicher-steht-uns-eine-preisrallye-im-winter-bevor?ref=rss>
- Der Standard, 02.11.2026 07:45 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346978/temperatur-runterdrehen-experte-sieht-vorerst-keine-entspannung-bei-gaspreis?ref=rss>
- Die Presse, 02.11.2026 17:07 – <https://www.diepresse.com/41410535/europa-stoehnt-unter-hohen-oel-und-gaspreisen-waeren-lieferungen-aus-russland-der-ausweg>
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 15:13 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41413103/wegen-medienberichten-sinkt-europaeischer-gaspreis-deutlich>
Wien: Fernwärme wird trotz Rabatt teurer
Rund 43 Prozent der Wiener Haushalte heizen mit Fernwärme; seit Oktober kommen die Jahresabrechnungen der Wien Energie. Die Teilbeträge werden ab der Heizsaison 2026/27 zehnmal statt sechsmal im Jahr fällig. Der Rabatt auf den Arbeitspreis sinkt von 37 auf 30 Prozent, während der Gaspreisindex im August um 40 Prozent über dem Vorjahr lag; die Fernwärme stammt noch zur Hälfte aus fossiler Energie. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 73 Quadratmetern und 6000 Kilowattstunden nennt das Unternehmen ein Plus von sechs Prozent, in Einzelfällen kam es durch Fehler bei der Anpassung der Teilbeträge zu deutlich höheren Vorschreibungen. Die Bundeswettbewerbsbehörde fand bei ihrer Untersuchung der Branche keine Hinweise auf missbräuchliche Preiserhöhungen. Hausverwaltungen sollten die neuen Teilbeträge in den Betriebskostenvorschreibungen nachvollziehen.
Quellen:
- Falter, 03.11.2026 05:30 – <https://www.falter.at/morgen/20261103/was-es-mit-den-preiserhoehungen-bei-der-fernwaerme-auf-sich-hat>
Kärnten: Netzentgelte steigen 2027 um knapp zehn Prozent
Wegen der angekündigten Erhöhung der Netzgebühren in Kärnten um knapp zehn Prozent ab 2027 hat Landeshauptmann Daniel Fellner die Spitzen von Kelag und Kärnten Netz zu einem Klärungsgespräch geladen. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner äußert Verständnis für den Ärger, lehnt einen bundesweit einheitlichen Netztarif aber ab.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 02.11.2026 16:14 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41411738/veraergerter-fellner-fordert-aufklaerung-ueber-hoehere-netztarife>
- Oberoesterreichische Nachrichten, 02.11.2026 19:48 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/tarif-erhoehung-kaerntens-landeshauptmann-zitiert-strom-manager-zu-sich;art15,4228346#ref=rss>
Entscheidung
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Registrierkassen
Jahresendbeleg
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