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GEVEST-Pressespiegel vom 9.9.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Wiener Wohnungsmarkt erholt sich beim Eigentum, während der gewerbliche Mietwohnungsbau nahezu verschwindet: Der Anteil privater Bauträger an den neuen Mietwohnungen soll im kommenden Jahr auf drei Prozent fallen. Zugleich meldet die Statistik Austria für das zweite Quartal Wohnungsmieten von durchschnittlich 10,5 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei der Anstieg allein aus den Betriebskosten kommt. Im Lebensmittelhandel könnte noch im September ein Einstieg der Rewe bei MPreis öffentlich werden, was die Bundeswettbewerbsbehörde beschäftigen wird. Über die Sanierung des Insolvenzentgeltfonds streiten die Koalitionspartner: Die Gewerkschaftsseite will höhere Arbeitgeberbeiträge, die Neos wollen die Kammern zahlen lassen. Bei den Energiepreisen bleibt der Druck bestehen – Gas kostet um rund 15 Prozent mehr als im Jänner, und Kupfer hat mit 14.779 Dollar je Tonne ein Allzeithoch erreicht.

Immobilien & Wohnrecht

Gewerbliche Bauträger ziehen sich aus dem Mietwohnungsbau zurück

Nach dem Wiener Wohnungsmarktbericht von Otto Immobilien setzt sich die Erholung am Eigentumsmarkt fort: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Wien Eigentumswohnungen im Wert von 1,62 Milliarden Euro verkauft, um 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; die Zahl der Transaktionen stieg von 3.644 auf 4.290. Damit liegt der Markt nur noch acht Prozent unter dem Rekordniveau des ersten Halbjahres 2022. Zugleich sinkt der Anteil gewerblicher Bauträger am Mietwohnungsbau weiter und dürfte im kommenden Jahr auf ein historisches Tief von drei Prozent zurückgehen, nach rund 20 Prozent in den Jahren 2025 und 2026. Sonja Kaspar, Leiterin Wohnen bei Otto Immobilien, nennt das den stärksten Einbruch im gesamten Bericht: Die Rahmenbedingungen der Bau- und der Finanzbranche hätten private Bauträger und institutionelle Investoren aus diesem Segment weitgehend verdrängt.

Für die Praxis ist die zeitliche Abfolge entscheidend. Die Fertigstellungen bleiben niedrig – nach 11.016 Einheiten im Jahr 2025 werden für 2026 rund 12.092 und für 2027 nur noch etwa 9.600 erwartet. Das Angebotspolster am Eigentumsmarkt sei nach Einschätzung von Geschäftsführer Eugen Otto Anfang 2027 aufgebraucht, danach komme spürbar weniger nach. Die Preise ziehen bereits an: Bauträgerwohnungen kosteten im ersten Halbjahr durchschnittlich 7.395 Euro je Quadratmeter, gebrauchte Wohnungen 4.645 Euro, jeweils mehr als im zweiten Halbjahr 2025. Wer Bestände hält, sollte die Verknappung im gewerblichen Mietsegment in der mittelfristigen Ertragsplanung berücksichtigen; wer verkauft, trifft ab 2027 auf ein deutlich dünneres Konkurrenzangebot.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 18:27 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338972/gewerbliche-mietwohnungen-werden-zur-raritaet-am-wiener-markt?ref=rss>

Mieten im zweiten Quartal: Der Anstieg kommt aus den Betriebskosten

Die durchschnittlichen Wohnungsmieten einschließlich Betriebskosten lagen im zweiten Quartal 2026 bei 10,5 Euro je Quadratmeter und damit um 3,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Je Wohnung waren das 694,7 Euro inklusive und 520,8 Euro ohne Betriebskosten. Gegenüber dem ersten Quartal hat die Entwicklung deutlich an Tempo verloren: Der Anstieg betrug nur 0,4 Prozent, und die Nettomieten blieben unverändert, während die Betriebskosten je Quadratmeter um 1,4 Prozent zulegten. Die Zahlen stammen von der Statistik Austria und beziehen sich hochgerechnet auf 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen.

Nach Segmenten fällt das Bild unterschiedlich aus. In privaten Altbauwohnungen blieb die Nettomiete mit 8,5 Euro je Quadratmeter trotz der Anhebung des Richtwert- und Kategoriemietzinses um ein Prozent ab April nahezu unverändert. In privaten Neubauwohnungen stieg sie um 3,2 Prozent auf 10,7 Euro, bei Genossenschaftswohnungen um 2,5 Prozent auf 6,5 Euro und bei Gemeindewohnungen um 3,7 Prozent auf 5,7 Euro. Für die Bewirtschaftung heißt das: Die Belastung der Mieter wächst derzeit nicht über den Hauptmietzins, sondern über die Betriebskosten. Das verschiebt den Verhandlungsspielraum bei Neuvermietungen und macht die Bewirtschaftungskosten zum eigentlichen Hebel.

