Informationen und Wissen sind sinnvoll, wenn diese relevant und am aktuellsten Stand sind.  

 

Informationen und Wissen sind sinnvoll, wenn diese relevant und am aktuellsten Stand sind.  

GEVEST-Pressespiegel vom 6.9.2026

Das Wichtigste in Kürze

Mit 1. Oktober tritt die österreichische Paketsteuer in Kraft; zusammen mit der EU-Zollgebühr und einer in Brüssel diskutierten Bearbeitungsgebühr können sich die Zusatzkosten je Sendung auf mehrere Euro summieren. In Klagenfurt läuft das Flächenwidmungs- und Bebauungsplanverfahren für eine Verdoppelung des Lakeside Parks, bei dem Grundwasser und Bauhöhen die strittigen Punkte sind. Der neue Chef der US-Notenbank hat mit einer Rede über Inflationsrisiken die Erwartung weiterer Zinserhöhungen gestützt. Der Kupferpreis erreichte im August ein Allzeithoch und liegt bei rund 14.300 Dollar je Tonne – ein Kostenfaktor, der sich in Elektroinstallation und Gebäudetechnik niederschlägt. In Deutschland lief die Fahndung nach dem Verdächtigen hinter den Angriffen auf das Stromnetz weiter.

Immobilien & Wohnrecht

Klagenfurt: Lakeside Park soll sich verdoppeln, Verfahren läuft

Der Technologiecampus Lakeside Park in Klagenfurt stößt mit 80 Unternehmen, neun Forschungsorganisationen und rund 2.000 Beschäftigten an seine räumlichen Grenzen und soll nach Osten wachsen. Die Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft und die Stadt wollen die Fläche von zwölf auf mehr als 20 Hektar erweitern; etwa 30 neue Gebäude sollen schrittweise nach Bedarf entstehen, die Büroflächen von fünf auf 13 Hektar wachsen. Vorgesehen sind zwei Bürogebäude mit bis zu zehn Geschossen, die übrigen Neubauten mit drei bis sechs Stockwerken, ein Studentenheim mit 390 Plätzen sowie Wohnungen für Mitarbeiter, die ausschließlich befristet vermietet werden sollen. Herzstück ist eine fünf Hektar große Parkanlage; der Autoverkehr wird auf den Bereich bis zum bestehenden Parkhaus beschränkt.

Bautechnisch bemerkenswert ist der Umgang mit dem Untergrund: Die Flächen grenzen an ein Natura-2000-Gebiet, das Grundwasser steht sehr nahe an der Oberfläche und die Grundstücke sind nach starken Regenfällen regelmäßig überflutet, wie auch im angrenzenden Waidmannsdorf die nassen Keller zeigen. Die Stadtplanung will das Wasser über Retentionsbecken als Gestaltungselement einbinden und die Gebäude auf Stelzen stellen, um möglichst wenig Grundwasser zu verdrängen. Das integrierte Flächenwidmungs- und Bebauungsplanverfahren läuft; der Akt soll noch vor Weihnachten in den Gemeinderat kommen.

Abweichung zwischen den Medien: Der zuständige Vizebürgermeister hält bei positivem Beschluss einen Baustart im kommenden Jahr für möglich, der Geschäftsführer des Parks hält das für zu ambitioniert und nennt einen Baustart vor 2030 als unrealistisch: Nach der Widmung beginne erst die Planung, und derzeit befänden sich drei Gebäude in Bau, die in den nächsten zwei Jahren fertig werden.

Mit Widerstand aus der Nachbarschaft ist zu rechnen, was das Verfahren verzögern kann. Die Anrainer hatten im Vorjahr eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Erweiterung gefordert, damit aber vor dem Bundesverwaltungsgericht keinen Erfolg; an der Kritik an den Bauhöhen und den Auswirkungen auf das Grundwasser halten sie fest. Im Endausbau ist der Park auf 6.000 bis 8.000 Beschäftigte ausgelegt. Die Gesamtkosten sind bei einem Investitionszeitraum von 20 Jahren nicht bezifferbar; seit der Gründung sind rund 130 Millionen Euro in den Campus geflossen.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 06.09.2026 05:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41224983/warum-der-neue-lakeside-park-auf-stelzen-stehen-soll>

