GEVEST-Pressespiegel vom 8.9.2026
Das Wichtigste in Kürze
Der Gaspreis hat weiter angezogen und liegt mit rund 73 Euro je Megawattstunde mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr; die heimischen Speicher sind deutlich schwächer gefüllt als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Oesterreichische Nationalbank rechnet vor, wie stark das Wetter inzwischen auf die Verbraucherpreise wirkt – ein Drittel des Warenkorbs gilt als wettersensitiv. Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung steht eine Novelle an, die Schwellenwerte, Kumulierung und die Zuständigkeit für große Bauvorhaben neu ordnen soll; strittig ist, ob große Rechenzentren künftig geprüft werden müssen. Innsbruck kann seit kurzem Vorbehaltsflächen für den geförderten Wohnbau widmen und ungenützte Baugrundstücke damit unter Zeitdruck setzen. In Wien und Kärnten wurden mehrere Firmeninsolvenzen eröffnet, die größte mit 4,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten.
Immobilien & Wohnrecht
Innsbruck: Vorbehaltsflächen für geförderten Wohnbau sind rechtskräftig
Die Änderung des Örtlichen Raumordnungskonzepts der Stadt Innsbruck ist nach Angaben der Stadt rechtskräftig. Damit kann die Stadt Baugrundstücke, die seit Jahrzehnten ungenützt sind, für den geförderten Wohnbau verfügbar machen. Das Instrument dazu ist die Widmung als Vorbehaltsfläche: Die Grundeigentümer müssen die Fläche innerhalb einer bestimmten Frist – gegen Bezahlung – für geförderte Wohnbauprojekte zur Verfügung stellen. Tun sie das nicht, wird das Bauland über einen Zeitraum von zehn Jahren in Freiland rückgewidmet. Zusätzlich kann die Stadt auf Eigentümer geeigneter Flächen zugehen, um gemeinsam geförderte Projekte zu entwickeln. Derzeit sind fünf Vorbehaltsflächen ausgewiesen, auf sechs Grundstücken werden bereits Wohnbauprojekte entwickelt.
Für Eigentümer von Baulandreserven in Tirol ist damit erstmals ein konkreter Zeitdruck verbunden: Wer hortet, riskiert den Verlust der Baulandwidmung und damit den größten Teil des Grundwerts. Die Frage, ob eine Fläche für den geförderten Wohnbau geeignet ist und zu welchem Preis sie abgegeben werden müsste, gehört daher künftig in jede Bewertung eines unbebauten Grundstücks. Andere Landeshauptstädte beobachten das Verfahren.
Quellen:
- ORF.at, 08.09.2026 05:37 – <https://tirol.orf.at/stories/3370202/>
Wirtschaft & Konjunktur
Nationalbank: das Wetter wird zum Risiko für die Inflationsprognose
Die Oesterreichische Nationalbank hat untersucht, wie stark Wetterlagen auf die Verbraucherpreise wirken, und legt die Ergebnisse vor ihrer neuen Wirtschafts- und Inflationsprognose zum Ende der Woche vor. Für den Zeitraum September 2026 bis Juni 2027 ergibt sich aus heutiger Sicht ein wetterbedingter Anstieg der Gesamtinflation von rund 0,1 Prozentpunkten. Rund ein Drittel des österreichischen Warenkorbs gilt als wettersensitiv; besonders deutlich reagieren Energiepreise sowie einzelne Nahrungsmittel und Getränke. Ausgewertet wurden Daten von 2000 bis Juni 2026, wobei die Temperatur die größte Rolle spielte. Ein Temperaturanstieg um 1,7 Grad senkt die Energieinflation über zwölf Monate im Schnitt um 0,8 Prozentpunkte, am stärksten bei Heizöl und Kraftstoffen. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Bei Nahrungsmitteln treibt Hitze im Sommer die Preise, milde Temperaturen dämpfen dagegen die Energiekosten in der Heizsaison.
