GEVEST-Pressespiegel vom 4.9.2026
Das Wichtigste in Kürze
Die österreichische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 erstmals seit sechs Quartalen wieder geschrumpft, und zwar um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal; als Hauptgrund werden die gestiegenen Energiepreise genannt. Für die Praxis der Bonitätsprüfung bringen drei Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs eine wesentliche Klarstellung: Adressdaten, die für Marketingzwecke erhoben wurden, dürfen für Bonitätsscores nicht verwendet werden, während Scoring auch für Personen ohne bekannte Zahlungserfahrungen grundsätzlich zulässig bleibt. Beim geplanten steuerfreien Wertpapierdepot für Kinder liegen nun die Eckpunkte vor – bis zu 5.000 Euro jährlich ohne Kapitalertragsteuer, 500 Euro Startguthaben für Neugeborene –, das Finanzministerium hält den Start mit 1. Jänner 2027 jedoch für praktisch unmöglich. Der Rechnungshof verlangt in einem Rohbericht eine Beschränkung der Leistungen des Insolvenzentgeltfonds, weil die derzeitige Ausgestaltung Fehlanreize setze. Bei Volkswagen hat der Aufsichtsrat dem Sanierungsplan einstimmig zugestimmt: 50.000 weitere Stellen fallen weg, für vier deutsche Werke gibt es ab 2031 keine gesicherte Folgebelegung.
Immobilien & Wohnrecht
Gemeindebau: Streit über Verkaufsverbot und Sanierungsrückstand
Die Wiener Grünen wollen die Gemeindebauten mit einem eigenen Wohnungsschutzgesetz vor Privatisierungen bewahren und dieses mit Zweidrittelmehrheit in der Stadtverfassung verankern. Der Antrag soll noch im September im Gemeinderat eingebracht werden; verlangt werden zusätzlich ein verstärkter Neubau und eine Sanierungsoffensive von 10.000 umfassend sanierten Gemeindewohnungen pro Jahr, um den Rückstand bis 2040 aufzuholen. Anlass sind Aussagen des Donaustädter Bezirksvorstehers, der sich für den Verkauf von bis zu 100.000 Gemeindewohnungen ausgesprochen haben soll. Zur Begründung wird auf die frühere Praxis verwiesen: Anfang der 2000er-Jahre trennte sich die Stadt von 36 kleineren Gemeindebauten mit rund 600 Wohnungen.
Die Wiener SPÖ hält dem entgegen, dass kein einziger Gemeindebau zum Verkauf stehe und auch kein Sanierungsrückstand bestehe; 60 Prozent der Wiener Bevölkerung wohnten im geförderten Wohnbau. Die Wiener ÖVP verlangt ihrerseits einen nachvollziehbaren Plan zum Abbau des Sanierungsstaus und verweist auf einen vom Rechnungshof erhobenen Sanierungszyklus von 67 Jahren, während das Ziel von 30 auf 40 Jahre zurückgenommen worden sei. Derzeit werden rund 100 Gemeindebauten mit knapp 16.000 Wohnungen saniert, bei einem Gesamtbestand von etwa 220.000 Gemeindewohnungen.
Für Bauträger und Sanierungsbetriebe ist die Größenordnung des angesprochenen Rückstands bemerkenswert: Zwischen den laufenden 16.000 Wohnungen und der geforderten Jahresleistung von 10.000 Wohnungen liegt ein Auftragsvolumen, über das politisch noch nicht entschieden ist.
Quellen:
- Der Standard, 03.09.2026 16:15 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338315/wiener-gruene-fordern-gesetz-gegen-gemeindebau-privatisierung?ref=rss>
Thermische Sanierung: Branche verlangt Kostenbeteiligung der Mieter
Vertreter der Branche kritisieren, dass die thermische Sanierung zu wenig Nachdruck erfährt, und fordern, dass sich auch Mieter an den Kosten beteiligen. Damit ist die Verteilung der Sanierungskosten zwischen Eigentümer- und Mieterseite wieder in der Diskussion – für die Kalkulation von Sanierungsvorhaben im Bestand der entscheidende Punkt, weil davon abhängt, welcher Teil des Aufwands überhaupt refinanzierbar ist.