Klimageräte an der Fassade: wie andere europäische Städte damit umgehen

Ein Vergleich mehrerer europäischer Städte zeigt, dass die Montage von Außengeräten fast überall an der Fassade zur Straße untersagt oder eingeschränkt ist – nur die Durchsetzung unterscheidet sich erheblich. In Paris braucht es die Einwilligung der Eigentümergemeinschaft; an der Straßenfassade ist die Installation nicht erlaubt, an der Rückseite nur mit begrenzter optischer Wirkung, und in zwei Schutzzonen im Marais und im siebten Arrondissement muss zusätzlich die Denkmalbehörde zustimmen. Beanstandet ein anderer Miteigentümer den Einbau später, kann er nach Auskunft einer auf Immobilienrecht spezialisierten Anwältin den sofortigen Ausbau auf Kosten des Errichters veranlassen. In Zagreb reicht das Bußgeld für einen Miteigentümer, der ein Gerät an der Straßenfassade anbringt, von 2.000 bis 10.000 Euro, für den ausführenden Betrieb von 5.500 bis 10.000 Euro. Ljubljana lässt die Montage nur im Gebäudeinneren, auf Balkonen, im Dachgeschoss, auf Flachdächern und an Innenhoffassaden zu und verlangt, dass keine Beeinträchtigung durch Lärm, warme Luft oder Wasserablauf entsteht; zuständig ist dort nicht die Gemeinde, sondern das Umwelt- und Raumplanungsministerium. Budapest verlangt technische Anlagen unsichtbar, etwa in Innenhöfen, und schützt zusätzlich die Sichtachsen von bestimmten Aussichtspunkten, hat aber in 23 Bezirken 23 verschiedene Regelungen. In Rom sind die Vorschriften formal streng, faktisch aber weitgehend ohne Folgen; eine Baubewilligung ist nicht erforderlich, und der Einbau wird mit 50 Prozent Förderung für Wärmepumpen aller Art unterstützt.

Rechtlich am bedeutsamsten ist eine Entscheidung des deutschen Bundesgerichtshofs: Eine Eigentümergemeinschaft muss ihre Zustimmung zur baulichen Veränderung erteilen, wenn ein Eigentümer ein Splitgerät mit Außenteil installieren will. Einen Rechtsanspruch auf die Installation einer fest eingebauten Anlage gibt es dort dennoch nicht; Mieter brauchen die Erlaubnis des Eigentümers und müssen einen Fachbetrieb beauftragen. Die deutsche Wohnbauministerin will die Hürden für Klimageräte und Sonnenblenden weiter senken.

Die Zahlen zeigen, wie schnell sich der Bestand aufbaut: In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 387.100 Geräte verkauft, 130 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025; 19 Prozent der Haushalte verfügen über kühlende Geräte, davon 69 Prozent mobile. In Budapest hatten 2022 bereits 37 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage, landesweit 27 Prozent gegenüber vier Prozent im Jahr 2010. In Kroatien ist mehr als jeder zweite Haushalt ausgestattet, in Griechenland nutzen fast 80 Prozent eine Anlage zur Kühlung, in Frankreich dagegen nur 13,4 Prozent der Wohnungen. Für die Hausverwaltung heißt das zweierlei: Anfragen nach Außengeräten werden zunehmen, und die Zustimmung der Gemeinschaft samt Auflagen zu Standort, Lärm und Kondensatableitung ist der Punkt, an dem sich späterer Streit entscheidet. Als Alternative zeichnet sich in mehreren Städten Fernkälte ab; Paris kühlt über das größte Netz des Landes bereits 800 Gebäude.

Quellen:

  • Der Standard, 05.09.2026 17:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000336365/wie-andere-europaeische-staedte-mit-klimageraeten-umgehen?ref=rss>