Die Schäden des heurigen Sommers in der Landwirtschaft bezifferte die Hagelversicherung mit rund einer Milliarde Euro; die Regierung hat sich Mitte August auf Dürrehilfen von 240 Millionen Euro geeinigt, was mehreren Bauernverbänden zu wenig ist. In Deutschland hatte die Bundesbank Mitte August befürchtet, das Niedrigwasser auf Rhein und anderen Flüssen werde die Konjunkturerholung über eingeschränkte Transportwege und steigende Transportkosten bremsen. So stark hat es sich nicht ausgewirkt: Die führenden Institute haben ihre Prognosen deutlich erhöht und erwarten für 2026 und 2027 das stärkste Wachstum seit 2022, Ifo und IWH je 1,4 Prozent für 2026. Begründet wird das mit überraschend guten Exporten und geringeren Folgekosten des Iran-Kriegs als befürchtet.
Für die eigene Kalkulation heißt das zweierlei. Die Inflationsprognose wird unsicherer, ohne dass sich der Erwartungswert stark verschiebt – wer Indexklauseln vereinbart, sollte die Bandbreite, nicht den Mittelwert durchrechnen. Und ein milder Winter wirkt über die Heizkosten spürbar dämpfend, ein strenger entsprechend umgekehrt; das ist derselbe Hebel, der schon über die Gaspreise auf die Betriebskosten durchschlägt.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 17:57 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338747/das-wetter-wird-zum-neuen-risiko-fuer-die-inflationsprognose?ref=rss>
Betreiber der Wiener Foodhall „Gleisgarten" und die Brauerei sind insolvent
Über die Kraft-Moments Development GmbH, Betreiberin der als Foodhall konzipierten Gastro- und Eventlocation „Gleisgarten" in Wien-Meidling, wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet; das teilten die Kreditschutzverbände KSV 1870, Creditreform und AKV mit. Die Verbindlichkeiten betragen 4,5 Millionen Euro, betroffen sind 30 Dienstnehmer und rund 80 Gläubiger. Am selben Tag meldete auch die dort ansässige Brauerei ViennaKRAFT Insolvenz an. Eine Fortführung oder Sanierung ist nach Angaben der Kreditschutzverbände nicht vorgesehen, die weitere Vorgangsweise offen. Als Ursachen werden Umsatzrückgänge – unter anderem wegen des heißen Sommers – und gestiegene Kosten genannt.
Der Standort ist eine aufwendig renovierte Remise der Badner Bahn, die 2023 eröffnet wurde. Für Eigentümer und Verwalter vergleichbarer Objekte ist der Fall lehrreich: Bei Gastronomie in umgenutzten Bestandsgebäuden trägt der Mieter Investitionen, die sich erst über viele Jahre rechnen, während die Umsatzabhängigkeit von Wetter und Konsumklima hoch bleibt. Wo keine Fortführung angestrebt wird, stellt sich früh die Frage nach dem Zustand der Einbauten und nach der Nachnutzbarkeit der Fläche.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 17:05 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338793/betreiber-der-wiener-foodhall-gleisgarten-in-meidling-ist-insolvent?ref=rss>
- Kurier, 07.09.2026 17:50 – <https://kurier.at/wirtschaft/gleisgarten-insolvent-pleite-privatbrauerei/403189099>
Drei weitere Insolvenzen in Kärnten, darunter ein Fliesenlegerbetrieb
In Kärnten wurden drei Konkursverfahren eröffnet. Über ein Klagenfurter Fliesenlegerunternehmen wurde am Montag der Konkurs eröffnet, sechs Dienstnehmer sind betroffen. Ebenfalls zahlungsunfähig ist die Perfekt Cleaning MZ e. U. aus Klagenfurt, eine Reinigungsfirma. Bei der Wolfsberger „Creative die Werbeagentur. Agentur für Werbung und Graphik-Design GmbH" betragen die Passiva 401.000 Euro, betroffen sind 26 Gläubiger und eine Dienstnehmerin.