Quellen:
- Kurier, 03.09.2026 13:11 – <https://kurier.at/wirtschaft/immo/thermische-sanierung-immobilien-mieter-kosten-hitze/403188215>
Einfamilienhaus: Preise verdoppelt, Eigenmittel und Baukosten als Hürde
Der Preis für ein Einfamilienhaus hat sich in den vergangenen fünfzehn Jahren mehr als verdoppelt, während sich nach der Ö3-Jugendstudie 80 Prozent der jungen Menschen ein eigenes Haus wünschen. Wie sich das noch ausgeht, zeigen die Wege, die Bauherren einschlagen: Einkauf bei der Versteigerung von Materialien eines insolventen Baustoffhändlers, weitgehende Eigenleistung, ein Bauvorhaben mit einem Kostenziel von unter 100.000 Euro. Eine Maklerin im nördlichen Niederösterreich berichtet, dass sich Familien selbst sehr günstige Häuser nicht mehr leisten können und die Vermarktungsdauer deutlich gestiegen ist. Geschildert wird auch der umgekehrte Fall: eine Bauherrin, die seit fünf Jahren auf der eigenen Baustelle wohnt, weil die Mittel nicht mehr für die Fertigstellung reichen.
Zwei Beobachtungen sind für die Beratung verwertbar. Erstens verschiebt sich der Erwerb ohne familiäre Unterstützung immer weiter nach hinten; zweitens fällt der Bestand ungleich auf – die Jüngeren suchen Wohnraum, die Älteren bewohnen häufig allein deutlich zu große Häuser.
Quellen:
- Der Standard, 03.09.2026 11:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338040/der-traum-vom-haus-was-kostet-ein-einfamilienhaus-und-wer-kann-sich-das-noch-leisten?ref=rss>
Wirtschaft & Konjunktur
Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,1 Prozent gesunken
Nach vorläufigen Berechnungen der Statistik Austria ist das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 real und saisonbereinigt um 0,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal gesunken. Es ist der erste Rückgang nach sechs Quartalen mit positiven Werten und das erste Minus seit dem dritten Quartal 2023. Im Jahresabstand liegt das Bruttoinlandsprodukt noch 0,4 Prozent über dem Vorjahresquartal, nach 0,8 Prozent im ersten Quartal. Als maßgeblichen Grund nennt die Statistik Austria die Folgen des Irankriegs, vor allem die steigenden Energiepreise. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hatte in seiner Schnellschätzung vom 11. August Stagnation erwartet.
Aufschlussreich ist die Zusammensetzung: Die Industrieproduktion, die im ersten Quartal noch expandierte, stagnierte. Bei den Dienstleistungen fiel die Entwicklung uneinheitlich aus, mit den stärksten Zuwächsen im Versicherungs- und Bankensektor, während die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen Einbußen hinnehmen mussten. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben sanken; wegen des Spardrucks fällt die öffentliche Hand als Konjunkturstütze weitgehend aus. Auch vom Export kamen kaum Wachstumsimpulse.
Für die Planung heißt das, dass die Erholung zwischen öffentlichem Sparen und Ölpreisunsicherheit vorläufig ausbleibt. Wer Aufträge oder Personalbedarf für das kommende Jahr kalkuliert, sollte die Energiekosten weiterhin als treibende und nicht als abklingende Größe ansetzen.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 03.09.2026 11:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41227584/oesterreichs-wirtschaft-erlitt-im-zweiten-quartal-leichten-daempfer>
- Der Standard, 03.09.2026 16:13 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338326/oesterreichs-wirtschaft-schrumpft-im-zweiten-quartal-2026?ref=rss>
Insolvenzentgeltfonds: Rechnungshof verlangt kürzere Sicherungszeiträume
Zur Finanzierung des Insolvenzentgeltfonds liegt nun ein Rohbericht des Rechnungshofs vor, der über die bisherige Beitragsdebatte hinausgeht. Die Prüfer halten das österreichische System der Entgeltsicherung für „wesentlich umfassender“ als die EU-Mindeststandards und orten „ein Risiko von Fehlanreizen“. Empfohlen werden zwei Beschränkungen: die Abgeltung offener Entgeltzahlungen auf vier Monate und die Kündigungsentschädigung auf drei Monate. Begründet wird das damit, dass gekündigte Beschäftigte derzeit bis zu sieben Monate keine Beschäftigung annehmen müssen, weil sie ohnehin Leistungen aus dem Fonds erhalten – auch dann, wenn ein neuer Eigentümer sie weiterbeschäftigen möchte. Kündigungsentschädigungen machten im Prüfzeitraum 26 Prozent aller Auszahlungen aus; in Einzelfällen wurden mehr als sieben Monate und bis zu 56.843 Euro ausbezahlt, 151 Beschäftigte erhielten je 100.000 Euro oder mehr, bei Betriebspensionen flossen in Einzelfällen 250.000 Euro und mehr.