Steuer- & Unternehmensrecht

Paketsteuer ab 1. Oktober: Zusatzkosten je Sendung summieren sich

Ab Oktober verteuern sich Onlinebestellungen durch die neue Paketsteuer. Sie betrifft Händler mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz im Onlineversandhandel in Österreich, unabhängig von Sitz und Warenherkunft; erfasst sind neben den fünf größten Marktplätzen, die mehr als die Hälfte der heimischen Umsätze erzielen, auch mehrere große Fach- und Möbelhändler. Nach Angaben des Handelsverbands sind indirekt rund 4.000 kleinere österreichische Händler betroffen, die über solche Marktplätze verkaufen, und jede zweite Bestellung wird der Abgabe unterliegen. Das Finanzministerium nennt zwei Euro je Paket; tatsächlich verteuert sich eine Sendung um bis zu 2,40 Euro, weil die Umsatzsteuer auf alle preisrelevanten Komponenten und damit auch auf die Paketsteuer selbst erhoben wird – wie hoch der Aufschlag ausfällt, hängt vom Steuersatz des Inhalts ab, bei Büchern etwa zehn Prozent. Die Regel gilt für alle Pakete, bei denen die Steuerschuld nach dem 30. September 2026 entsteht. Begründet wird sie mit dem Wachstum des Onlinehandels, geringeren Umweltbelastungen und der Stärkung des stationären Handels; sie dient der Gegenfinanzierung der Umsatzsteuersenkung auf 4,9 Prozent für ausgewählte Lebensmittel.

Dazu kommt bereits die EU-Zollgebühr, die seit 1. Juli auf Fernverkaufssendungen unter 150 Euro Warenwert erhoben wird. Sie beträgt drei Euro, fällt aber nicht je Paket, sondern je enthaltener Zollposition an: Eine Sendung mit einer Bluse und einem Ladekabel kostet damit sechs Euro. Die Importe, vor allem aus China, sind zeitweise um 30 bis 40 Prozent eingebrochen. Die Übergangslösung gilt voraussichtlich bis Juli 2028, danach sollen die üblichen Zollsätze nach Warenwert, Ursprung und Einstufung greifen. Auf EU-Ebene wird zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr für Drittstaatensendungen von zwei Euro diskutiert, die nach derzeitigem Stand ab 1. November 2026 gelten könnte. Der Generaldirektor der Post rechnet damit, dass sich die Zusatzkosten je Bestellung auf bis zu 7,40 Euro summieren können.

Für Betriebe, die Verbrauchsmaterial und Ersatzteile in kleinen Mengen online beziehen, ist das ein spürbarer Aufschlag auf die Beschaffung – besonders bei günstigen Einzelteilen, bei denen die Abgabe stärker zu Buche schlägt als der Warenwert. Bündelung von Bestellungen und der Vergleich mit dem Fachhandel gewinnen dadurch an Bedeutung. Zum Vorsteuerabzug ist zu beachten, dass die Abgabe in die Umsatzsteuerbasis eingeht.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 06.09.2026 05:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41229801/gebuehren-steuern-und-abgaben-packerl-werden-im-herbst-noch-teurer>

Griechenland kündigt Entlastungspaket von 2,2 Milliarden Euro an

Vor den Wahlen im kommenden Jahr hat die griechische Regierung ein Paket mit Steuererleichterungen und Lohnerhöhungen angekündigt, das für 2027 ein Volumen von 2,2 Milliarden Euro und damit etwa ein Prozent der Wirtschaftsleistung hat. Vorgesehen sind jährliche Sonderzahlungen von 400 Euro für Pensionisten und 500 Euro für Beamte, die Befreiung einkommensschwacher Landwirte und von Familien mit drei Kindern von der Einkommensteuer, niedrigere Steuervorauszahlungen für Selbstständige und Kleinunternehmen, eine Senkung der Pensionsbeiträge um 0,5 Prozentpunkte sowie eine Anhebung des Mindestlohns auf 950 Euro monatlich und bis 2028 auf 1.000 Euro. Finanziert wird das aus der wirtschaftlichen Entwicklung: Die Wirtschaft wächst jährlich um zwei Prozent und damit stärker als der Durchschnitt der Eurozone, für das laufende Jahr wird ein Primärüberschuss von rund vier Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet – fast das Doppelte der ursprünglichen Prognose.

Bemerkenswert ist daran vor allem der Kontrast: Ein Land, das ab 2009 in der Finanzkrise am Rand des Euroaustritts stand, verfügt heute über einen Haushaltsspielraum für Entlastungen, während andernorts Konsolidierung ansteht. Die Zustimmung zur Regierung ist wegen hoher Lebenshaltungskosten und Korruptionsvorwürfen dennoch von 40,5 Prozent bei der Wahl 2023 auf unter 30 Prozent gefallen.