Der Fliesenleger und die Reinigungsfirma treffen unmittelbar die Auftragsvergabe: Beide Gewerke werden von Bauträgern und Hausverwaltungen laufend beschäftigt. Bei laufenden Aufträgen in Kärnten ist daher zu prüfen, ob Anzahlungen ausstehen, ob Gewährleistungsfristen betroffen sind und wer begonnene Arbeiten fertigstellt.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 07.09.2026 15:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41241395/ausgeputzt-klagenfurter-reinigungsfirma-ist-pleite>
- Kleine Zeitung, 07.09.2026 16:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41241639/sechs-dienstnehmer-klagenfurter-fliesenleger-meldet-insolvenz-an>
- Kleine Zeitung, 07.09.2026 16:38 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41241989/kaerntner-werbeagentur-insolvent-passiva-betragen-401000-euro>
Zahlungsbetrug: Schadenssumme steigt auf 115,4 Millionen Euro
Die Schadenssumme bei betrügerischen Transaktionen in Österreich ist im vergangenen Jahr um fast 18 Prozent auf 115,4 Millionen Euro gestiegen; das zeigen Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank. Registriert wurden rund 351.000 betrügerische Transaktionen, neun von zehn Fällen betrafen Kartenzahlungen. Den größten finanziellen Schaden verursachten jedoch betrügerische Überweisungen mit durchschnittlich rund 3.000 Euro, in Einzelfällen mehr als einer Million Euro. Bemerkenswert ist die Rolle der sozialen Manipulation: 83 Prozent der Verluste bei Überweisungen gingen 2025 darauf zurück, dass die Opfer gezielt getäuscht und dazu gebracht wurden, die Zahlung selbst auszulösen und freizugeben. Zu den verbreiteten Maschen zählen neben Anlage-, Liebes- und Behördenbetrug ausdrücklich auch der Rechnungs- und Überweisungsbetrug sowie der CEO-Betrug.
Wer den finanziellen Schaden trägt, hängt nach Angaben der Nationalbank wesentlich davon ab, ob eine Zahlung vom Opfer selbst autorisiert wurde. Genau das ist bei den erwähnten 83 Prozent der Fall – Kulanz der Bank ist dann nicht gesichert. Für Betriebe folgt daraus, dass technische Absicherung allein nicht genügt: Zahlungsfreigaben brauchen eine zweite Person, geänderte Bankverbindungen von Lieferanten sind über einen bereits bekannten Kontaktweg zu bestätigen, und Anweisungen der Geschäftsführung per E-Mail oder Telefon sind ohne Rückruf keine Grundlage für eine Überweisung. Von 31.001 im Jahr 2025 angezeigten Fällen von Internetbetrug wurden 8.714 geklärt, eine Aufklärungsquote von 28,1 Prozent; zurückgeholt werden kann das Geld nach Angaben des Bundeskriminalamts nur selten, vor allem wenn es bereits weitergeleitet oder ins Ausland verschoben wurde.
Quellen:
- Der Standard, 08.09.2026 06:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000336943/abgezockt-was-tun-wenn-man-auf-einen-betrug-hereingefallen-ist?ref=rss>
Streit über die Wirkung des höheren Pensionsantrittsalters für Frauen
Die schrittweise Angleichung des Pensionsantrittsalters von Frauen an jenes der Männer – in sieben Jahren liegt es bei 65 – wird kontrovers beurteilt. Eine Wiener Arbeitsmarktexpertin sieht einen direkten Zusammenhang zur hohen Arbeitslosigkeit von Frauen: Wenige Monate nach Beginn der ersten Etappe im Jänner 2024 sei die Erwerbslosigkeit der Frauen ab 60 stark gestiegen. Der Vorarlberger ÖGB-Landesvorsitzende nennt die Anhebung deshalb „sinnlos" und „kontraproduktiv": Solange Unternehmen keine älteren Arbeitskräfte beschäftigten, blieben Menschen länger ohne Arbeit und ohne Pension. Er verlangt stattdessen Prävention und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, altersgerechte Arbeitsplätze und Arbeitszeitmodelle, mehr Möglichkeiten zur schrittweisen Reduktion der Arbeitszeit im Alter und wirksameren Schutz gegen Altersdiskriminierung.