Fehlanreize sehen die Prüfer auch auf Unternehmensseite: Betriebe in Schwierigkeiten könnten Zahlungen an Beschäftigte hinauszögern und die Ansprüche so auf den Fonds überwälzen. Kritisch gesehen werden zudem schwer überprüfbare Ansprüche wie Überstunden und Zeitguthaben.
Die Zahlen zur Finanzlage: 2024 wurden 270,3 Millionen Euro an 33.000 Betroffene ausgezahlt, 2025 mehr als 300 Millionen Euro. Für 2027 erwartet das Sozialministerium Auszahlungen von 350 Millionen Euro bei Einnahmen von 162 Millionen Euro. Der Beitragssatz der Arbeitgeber liegt bei 0,1 Prozent und wurde seit 2015 laufend gesenkt; nach Einschätzung des Rechnungshofs wird 2027 und 2028 eine Anhebung erforderlich sein, andernfalls muss die zuständige Ministerin Kredite aufnehmen. Beiträge sind bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro monatlich zu leisten, ersetzt werden Ansprüche jedoch bis zum Zweifachen dieser Grenze. Für Dienstgeber ist damit beides absehbar: eine höhere Belastung und eine Debatte über Leistungskürzungen, die die Sanierungsfähigkeit angeschlagener Betriebe unmittelbar berührt.
Quellen:
- Die Presse, 03.09.2026 16:52 – <https://www.diepresse.com/41228799/risiko-von-fehlanreizen-rechnungshof-kritisiert-staatliche-lohnentschaedigung-bei-insolvenzen>
Volkswagen: Aufsichtsrat beschließt Abbau von 50.000 Stellen
Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Zukunftsplan 2030 des Vorstands einstimmig zugestimmt – überraschend und einen Tag vor der ursprünglich angesetzten Sitzung. Vorgesehen ist der Abbau von weiteren 50.000 Stellen in den kommenden Jahren; gleichzeitig soll eine dreistellige Milliardensumme investiert werden. Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm kann nach Darstellung des Unternehmens gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleistet werden; für sie werden alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft. Für die europäischen Werke soll bis Ende Juni 2027 ein Konzept für eine nachhaltige Produktionsstruktur entwickelt werden.
Die Arbeitnehmerseite bewertet das Ergebnis deutlich anders als die Schlagzeilen zu den vier Werken vermuten lassen: IG Metall und Konzernbetriebsrat halten fest, dass kein Werk aufgegeben und keine Werksschließung besiegelt sei, und sehen die Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der Komponentensparte vom Tisch, womit der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen abgewehrt sei. Sie verlangen nun konkrete Lösungen für alle Standorte. Zwei Monate zuvor waren die Pläne am Widerstand der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen gescheitert.
Personell wurde der Aufsichtsrat zuvor wieder vollzählig: Die Österreicherin Marianne Heiß wurde gerichtlich bis zur nächsten Hauptversammlung bestellt und zur Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt. Erika Rasch wird zum 1. Oktober 2026 Personalvorständin und wechselt dafür von Robert Bosch; die Funktion war seit Juli 2025 unbesetzt. Für heimische Zulieferer ist mit dem Beschluss die Unsicherheit über das Ob beendet, nicht aber die über das Wie – die Standortkonzepte entstehen erst bis Mitte 2027.