Quellen:

  • Der Standard, 05.09.2026 20:28 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338582/griechenland-k252ndigt-vor-wahlen-milliardenschweres-entlastungspaket-an?ref=rss>
  • Kurier, 05.09.2026 21:29 – <https://kurier.at/politik/ausland/griechenland-wahlen-milliardenschweres-entlastungspaket/403188953>
  • Kleine Zeitung, 05.09.2026 21:33 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41234630/griechenland-kuendigt-milliardenschweres-entlastungspaket-an>

Wirtschaft & Konjunktur

Kupfer auf Allzeithoch: Rohstoffnachfrage durch Rechenzentren und Energiewende

Der Bedarf an Metallen steigt durch Digitalisierung, den Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz und den Umstieg auf erneuerbare Energien stark an. Der Kupferpreis kletterte im August auf ein Allzeithoch und liegt bei rund 14.300 Dollar je Tonne; der Goldpreis hat den Rekordwert vom Jahresbeginn nicht mehr erreicht, liegt aber über dem Vorjahresniveau. Ein Ende der Nachfrage ist nicht in Sicht: Nach Einschätzung einer Ökonomin des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche gibt es in den nächsten zehn Jahren keinen Grund, weniger Rechenzentren zu bauen, und Investitionen in Militärtechnologie und erneuerbare Energien halten den Bedarf zusätzlich hoch. Bereits absehbar sei auch ein Wettbewerb um gewöhnliche Güter – die Ökonomin nennt als Beispiel die Frage, was künftig ein Kühlschrank oder eine Klimaanlage kostet, wenn Rechenzentren viel Kühlung brauchen.

Für die Bauwirtschaft ist Kupfer der direkte Kostenkanal: Elektroinstallation, Steigleitungen, Heizungs- und Sanitärtechnik, Dachdeckung und Blitzschutz hängen daran. Bei Ausschreibungen mit längeren Vorlaufzeiten sind Materialpreisklauseln und die Frage, wer das Preisrisiko trägt, entsprechend genau zu prüfen; bei laufenden Projekten empfiehlt sich die frühzeitige Bindung der Materialbeschaffung.

Der wirtschaftspolitische Teil betrifft die Förderländer. Peru lieferte 2024 nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 11,3 Prozent des weltweiten Kupfers und drei Prozent des Goldes; die Wirtschaft wuchs im Vorjahr um 3,4 Prozent. Die Demokratische Republik Kongo stellte fast 76 Prozent der weltweiten Kobaltausfuhren und hat im vergangenen August ein Exportverbot verhängt, um die eigene Verarbeitung aufzubauen. Ob die Länder diesmal dauerhaft profitieren, ist offen: Ein Industrieexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts hält Gemeinschaftsunternehmen für den Weg, über den europäische Unternehmen Rohstoffzugang und die Förderländer Wertschöpfung gewinnen könnten.

Abweichung zwischen den Medien: Die im Beitrag zitierten Fachleute widersprechen einander in der Prognose. Der Industrieexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts sieht in dem neuen Selbstbewusstsein der Förderländer eine Chance für Partnerschaften auf Augenhöhe, weil der afrikanische Kontinent über Solartechnik heute Zugang zu günstiger Energie habe. Die Ökonomin des Wiener Instituts erwartet dagegen, dass der Großteil der Gewinne an China gehen wird, das mehr als 75 Prozent des weltweiten Kobalts raffiniert, und verweist auf Korruption und schwache Institutionen.

Quellen:

  • Die Presse, 05.09.2026 11:00 – <https://www.diepresse.com/41224197/der-ki-boom-kann-arme-laender-reich-machen>

Zinssignal aus den Vereinigten Staaten stützt Erwartung weiterer Erhöhungen

Der neue Chef der US-Notenbank hat am vergangenen Wochenende in einer Rede die hohen Inflationsrisiken betont. Das wurde am Markt als Hinweis gelesen, dass er eher an Zinserhöhungen als an Senkungen denkt.

Für heimische Finanzierungen ist das mittelbar bedeutsam: Bleibt das US-Zinsniveau hoch oder steigt es weiter, verringert sich der Spielraum der Europäischen Zentralbank für Senkungen, und die Erwartung sinkender variabler Zinsen wird eine weitere Zeit lang nicht eintreten.