Abweichung zwischen den Medien: Die Vorarlberger Wirtschaftskammer hält die Anhebung für notwendig. Das Pensionssystem sei „ein subventioniertes Versicherungssystem, aber kein Instrument der Arbeitsmarktpolitik"; die Angleichung sei aus Gründen der Fairness geboten und trage zur langfristigen Finanzierbarkeit bei. Den direkten Zusammenhang zwischen der steigenden Erwerbslosigkeit von Frauen über 60 und der Anhebung hält sie für zu kurz gegriffen, das liege auch an der Wirtschaftsflaute.
Für die Personalplanung bleibt festzuhalten, dass Mitarbeiterinnen künftig länger im Betrieb bleiben, unabhängig davon, wie die Wirkung auf den Arbeitsmarkt insgesamt zu bewerten ist. Wo Tätigkeiten körperlich belastend sind, gehören altersgerechte Arbeitsplätze und Modelle zur Reduktion der Arbeitszeit früh in die Planung.
Quellen:
- ORF.at, 08.09.2026 05:52 – <https://vorarlberg.orf.at/stories/3370231/>
Wirtschaftliche Folgen des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt
Das deutsche Bundesland, in dem die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Partei geworden ist, kämpft mit erheblichen Strukturproblemen: Die Arbeitslosenquote lag im August bei 8,2 Prozent gegenüber 6,5 Prozent im deutschen Schnitt, die Löhne liegen unter dem Bundesniveau, und die Bevölkerung schrumpft und altert schneller als anderswo. Die wichtigsten Branchen sind Chemie, Energie, Lebensmittelherstellung und Autozulieferer, die alle unter den hohen Energiepreisen leiden. Nach einer Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle stammt ein Fünftel aller Ärzte, jeder Dritte in der Gastronomie und mehr als 40 Prozent der Beschäftigten in der Lebensmittelherstellung aus dem Ausland. Dasselbe Institut hat das Wahlprogramm der AfD nachgerechnet: Die bezifferbaren Maßnahmen kosten zusätzlich 1,6 Milliarden Euro, denen eine Gegenfinanzierung von 300 Millionen Euro gegenübersteht; das Budgetdefizit des Landes würde von 870 Millionen auf 2,2 Milliarden Euro steigen. Zu den energiepolitischen Vorhaben zählen das Ende der Russlandsanktionen, Gasbezug aus Russland samt Inbetriebnahme der zerstörten Nord-Stream-Pipeline, das Ende aller Förderungen für erneuerbare Energieträger und Wärmepumpen sowie der Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.
Vieles davon liegt nicht in der Zuständigkeit eines Bundeslandes – Migrations- und Sanktionspolitik werden in Deutschland vom Bund gemacht, die Zuwanderung von EU-Bürgern regelt das Unionsrecht. Wirtschaftlich bleibt für österreichische Betriebe zunächst die Standortfrage: Der Kostenvorteil des Landes – die niedrigsten Lebenshaltungskosten aller deutschen Bundesländer, rund sieben Prozent unter dem Schnitt, vor allem wegen niedriger Wohnkosten – wiegt nur so lange, als politische Verlässlichkeit gegeben ist. Dass Fachkräftezuzug und Investitionsentscheidungen von politischer Stabilität abhängen, betonen sowohl das Institut der deutschen Wirtschaft als auch die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 08:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338610/die-afd-will-weniger-zuwanderung-sachsen-anhalts-wirtschaft-braucht-mehr?ref=rss>
- Der Standard, 07.09.2026 17:31 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338792/1500-euro-fuer-den-fuehrerschein-und-russland-gas-das-will-die-afd-in-sachsen-anhalt?ref=rss>
Steuer- & Unternehmensrecht
Ferienwohnung im Ausland: was steuerlich in Österreich zu beachten ist
Wer in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig ist, unterliegt hier mit seinem gesamten in- und ausländischen Einkommen der Besteuerung. Nach diesem Welteinkommensprinzip sind auch Einkünfte aus der Vermietung einer ausländischen Ferienwohnung für österreichische Steuerzwecke maßgeblich – neben dem Steuerrecht des Staates, in dem die Immobilie liegt. Die erste Weichenstellung ist die Einordnung der Tätigkeit: Bleibt es bei privater Vermögensverwaltung, liegen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vor, steuerpflichtig ist der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten, und der gesetzliche Abschreibungssatz beträgt grundsätzlich 1,5 Prozent jährlich. Wird die Grenze zur Gewerblichkeit überschritten, gelten andere Bestimmungen und im Regelfall höhere Abschreibungssätze, und es können sozialversicherungsrechtliche Folgen zu prüfen sein. Ob die Grenze überschritten ist, hängt nicht allein an der Anzahl der Objekte, sondern vor allem an Art und Umfang der Leistungen, die über die bloße Überlassung hinaus erbracht werden.