Quellen:
- Der Standard, 03.09.2026 16:57 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338350/vw-holt-marianne-hei223-zur252ck-in-den-aufsichtsrat?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 03.09.2026 20:51 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41229768/ueberraschende-wende-vw-aufsichtsrat-stimmt-sanierungsplan-zu>
- Oberösterreichische Nachrichten, 03.09.2026 21:03 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/vw-aufsichtsrat-stimmt-sanierungsplan-zu;art15,4208582#ref=rss>
- ORF.at, 03.09.2026 21:09 – <https://orf.at/stories/3441138/>
- ORF.at, 03.09.2026 23:34 – <https://orf.at/stories/3441141/>
- Die Presse, 04.09.2026 05:34 – <https://www.diepresse.com/41229826/einigung-bei-vw-weitere-50000-jobs-sollen-wegfallen>
Deutschland: Ifo-Institut hebt die Wachstumsprognose deutlich an
Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für Deutschland kräftig angehoben und erwartet für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent; auch für 2027 fällt die Einschätzung optimistischer aus als bisher. Für die exportierende Industrie und für Zulieferbetriebe ist das die wichtigere Zahl als die heimische Quartalsentwicklung, weil Deutschland der bei weitem größte Absatzmarkt bleibt.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 03.09.2026 11:23 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41227605/hoffnung-in-deutschland-deutlicher-wachstumsschub-erwartet>
Arbeitsmarkt: ausländische Beschäftigte verdienen im Schnitt 700 Euro weniger
Eine Studie der Arbeiterkammer Wien und von Foresight aus dem März 2026 zeichnet ein deutliches Bild der Unterschiede am Arbeitsmarkt. 2024 arbeiteten mehr als eine Million Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Österreich, etwa ein Viertel aller unselbständig Beschäftigten, in Wien rund ein Drittel; die Zahl der Grenzpendler hat sich seit 2009 verdreifacht. Die Erwerbsbeteiligung liegt mit 69 Prozent sechs Prozentpunkte unter jener der österreichischen Bevölkerung, 16 Prozent der Zugewanderten arbeiten in instabilen Beschäftigungsverhältnissen wie Leiharbeit oder befristeten Stellen. Überdurchschnittlich vertreten sind sie im Hotel- und Gastgewerbe, im Handel, bei wirtschaftsnahen Dienstleistungen wie der Reinigung und in der Baubranche, deutlich seltener in öffentlicher Verwaltung, Energieversorgung und Finanzwesen. Der Einkommensunterschied beträgt rund 700 Euro brutto im Monat; zwölf Prozent gelten als erwerbstätig und dennoch armutsgefährdet, gegenüber sieben Prozent bei inländischen Beschäftigten. Als Gründe nennt die Studie Sprachbarrieren, nicht anerkannte Abschlüsse, Diskriminierung und rechtliche Hürden beim Zugang zu qualifizierten Berufen. Ein Fünftel fühlt sich überqualifiziert, 42 Prozent berichten von Diskriminierungserfahrungen.
Bei der derzeit größten neueren Zuwanderungsgruppe fällt das Bild teils anders aus. Von den rund 94.000 ukrainischen Staatsangehörigen in Österreich sind zwei Drittel Frauen, 58 Prozent sind im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 59 Jahren. Der Vertriebenenstatus eröffnet freien Zugang zum Arbeitsmarkt, die Zahl der unselbständig Beschäftigten hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt, die Arbeitslosenquote liegt mit 18,7 Prozent aber weiterhin deutlich über den 7,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Als größte Hindernisse werden unzureichende Deutschkenntnisse genannt, von 38 Prozent das Fehlen qualifikationsadäquater Arbeit und in 19 Prozent der Fälle die Kinder- oder Angehörigenbetreuung. Konkrete Rückkehrpläne haben nur rund zwei Prozent, 60 Prozent planen auch langfristig keine Rückkehr.
Für die Personalarbeit sind daraus zwei Punkte ableitbar: Der Bewerberkreis ist dauerhaft im Land und weit überwiegend erwerbsorientiert, und die beiden häufigsten Hürden – Sprache und Anerkennung von Abschlüssen – lassen sich betrieblich beeinflussen, anders als die konjunkturelle Lage.
Quellen:
- Der Standard, 03.09.2026 08:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000337664/auslaendische-beschaeftigte-verdienen-im-schnitt-700-euro-weniger?ref=rss>
- Die Presse, 03.09.2026 10:45 – <https://www.diepresse.com/41224162/so-leben-ukrainer-mit-der-blauen-karte-in-oesterreich>
ÖBB: Studie weist 18,8 Milliarden Euro an Investitionen und 27,9 Milliarden Wertschöpfung aus
Eine vom Bahnkonzern in Auftrag gegebene Studie des Wiener Economica-Instituts bewertet die wirtschaftliche Bedeutung des laufenden Betriebs. Für die Jahre 2022 bis 2025 werden eine Bruttowertschöpfung von 27,9 Milliarden Euro, umgesetzte Investitionen von 18,82 Milliarden Euro und die Absicherung von 58.300 Vollzeitäquivalenten ausgewiesen; der Beitrag zur Entwicklung der österreichischen Wirtschaftsleistung wird mit real 0,3 Prozent angegeben, die Rezession dieser Jahre wäre ohne den Konzern also tiefer ausgefallen. Für Betriebe außerhalb des Konzerns wird die Hebelwirkung der Infrastrukturinvestitionen mit 16.000 abgesicherten Beschäftigungsverhältnissen angegeben, wobei ausdrücklich die Bauwirtschaft genannt wird. Der Bahnstrom stammt aus Wasserkraft, 144 Photovoltaikanlagen und einem Windrad.