Quellen:

  • Die Presse, 05.09.2026 08:09 – <https://www.diepresse.com/41229607/roter-september-der-haerteste-bitcoin-monat-hat-begonnen>

Beherbergung: Kostendruck, Personalsuche und Kritik an den Lohnverhandlungen

Der Geschäftsführer des größten heimischen Beherbergungsunternehmens mit mehr als 60 Standorten und 1,6 Millionen Nächtigungen beschreibt die Lage der Branche nach einer knapp abgewendeten Insolvenz. Während der Pandemie verlor das Unternehmen in zwei Jahren 130 Millionen Euro Umsatz bei rund zwölf Monaten weitgehend geschlossener Betriebe; das Förderregime wirkte für dieses Unternehmen nachteilig, weil alle Standorte in einer Gesellschaft geführt werden und die Hilfen dadurch in Relation zum Umsatzverlust gering ausfielen. Nach 41 Investorengesprächen kam ein steirisches Technologieunternehmen als Partner herein, brachte frisches Eigenkapital ein und ermöglichte eine Neustrukturierung; viele andere Interessenten hätten nur einzelne gute Standorte herauslösen wollen.

Zur Kostenseite nennt er die Summe kleiner Vorschriften – vom verpflichtenden Arbeitsmediziner bis zu organisierten Vorträgen und Impfaktionen –, die einzeln gering wirken, zusammen aber ins Geld gehen, und den grundlegenden Unterschied zur Industrie: Bei Dienstleistungen gibt es keine Stückkosten, die sich durch Automatisierung senken lassen. Die Nebenkonsumation der Gäste geht zurück, weshalb mit gestaffelten Preisstrukturen und mehrbettigen Zimmerkonzepten gearbeitet wird. Beim Personal hat sich die Lage gegenüber der Zeit nach der Pandemie verbessert, am schwierigsten bleiben Küchenkräfte; ein guter Jungkoch könne beim Einstieg mehr verdienen als ein junger Akademiker. Er hält daran fest, Asylwerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, und verlangt eine einfachere Abwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte; als Beispiel für den Verwaltungsaufwand nennt er zwei Mitarbeiter, die zwei Wochen mit den Formalitäten für die Anstellung eines Spezialtherapeuten beschäftigt waren.

Zur Sozialpartnerschaft äußert er sich kritisch, ohne sie grundsätzlich in Frage zu stellen: Die Verhandlungsrunden seien zu einem „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ geworden, während die Frage der Branchenentwicklung zu kurz komme. Für die Immobilienseite ist eine Nebenbemerkung aufschlussreich: Wo eine Anlage abgeschottet betrieben und die Hälfte der Zimmer als Zweitwohnsitze verkauft werde, entstehe für die Region wenig Mehrwert – ein Argument, das in Raumordnungsverfahren zu touristischen Projekten regelmäßig eine Rolle spielt.

Quellen:

  • Der Standard, 06.09.2026 06:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338234/jufa-hotelier-wendl-ein-jungkoch-kann-mehr-verdienen-als-ein-junger-akademiker?ref=rss>

Energie & Bau

Fahndung nach dem Netzsaboteur in Deutschland läuft weiter

Die deutsche Polizei suchte weiter mit Hochdruck nach dem 48-jährigen Mann, der die Sabotageaktionen gegen das Stromnetz verübt haben soll. Die Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen – alle drei Bundesländer bauen Braunkohle ab und verstromen sie. Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen veröffentlichten einen gemeinsamen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen und bitten die Bevölkerung um Hinweise. In seiner Wohnung in Gevelsberg wurde Sprengstoff gefunden; ein Spezialeinsatzkommando stürmte danach im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier in einem Wald einen zum Wohnmobil umgebauten Lastwagen, in dem der Gesuchte nicht angetroffen wurde. Grundlage der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und in denen der deutsche Innenminister „eindeutiges Täterwissen“ sieht; zum Motiv geht er sehr wahrscheinlich von einem Einzeltäter mit klimapolitischem Hintergrund aus.

Quellen:

  • Oberösterreichische Nachrichten, 05.09.2026 21:20 – <https://www.nachrichten.at/panorama/weltspiegel/strom-sabotage-in-deutschland-suche-nach-verdaechtigem-laeuft;art17,4209045#ref=rss>
  • ORF.at, 05.09.2026 23:23 – <https://orf.at/stories/3441333/>

Ende der Gletscher: Folgen für Wasserhaushalt, Stromproduktion und Hangsicherheit

Der Rückgang der österreichischen Gletscher verläuft schneller als prognostiziert. Der Hallstätter Gletscher am Dachstein wird nach Einschätzung der dortigen Forschungsstation in vier Jahren nicht mehr als Gletscher zu erkennen und 2040 fast vollständig geschmolzen sein; die höher gelegenen Gletscher verschwinden bis Mitte des Jahrhunderts. Die Schneereserven des vergangenen Winters waren heuer schon Anfang Juli aufgebraucht, einige Wochen früher als bisher.