Praktisch heikel sind die Unterschiede in der Ermittlung: Aufwendungen, die im Ausland sofort abzugsfähig sind, müssen nach österreichischem Recht unter Umständen über mehrere Jahre verteilt werden oder sind gar nicht abzugsfähig. Auch die Aufteilung des Kaufpreises auf Grund und Boden einerseits und Gebäude andererseits folgt in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen pauschalen Verhältnissen, im Ausland dagegen oft völlig anderen Grundsätzen. Unterschiedliche Gewinnermittlungsmethoden, Steuerjahre und Zeitpunkte der Erfassung führen dazu, dass derselbe Vorgang in beiden Staaten in unterschiedlichen Jahren oder Höhen erfasst wird. Das Doppelbesteuerungsabkommen vermeidet die doppelte Belastung je nach Ausgestaltung durch Freistellung oder Anrechnung, schließt eine wirtschaftliche Doppelbelastung aber nicht automatisch aus.
Die Folge für die Beratung: Die steuerliche Behandlung lässt sich nicht anhand der ausländischen Steuererklärung allein beurteilen, und die Prüfung gehört vor den Erwerb, nicht in die erste Steuererklärung danach. Maßgeblich für die Renditerechnung ist, was nach Kosten und Steuern in beiden Staaten übrig bleibt.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 08:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338270/ferienwohnung-im-ausland-was-bleibt-nach-steuern-wirklich-uebrig?ref=rss>
Wien plant eine Abgabe auf Eintrittskarten für Kultur
Die Stadt Wien plant nach dem Vorbild der Abgabe auf Sportveranstaltungen eine eigene Abgabe auf Eintrittskarten für Konzerte und Museen. Wie viel teurer Eintrittskarten dadurch werden und wofür die Einnahmen verwendet werden sollen, ist Gegenstand der Berichterstattung.
Bemerkenswert ist der Vorgang unabhängig von der Höhe: Die Stadt greift damit erneut auf eine eigene Abgabe zurück, um das Budget zu stützen. Für Betriebe mit Veranstaltungsbezug ist die Bemessungsgrundlage entscheidend – ob die Abgabe an den Ticketpreis oder an einen Pauschalbetrag je Karte anknüpft, bestimmt, ob sie im Vorverkauf weitergegeben werden kann.
Quellen:
- Kurier, 08.09.2026 05:30 – <https://kurier.at/chronik/wien/kultureuro-ticktes-museen-eintrittskarten-schoenbrunn-belvedere/403189185>
Energie & Bau
Gaspreis über 70 Euro, Speicher unter dem Vorjahresniveau
Der Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat notierte am Montag an der Börse in Amsterdam bei rund 73 Euro je Megawattstunde. Das sind gut fünf Prozent mehr als in der Vorwoche und 121 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gas ist damit teurer als zu Beginn des Iran-Kriegs, als die Notierung im März zeitweise über 70 Euro gestiegen war; höher lag der Preis zuletzt 2022, als er nach dem russischen Lieferstopp zeitweise über 300 Euro erreichte. Als Auslöser gelten die wieder aufgeflammten US-Angriffe im Iran und das vom Iran angekündigte Sperrgebiet vor der Straße von Hormus, das den Schiffsverkehr zusätzlich erschwert.