Zu den offenen Fragen bleibt es vage: Die geplante Umwandlung der Aktiengesellschaften unter dem Konzerndach in Gesellschaften mit beschränkter Haftung soll im nächsten Jahr erfolgen und den Durchgriff der Konzernspitze stärken, angekündigt werden davon mehr Qualität und Pünktlichkeit sowie der Abbau von Doppelgleisigkeiten. Der amtierende Bahnchef tritt Mitte 2027 ab, die Neuausschreibung des Postens steht bevor. Angesprochen wurden außerdem die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur – Dieselloks bleiben dort erforderlich, wo die Stromversorgung gefährdet ist – und die Belastung durch den heurigen Sommer.
Quellen:
- Der Standard, 03.09.2026 13:30 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338227/alle-zwei-stunden-um-die-erde-die-oebb-stellt-ihre-wirtschaftliche-bedeutung-ins-schaufenster?ref=rss>
Steuer- & Unternehmensrecht
Oberster Gerichtshof zieht die Grenzen für Bonitätsscoring
Zu drei Verfahren gegen Bonitätsscores einer Kreditauskunftei sind Ende August Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs veröffentlicht worden (6 Ob 147/25y, 6 Ob 148/25w, 6 Ob 151/25m). Das Höchstgericht gab den Klägern teilweise recht: Die Auskunftei hatte Daten von einem Adressverlag zugekauft, der nach der Gewerbeordnung Adressdaten nur für Marketingzwecke sammeln darf. Die Verwendung solcher Daten für Identitätsprüfungen im Rahmen eines Bonitätsscorings hat mit Marketing nichts zu tun und ist daher eine rechtlich nicht gedeckte Zweckänderung; sie hätte die Zustimmung der Betroffenen erfordert. Damit liegt ein Verstoß gegen den Grundsatz der Zweckbindung nach Art 5 Abs 1 lit b DSGVO vor. Kunden dürfen auf Scores, die auf solchen Daten beruhen, auch keinen Zugriff erhalten.
In der Grundsatzfrage entschied das Höchstgericht zugunsten der Auskunfteien: Es ist legitim und sogar erforderlich, Bonitätseinschätzungen auch über Personen abzugeben, zu denen keine Zahlungserfahrungen vorliegen – solche Daten gibt es nur für einen sehr geringen Teil der Bevölkerung. Dass die Scores allein auf Alter und Wohnort beruht hätten, bestätigte sich nicht. Der Eingriff in Grundrechte wird anerkannt, weil ein schlechter Scorewert die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen und die Deckung von Grundbedürfnissen erschweren kann; in der Abwägung wiegen die Interessen der Auskunftei und ihrer Kunden am Gläubigerschutz aber regelmäßig nicht weniger schwer, auch wenn der Einzelfall anders ausgehen kann.
Praktisch bedeutsam ist die Folgewirkung: Die Datenschutzorganisation noyb erwägt eine Abhilfeklage und geht im Erfolgsfall von 500 Euro Schadenersatz je unrechtmäßig gescorter Person aus. Wer Bonitätsauskünfte einholt – etwa vor Miet-, Liefer- oder Kreditverträgen –, sollte sich vom Auskunftgeber bestätigen lassen, auf welcher Datenbasis der Score beruht. Die Auskunftei selbst gibt an, die Scores würden inzwischen nicht mehr auf dieselbe Weise erstellt; die Entscheidungen beziehen sich auf einen Sachverhalt, der Jahre zurückliegt.
Quellen:
- Die Presse, 03.09.2026 10:54 – <https://www.diepresse.com/41223709/was-bonitaetspruefer-duerfen-und-was-nicht>
Zukunftsdepot: Eckpunkte stehen, das Finanzministerium hält den Termin für unmöglich
Zum geplanten steuerbegünstigten Wertpapierdepot für Kinder liegen nun die Eckpunkte vor. Über ein Depot bei einer teilnehmenden österreichischen Bank sollen Erwachsene bis zu 5.000 Euro pro Jahr und Kind ansparen können, ohne dass auf die Erträge die 27,5-prozentige Wertpapier-Kapitalertragsteuer anfällt. Die Steuerbefreiung endet mit dem 18. Geburtstag, bis dahin ist das Vermögen für Entnahmen gesperrt; danach fallen Erträge wieder unter die Kapitalertragsteuer. Pro Kind ist nur ein Depot zulässig. Für Neugeborene ist ein Startguthaben von 500 Euro aus Steuermitteln vorgesehen, budgetiert mit je 40 Millionen Euro für 2027 und 2028, unabhängig von der Staatsbürgerschaft des Kindes oder der Eltern; Voraussetzung ist die Veranlagung über 18 Jahre bei einer österreichischen Bank. Die Banken sollen das Depot gebührenfrei anbieten, erhalten dafür aber keinen Zuschuss; die Teilnahme bleibt eine unternehmerische Entscheidung. Derivate sowie digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen sollen nicht zugelassen werden, die Rahmenbedingungen zur Mündelsicherheit sind noch zu schaffen. Als Starttermin nennt die Familienministerin den Jahresbeginn 2027.