Für Wasserhaushalt und Stromproduktion relativiert ein Glaziologe der Universität Graz die Bedeutung der Gletscher: Ihr Volumen entspricht zwölf Kubikkilometern Wasser, während jährlich 78 Kubikkilometer durch die heimischen Flüsse abfließen und 93 Kubikkilometer Niederschlag fallen. In den großen Flüssen wird das fehlende Gletscherwasser daher kaum spürbar sein, in Gebirgsregionen wie an der Salzach dagegen schon. Größeren Effekt haben die Veränderung der Niederschläge und die stärkere Verdunstung, durch die weniger Wasser im Boden gespeichert bleibt; die Fachwelt erwartet mehr Winter- und weniger Sommerniederschlag, hält die Prognose für die Alpen aber für unsicher. Ein Glaziologe der ETH Zürich hält Nutzungskonflikte für möglich: Bisher werden Stauseen im Winter entleert, weil sich der Strom dann teuer verkaufen lässt, und im Sommer aus Gletscher- und Schneeschmelze wieder gefüllt. Fällt dieser Zufluss weg, trägt dieses Modell nicht mehr, und die Bewirtschaftung müsste auf Sammeln im Winter und Freigeben im Sommer umgestellt werden.

Der zweite Strang betrifft die Sicherheit im hochalpinen Raum. Mit dem Gletscherverlust und dem auftauenden Permafrost werden Berghänge brüchiger; vermehrte Bergstürze, durch Starkregen ausgelöste Muren sowie rutschende Gletscher und Flutwellen sind in den nächsten Jahrzehnten einzukalkulieren. Das Umweltministerium hat heuer ein bundesweites Monitoringprogramm gestartet, das sich noch im Aufbau befindet; es fehlt an Fachleuten und Erfahrung, weshalb die Forscher von einer „großen Grauzone“ sprechen. Die Schweiz ist beim Monitoring weltweit führend und überwacht das Innere eines Gletschers bereits über verlegte Glasfaserkabel. Der oberösterreichische Umweltlandesrat verweist darauf, dass die technische Nachbildung der Speicherfunktion teuer ist: Beim umstrittenen Schweizer Kraftwerksprojekt Gornerli werden 500 Millionen Euro investiert, die sonst nicht erforderlich gewesen wären. Ein oberösterreichischer Energieversorger sieht für die eigene Wasserkraft an der Traun nur geringen Einfluss der Gletscherschmelze, rechnet mit saisonalen Verschiebungen und baut die Speicherkapazität aus, unter anderem mit einem Pumpspeicherkraftwerk für 500 Millionen Euro, das Anfang 2028 fertig werden soll.

Für Betriebe mit Liegenschaften im alpinen Raum ist die Konsequenz die Gefahrenbeurteilung: Wo Hangbewegungen, Muren oder Steinschlag zunehmen, ändern sich Gefahrenzonenpläne, Versicherbarkeit und die Anforderungen an Schutzbauten. Die Aussage der Forscher, die Phase der Instabilität beginne jetzt, betrifft damit unmittelbar die Bewertung solcher Standorte.

Quellen:

  • Die Presse, 05.09.2026 18:59 – <https://www.diepresse.com/41220608/was-kommt-nach-dem-gletscher-die-phase-der-instabilitaet-beginnt-jetzt>
15.03.2023

Entscheidung

ob monatliche oder vierteljährliche UVA

07.03.2023
28.02.2023

Jahreslohnzettel

Meldungen für den Sonderausgabenabzug von Spenden des Jahres 2022

07.03.2023
15.02.2023

Registrierkassen

Jahresendbeleg

07.03.2023
Samstag 24.12.2022 bis Sonntag 08.01.2023

Geschlossene Tage der Kanzlei

Wir möchten Sie darüber informieren, dass unsere Kanzlei im folgenden Zeitraum geschlossen sein wird.

07.03.2023