Neu sind belastbare Zahlen zu den Füllständen. Die Speicher in der Europäischen Union sind erst zu etwas mehr als 60 Prozent gefüllt, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit mehr als 70 Prozent. In Österreich beträgt der Füllstand 67,30 Prozent, das entspricht 67,48 Terawattstunden; im Vorjahr lag er um diese Zeit bereits bei 82,1 Prozent. Die deutschen Speicher sind so leer wie seit langem nicht. Einige Länder wollen bei der Bevorratung nun Tempo zulegen, was den Preis weiter stützt. Fachleute betonen ungeachtet dessen, dass die Versorgungssicherheit im kommenden Winter nicht gefährdet ist.
Für die Betriebskostenkalkulation der kommenden Heizperiode bleibt damit der Preis das Thema, nicht die Menge. Wer an Börsenpreise gekoppelte Tarife hat, trägt den Anstieg unmittelbar; bei diesen Tarifen ist ein Wechsel in einen Fixpreis in der Regel jederzeit möglich, weil keine Mindestvertragsdauer vereinbart ist. Vorschreibungen, die noch auf den Preisen des Vorjahres aufbauen, führen bei dieser Entwicklung zu erheblichen Nachforderungen in der Abrechnung.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 15:15 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338771/gaspreis-bleibt-hoch-keine-entspannung-in-sicht?ref=rss>
Umweltverträglichkeitsprüfung: Novelle soll Schwellenwerte und Zuständigkeiten neu ordnen
Die Regierung arbeitet an einer Novelle des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung, um die Genehmigung großer Infrastrukturprojekte zu beschleunigen. Anstoß gibt ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union: Die Kommission beanstandete vor zwei Jahren, die Schwellenwerte für eine Prüfpflicht seien zu hoch, und verlangt, dass Projekte, die dasselbe Schutzgut betreffen, gemeinsam statt getrennt geprüft werden. Diese Kumulierung ist einer der Knackpunkte in den Verhandlungen über den Entwurf aus dem Umweltministerium. Für Bundesstraßen und Hochleistungsbahnstrecken soll ein „One-Stop-Shop" kommen: Statt zweier Genehmigungsverfahren – eines beim Bund, eines beim Bundesland – soll es nur noch eines geben. Weil dafür die Verfassung geändert werden muss, braucht die Regierung eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat.
Praktisch wichtig ist die Bereinigung der Schwellenwerte. Gewerbeparks unterliegen erst ab 25 Hektar einer zwingenden Prüfpflicht, Logistikzentren bereits ab zehn Hektar, obwohl dieselbe Fläche versiegelt wird; die Folge sind Gerichtsverfahren über die Frage, was als Logistikzentrum gilt. Ein spezialisierter Umweltanwalt kritisiert außerdem, dass naturschutzrechtliche Aspekte erst im zweiten Verfahren beim Land geprüft werden, nachdem das Ministerium die Genehmigung erteilt hat. Strittig ist die Prüfpflicht für große Rechenzentren: Das geltende Gesetz gilt nicht für Rechenzentren, die SPÖ will das ändern, die ÖVP hält Rechenzentren von den bestehenden Tatbeständen bereits als abgedeckt und will den Vorschlag prüfen, die Neos wollen keinen neuen Tatbestand, könnten aber über eine Prüfpflicht ab einer bestimmten Größe reden, wenn die Verfahren insgesamt schneller werden. Die Grünen bringen bei der nächsten Nationalratssitzung einen Entschließungsantrag dazu ein.