Aus dem Finanzministerium kommen erhebliche Einwände: Die Begünstigung sei im Budget noch nicht vorgesehen und wäre gegenzufinanzieren, für die Zeit nach 2028 fehle eine nachhaltige Finanzierung, und ein Start mit 1. Jänner 2027 sei angesichts offener technischer Fragen „praktisch unmöglich“. Vorgeschlagen wird stattdessen eine automatische Veranlagung über den Bundesschatz mit Wechselmöglichkeit in ein Bankdepot. Kritik kommt auch von außen: Die Jahresobergrenze entspricht einer monatlichen Einzahlung von fast 417 Euro pro Kind, was sich nur eine Minderheit der Haushalte leisten kann. Die Ministerin verweist auf den Finanzbildungseffekt und rechnet vor, dass aus 25 Euro monatlich bei sieben Prozent Durchschnittsrendite über 18 Jahre etwa 12.600 Euro werden, mit einer Steuerersparnis von rund 1.800 Euro. Der größere Kostenpunkt für den Staat ist ohnehin nicht der Zuschuss, sondern der Entfall der Kapitalertragsteuer über die Jahre; bezifferbar ist er kaum, weil viele Eltern derzeit unter eigenem Namen für ihre Kinder vorsorgen.
Für die Beratung wesentlich ist die bestehende Rechtslage, die daneben weiterläuft: Wird für ein Kind ein Depot oder Sparbuch angelegt, kann die entrichtete Kapitalertragsteuer über die Regelbesteuerungsoption vom Finanzamt zurückgeholt werden, weil der persönliche Einkommensteuersatz des Kindes häufig null ist. Diese Möglichkeit ist allerdings doppelt begrenzt: Im Namen des Kindes dürfen nur mündelsichere Anlagen veranlagt werden, Aktien also nicht, und erstattungsfähig sind Kapitaleinkünfte nur, soweit sie den jährlichen Kinderabsetzbetrag von derzeit 850,80 Euro übersteigen.
Das Vorhaben steht in einem größeren Zusammenhang, der ebenfalls Thema ist: Zusammen mit dem angekündigten staatlichen Pensionsfonds geht es um die Verbreiterung der Vorsorgefinanzierung und um den schwach entwickelten heimischen Kapitalmarkt. Als Größenordnung des Problems wird die Sozialquote genannt, die von 26,9 Prozent im Jahr 2000 auf 33,4 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen ist; fast die gesamte Steigerung entfällt auf Pensionen, deren Anteil an den Sozialausgaben von 40,4 auf 46,1 Prozent zunahm, und auf Gesundheitskosten, die von 25 auf 28 Prozent kletterten. Als Gegenposition wird ein von der Kapitalertragsteuer befreites Vorzugssparbuch mit garantierter Verzinsung mindestens in Höhe der Inflationsrate und einer Einkommensobergrenze ins Spiel gebracht.
Quellen:
- Die Presse, 03.09.2026 18:00 – <https://www.diepresse.com/41226810/zukunftsdepot-oevp-will-500-euro-startguthaben-zugriff-ab-18>
- Kleine Zeitung, 03.09.2026 18:15 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41228859/jugendliche-sollen-erst-mit-18-auf-ihr-zukunftsdepot-zugreifen>
- ORF.at, 03.09.2026 18:21 – <https://orf.at/stories/3441127/>
- Der Standard, 03.09.2026 18:45 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338312/500-euro-startguthaben-fuer-alle-neugeborenen-steuerfreies-ansparen-bis-zur-volljaehrigkeit?ref=rss>
- Die Presse, 04.09.2026 05:28 – <https://www.diepresse.com/41226614/kommt-bewegung-in-die-versteinerte-republik>
Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel: Handel legt Zwischenbilanz vor
Zur Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent mit 1. Juli hat nun auch der Lebensmittelhandel eine erste Bilanz gezogen und erklärt, die Senkung vollständig weitergegeben zu haben. Aus der Wirtschaftskammer heißt es, die Preisentwicklung im Lebensmittelhandel habe zuletzt mit Ausnahme weniger Monate stets unter der Gesamtinflation gelegen. Damit deckt sich die Darstellung des Handels mit dem Ergebnis des Preismonitors der Arbeiterkammer.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 03.09.2026 13:33 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41228248/zwischenbilanz-lebensmittelhaendler-geben-steuersenkung-weiter>
- Oberösterreichische Nachrichten, 03.09.2026 19:48 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/lebensmittelhandel-haben-steuersenkung-vollstaendig-weitergegeben;art15,4208569#ref=rss>
Energie & Bau
Angriffe auf Stromnetz und Rüstungsbetriebe in Deutschland häufen sich
Zu dem Anschlag auf ein Umspannwerk in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde in Brandenburg ist bei der Polizei ein Bekennerschreiben eingegangen, dessen Echtheit derzeit geprüft wird; weitere Angaben werden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht. Bei der Tat am Dienstag hatten Unbekannte mit selbst gebauten Flugkörpern leitfähiges Material in das Umspannwerk geschossen, um einen Kurzschluss und einen großflächigen Stromausfall auszulösen; ein Kraftwerksblock fiel kurzzeitig aus, ein größerer Ausfall wurde verhindert. Neu ist ein weiterer Fall an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf: Dort geht die Polizei nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands – möglicherweise einer Abschussvorrichtung – ebenfalls von Sabotage aus und prüft weitere Umspannwerke in der Umgebung. Auch dazu liegt ein Bekennerschreiben vor, in dem bereits bekannte Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt werden.
In der Nacht auf Donnerstag wurden in München mehrere Brandsätze auf eine Baustelle in der Nähe von Gebäuden von Rüstungs- und Sicherheitsunternehmen geworfen, unweit des Ostbahnhofs; einer löste ein Feuer aus, ein weiterer wurde entschärft. Größere Schäden entstanden nicht, zwei Personen wurden festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft München und die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus ermitteln, von einem politischen Hintergrund wird ausgegangen. Bayerns Innenminister ordnet die Vorfälle in eine Reihe mit dem Flughafen Leipzig und den Umspannwerken ein und spricht von einem verstärkten Risiko von Anschlägen auf Infrastruktur und auf Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsbranche; solche Taten seien künftig jederzeit an beliebigen Orten möglich. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte im Juli auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Ausspähung und Sabotage hingewiesen und daneben ein hohes linksextremistisches Mobilisierungspotenzial genannt.
Für Betriebe mit eigener Notstromversorgung bleibt der Schluss derselbe wie in den Tagen davor, nur mit größerer Dringlichkeit: Die angenommene Ausfalldauer und die Reichweite der Vorkehrungen gehören überprüft. Neu hinzu kommt der Objektschutz bei Baustellen in der Nachbarschaft sicherheitsrelevanter Unternehmen.
Quellen:
- Der Standard, 03.09.2026 09:52 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338238/bayerisches-landeskriminalamt-vermutet-anschlagversuch-auf-muenchner-ruestungsunternehmen?ref=rss>
- Kurier, 03.09.2026 18:21 – <https://kurier.at/politik/ausland/anschlag-auf-stromnetz-in-brandenburg-bekennerschreiben/403188318>
- Der Standard, 03.09.2026 18:38 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338355/bekennerschreiben-nach-anschlag-auf-stromnetz-in-brandenburg?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 03.09.2026 18:49 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41229676/bekennerschreiben-nach-anschlag-auf-stromnetz-in-brandenburg>
- ORF.at, 03.09.2026 18:54 – <https://orf.at/stories/3441117/>
- Die Presse, 04.09.2026 06:25 – <https://www.diepresse.com/41228742/vw-streicht-weitere-50000-jobs-neos-wollen-integrations-hotspots-markieren-neues-von-helene-fischer>
Rechenzentren: sechs Gigawatt an Netzanschlussleistung angemeldet
In Österreich sind für Rechenzentren Leistungsumfänge von sechs Gigawatt angemeldet; von einer Goldgräberstimmung ist die Rede. Für die Standortentwicklung ist die Zahl in zweierlei Hinsicht von Bedeutung: Angemeldete Leistung bindet Kapazität im Netz, und wer für andere Vorhaben einen Netzanschluss in nennenswerter Größe benötigt, konkurriert künftig mit diesen Anmeldungen.