Für die Bauwirtschaft ist der Zeitfaktor entscheidend. Das eigentliche Verfahren dauert in erster Instanz im Schnitt rund zwei Jahre; die Windkraftbranche geht von insgesamt fünf bis sieben Jahren bis zum Baustart aus, mit Ausreißern bis zu zwanzig Jahren, weil erstinstanzliche Genehmigungen für einen Baustart meist nicht ausreichen. Als größter Hebel gelten übereinstimmend nicht neue Verfahrensregeln, sondern die Ausstattung der Behörden: Fehlende Behördenressourcen und unvollständige Projektunterlagen, die im Schnitt mehr als die Hälfte der Verfahrensdauer beanspruchen, sind laut dem Bericht von 2024 die größten Bremsen. Wer ein prüfpflichtiges Vorhaben plant, gewinnt daher am meisten durch vollständige Unterlagen bei der Einreichung.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 16:43 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338729/uvp-pflicht-fuer-rechenzentren-geplante-novelle-soll-grosse-baustellen-schliessen?ref=rss>
Angriffe auf das deutsche Stromnetz: Fahndung auf das ganze Bundesland ausgeweitet
Die Zahl der betroffenen Anlagen wächst. Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen wurden am Montag mehrere neue Abschussvorrichtungen in der Nähe von Hochspannungsleitungen gefunden; die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab und zeitweise auch die Autobahn 4. In Sachsen erhöhte sich die Zahl der aufgefundenen Vorrichtungen auf 21, entschärft durch Spezialkräfte des Landeskriminalamts. In der Nacht auf Montag fiel an einer Umspannanlage im Kreis Wesel ein aufgeschnittener Zaun auf; die Anlage wird mit dem Betreiber überprüft. Zwischen Wuppertal und Remscheid suchte die Polizei den ganzen Tag nach einer verdächtigen Person mit Rucksack, die an einem Umspannwerk gesehen worden war. Eine 60-köpfige Ermittlungsgruppe wertet Unterlagen aus dem Besitz des Gesuchten auf mögliche weitere Tatorte im gesamten Bundesgebiet aus, und die Kölner Polizei erklärt, im ganzen Land Nordrhein-Westfalen liefen Maßnahmen, auch verdeckte. Die Vorgehensweise war überall dieselbe: Mit selbstgebauten Raketen sollte ein dünner Draht über die Hochspannungsleitungen geschossen und ein Kurzschluss ausgelöst werden. In Bergheim westlich von Köln wurden dadurch mehrere Kraftwerksblöcke lahmgelegt, zu Stromausfällen kam es nicht; bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff erfolgreich.
Eine Explosion in einem Umspannwerk in Berlin-Mitte, durch die rund 90 Ampeln in der Hauptstadt ausfielen, gehört nach derzeitigem Stand nicht dazu: Beim Betreiber 50Hertz und nach ersten Ermittlungen der Polizei deutet einiges auf einen technischen Defekt hin.
Damit bestätigt sich das Bild für die eigene Vorsorge und verschiebt sich in einem Punkt: Betroffen sind gezielt einzelne Anlagen der Übertragungsebene, nicht die Versorgung im Ganzen. Die Zahl der Anlagen, an denen Vorrichtungen gefunden werden, steigt aber weiter, und Betreiber prüfen nun auch die Umzäunung ihrer Standorte. Für Betriebe mit eigener Notstromversorgung bleibt die angenommene Ausfalldauer die entscheidende Größe.
Quellen:
- Der Standard, 07.09.2026 08:44 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338678/umspannwerk-in-berlin-durch-feuer-beschaedigt-ursache-unklar?ref=rss>
EVN untersucht Tiefengeothermie im südlichen Wiener Becken
Die EVN untersucht in den kommenden Monaten den Untergrund im Industrieviertel, um zu klären, ob Wärme aus Tiefengeothermie genutzt werden kann. Zum Einsatz kommt die Vibrationsseismik: Spezialfahrzeuge fahren entlang geplanter Strecken und erzeugen kontrollierte Vibrationen, die von Geophonen aufgezeichnet werden; daraus entstehen Modelle des Untergrunds. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich über mehr als 330 Kilometer und umfasst über 60 Gemeinden im südlichen Wiener Becken. Bis 2035 sollen zwei Anlagen in die bestehenden Wärmenetze einspeisen und Wärme für 20.000 bis 30.000 Haushalte bereitstellen. In Niederösterreich liegt in über 3.000 Metern Tiefe natürliches, bis zu 100 Grad heißes Wasser, das über eine Bohrung gefördert, über Wärmetauscher genutzt und über eine zweite Bohrung im geschlossenen Kreislauf wieder in die Tiefe geleitet wird.