Quellen:
- Oberösterreichische Nachrichten, 03.09.2026 17:05 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/datencenter-und-stromnetze-derzeit-herrscht-eine-goldgraeberstimmung;art15,4208492#ref=rss>
Windpark Freiländeralm 2: 162 Millionen Euro, Inbetriebnahme bis Jahresende
Auf der Pack an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten entstehen 15 Windkraftanlagen mit je 232 Metern Höhe – nach Angaben des Betreibers die größten in Europa an Land eingesetzten Anlagen. Acht laufen im Probebetrieb, die restlichen sieben gehen noch heuer in Betrieb. Der Windpark erstreckt sich über Teile der Gemeinden Hirschegg-Pack, Edelschrott und Deutschlandsberg, investiert werden rund 162 Millionen Euro. Erwartet werden etwa 200 Gigawattstunden Strom im Jahr, was der Erzeugung von drei Murkraftwerken und dem Verbrauch von 57.000 Haushalten entspricht.
Aufschlussreich ist der logistische Aufwand, weil er die Kostenstruktur solcher Vorhaben mitbestimmt. Die 86 Meter langen und 35 Tonnen schweren Rotorblätter kamen per Schiff nach Koper und in Nachttransporten über Spielfeld in die Weststeiermark, in enger Abstimmung mit der Asfinag, die auf der A2 selbst Großbaustellen betreibt. Der Transport vom Zwischenlager bis zur letzten Kehre dauert rund sieben Stunden und ist nur bei Windstille möglich, ebenso die Montage. Weil die Rotorblätter nicht in der benötigten Reihenfolge angeliefert wurden, waren Anpassungen bei Lagerung, Transport und Montage nötig. Für den Eingriff in Landschaft und Ökologie – nötig waren weiträumige Rodungen und neue Verbindungswege – nennt der Betreiber 140 Einzelmaßnahmen, vom Schutz der Moore vor Steinstaub bis zu Fledermäusen und Ameisen.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 04.09.2026 06:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41228759/auf-der-pack-werden-die-groessten-windraeder-europas-aufgestellt>
Ladeinfrastruktur: warum an der Schnellladestation selten die angeschriebene Leistung ankommt
Ein Erfahrungsbericht über mehrere Wochen zeigt, dass die angeschriebene Ladeleistung an Schnellladestationen regelmäßig nicht erreicht wird: An einer mit 300 Kilowatt beschilderten Station an der Westautobahn kamen 25 Kilowatt an, obwohl das Fahrzeug 105 Kilowatt aufnehmen könnte; an einer Station in Graz begann der Vorgang mit 100 Kilowatt und fiel bereits bei 63 Prozent Batterieladung auf 80 Kilowatt.
Die genannten Ursachen sind für jeden von Belang, der Ladepunkte auf einer Liegenschaft errichtet oder betreibt. Hinter jedem Ladepark steht ein Lastmanagement, das die verfügbare Leistung auf die gleichzeitig ladenden Fahrzeuge verteilt – laden zwei Fahrzeuge an einer 300-Kilowatt-Station, stehen im Regelfall insgesamt 300 Kilowatt zur Verfügung. Entscheidend ist außerdem die eingekaufte Netzanschlussleistung und damit die im örtlichen Netz vorhandene Reserve: Ein Betreiber schildert Standorte, an denen 400 Kilowatt angeschrieben sind, die Zuleitung aber nur 150 Kilowatt liefert. Auf Fahrzeugseite wirken Batterietemperatur, Alterung der Zellen und herstellerseitig begrenzte Ladeleistungen; bei den kompakt verbauten Lithium-Eisenphosphat-Zellen lässt sich eine einzelne schadhafte Zelle nicht tauschen, sondern nur die ganze Batterie. Nicht zu vergessen sind die Ladeverluste von bis zu 15 Prozent des Ladevolumens, die der Kunde mitbezahlt.
Die Zuständigkeiten werden gegenseitig zugewiesen: Ein Netzbetreiber hält fest, jede Ladestation liefere exakt die angegebene Leistung und die Aufnahme werde vom Fahrzeug bestimmt, während Errichter und Betreiber auf begrenzte Zuleitungen und auf die Regelung von Lastspitzen durch die Netzbetreiber verweisen. Für die Planung folgt daraus, die tatsächlich verfügbare Anschlussleistung und die Logik des Lastmanagements vor der Errichtung schriftlich festzuhalten und nicht von der Nennleistung der Ladepunkte auszugehen.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 04.09.2026 05:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41220158/ladehemmung-warum-schafft-mein-e-auto-nicht-die-volle-ladeleistung>
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