Für Eigentümer und Verwalter in den betroffenen Gemeinden ist zunächst wenig zu tun: Die Messungen erfolgen nach Angaben des Unternehmens kontrolliert, technisch überwacht und überwiegend auf öffentlichen Straßen und Wegen. Wo die Untersuchungen Wärme in nutzbarer Tiefe bestätigen, entsteht mittelfristig eine Alternative zu Gas in der Wärmeversorgung ganzer Siedlungen – das gehört in die langfristige Planung bei Heizungstausch und Sanierung berücksichtigt. Zu den Untersuchungen gibt es drei Informationsveranstaltungen: am 22. September in Oberwaltersdorf, am 2. Oktober in Wiener Neustadt und am 8. Oktober in Wiener Neudorf, jeweils von 14 bis 20 Uhr.
Quellen:
- ORF.at, 08.09.2026 06:21 – <https://noe.orf.at/stories/3370215/>
Photovoltaikpark mit Batteriespeicher im Murtal
In St. Margarethen bei Knittelfeld errichtet die Energie Steiermark auf sieben Hektar eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher; der Spatenstich ist erfolgt. Das Projekt grenzt an ein Naherholungsgebiet, ökologische Begleitmaßnahmen sind geplant.
Bemerkenswert ist die Kombination aus Freiflächenanlage und Speicher: Sie zeigt, dass Landesenergieversorger die Erzeugung inzwischen mit der zeitlichen Verlagerung des Angebots verbinden – genau der Punkt, an dem sich die Preisspitzen in den Abendstunden abfedern lassen.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 07.09.2026 16:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41241293/spatenstich-fuer-sieben-hektar-grossen-photovoltaik-park-im-murtal>
Wiener Linien: Herbstbaustellen mit Einschränkungen bis Dezember
Ab Dienstag beginnen in mehreren Wiener Bezirken Gleisbauarbeiten. In der Donaufelder Straße in Floridsdorf werden rund 1.100 Meter Gleise getauscht und die Haltestelle Carminweg erneuert und verbreitert; ab 14. September können die Straßenbahnen zwischen Josef-Baumann-Gasse und Floridsdorf nicht fahren, dort verkehrt die Buslinie 26E als Schienenersatzverkehr, die Linien 25, 26 und 27 werden umgeleitet oder verkürzt. Die Arbeiten dauern bis Jahresende. In Rudolfsheim-Fünfhaus wird ab 14. September zwischen Huglgasse und Märzstraße gebaut; die Linie 49 ist von 21. September bis 31. Oktober eingestellt, die Linien 9, 46 und 52 übernehmen einen Teil der Strecke, zwischen Hütteldorfer Straße und Schweglerstraße fahren keine Straßenbahnen. Am Alsergrund erhält die Linie D in der Althanstraße neue Gleise und fährt von 28. September bis Mitte November in zwei Abschnitten. In Favoriten wird die Linie 1 wegen der Arbeiten in der Windtenstraße von 27. Oktober bis Mitte Dezember von der Knöllgasse zum Reumannplatz umgeleitet. Bei der U6-Station Neue Donau werden Bahnsteige, Fassade und Eingangsbereich saniert; die U6 fährt durchgehend, hält aber von 14. September bis voraussichtlich Jahresende in Richtung Floridsdorf nicht in der Station.
Für Hausverwaltungen in den betroffenen Straßenzügen ist das ein doppelter Terminplan: Die Erreichbarkeit für Handwerker und Anlieferungen ist über Monate eingeschränkt, und eigene Bauvorhaben mit Kran- oder Materialstellplätzen im öffentlichen Raum sollten mit diesen Zeitfenstern abgestimmt werden.
Quellen:
- ORF.at, 08.09.2026 06:00 – <https://wien.orf.at/stories/3370235/>
Entscheidung
ob monatliche oder vierteljährliche UVA
Jahreslohnzettel
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Jahresendbeleg
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