Quellen:

  • Die Presse, 08.09.2026 10:54 – <https://www.diepresse.com/41243122/10-5-euro-pro-quadratmeter-mieten-in-oesterreich-legen-weiter-zu>
  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 17:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41243150/altbau-stabil-anstieg-bei-neubau-wohnungsmieten-steigen-weiter>

Village im Dritten: Verdichtung an der Wiener Hochhausgrenze

Auf den früheren Aspanggründen im dritten Wiener Gemeindebezirk nähert sich ein Stadtteil mit insgesamt rund 3.100 Wohnungen der Fertigstellung. Der südliche Teil bringt allein 1.900 Wohnungen in einer Mischung aus geförderten und frei finanzierten Einheiten, Gemeindebauten und Baugruppenprojekten. Zum stark lärmbelasteten Landstraßer Gürtel hin schirmt ein 300 Meter langes gewerblich genutztes Gebäude ab; die Energieversorgung übernimmt ein gemeinsames System aus rund 500 bis zu 150 Meter tiefen Erdwärmesonden, Wärmepumpen und Photovoltaik für Heizen, Kühlen und Strom. Zwei Hektar der elf Hektar großen Fläche entfallen auf einen parkartigen Freiraum.

Bemerkenswert ist der Maßstabssprung innerhalb weniger Jahre: Der ältere Bauabschnitt aus dem Wettbewerb von 2005 pendelt sich bei 21 Metern Höhe ein, der neue reicht teilweise an die in Wien geltende Hochhausgrenze von rund 35 Metern heran. Der Beitrag hinterfragt, ob diese Dichte als neues Normalmaß im Wiener Wohnbau tragfähig ist, da die Bevölkerung langsamer wächst als bei der Planung angenommen. Für die Projektentwicklung ist der Hinweis praktisch verwertbar: Wo die Dichte ausgereizt wird, entscheiden Freiraumqualität, Belichtung und Verschattung darüber, ob sich die Einheiten später vermieten und verkaufen lassen – im gezeigten Beispiel über umlaufende Balkone, die sich vor den Wohnbereichen auf 2,4 Meter erweitern.

Quellen:

  • Die Presse, 08.09.2026 20:12 – <https://www.diepresse.com/41228755/das-village-im-dritten-wiener-gemeindebezirk-wenn-das-dorf-in-die-hoehe-waechst>

Wirtschaft & Konjunktur

Insolvenzentgeltfonds: Streit über Beiträge, Leistungen und Kammermittel

Der Insolvenzentgeltfonds, aus dem im Insolvenzfall ausstehende Löhne, Gehälter und Abfertigungen bezahlt werden, ist weitgehend leer. Gefüllt wird er durch Beiträge der Arbeitgeber in Höhe von derzeit 0,1 Prozent der Lohnsumme. Die Koalition verhandelt über eine Regelung, nach der die Beiträge je nach Rücklagenstand gesetzlich gesenkt oder erhöht werden. Anlass ist ein Rohbericht des Rechnungshofs, wonach der Fonds in seiner heutigen Form teils falsche Anreize für Beschäftigte und Betriebe setzt.

Die Positionen liegen weit auseinander. Die Gewerkschaftsseite und Arbeitsministerin Korinna Schumann treten für höhere Beiträge ein. Die Neos lehnen das ab und wollen ausgabenseitig ansetzen: Betriebe zahlen Beiträge nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage nach dem ASVG, ersetzt werden aus dem Fonds jedoch Entgeltansprüche bis zum Zweifachen dieser Grenze, und eine Obergrenze fehlt. Sozialsprecher Johannes Gasser nennt Einzelüberweisungen von mehr als 90.000 Euro und eine aus dem Fonds bezahlte Betriebspension von 250.000 Euro. Der Rechnungshof schlägt vor, die Kündigungsentschädigung auf drei Monate zu begrenzen. Einnahmenseitig sollen nach dem Vorschlag der Neos die Kammern Rücklagen auflösen und einzahlen, statt die Arbeitgeberbeiträge anzuheben; auch bei den sieben Dienststellen des Fonds sehen sie Sparpotenzial.

Für Arbeitgeber entscheidet der Ausgang unmittelbar über die Lohnnebenkosten. Solange offen ist, ob der Beitragssatz steigt, gehört die Position in Kalkulationen für 2027 mit einer Bandbreite und nicht mit dem heutigen Wert angesetzt.

Quellen:

  • Die Presse, 09.09.2026 05:33 – <https://www.diepresse.com/41242557/neos-wollen-die-kammern-den-insolvenzentgeltfonds-stabilisieren-lassen>
  • Kurier, 09.09.2026 06:00 – <https://kurier.at/politik/inland/insolvenzfonds-neos-agenda-austria-vorschlaege/403189451>

Elektroindustrie meldet zarte Erholung nach zwei Jahren Rezession

Die Elektro- und Elektronikindustrie kommt nach zwei Rezessionsjahren wieder leicht in Bewegung, allerdings sehr ungleich verteilt. Fachverbandsobmann Hesoun fasst die Lage mit den Worten „Der eine schwitzt, der andere friert" zusammen. Einzelne Unternehmen profitieren vom Boom bei künstlicher Intelligenz und vom steigenden Energiebedarf, während für andere – etwa Autozulieferer – das Geschäft schlecht läuft.

Für die Bauwirtschaft ist die Branche ein früher Anzeiger: Elektroinstallation und Gebäudetechnik hängen an denselben Vorprodukten. Eine Erholung, die sich auf Rechenzentren und Energieinfrastruktur konzentriert, entlastet die Preise für klassische Bauleistungen nicht, sondern bindet Kapazitäten.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 14:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41243847/elektroindustrie-zarte-erholung-nach-zwei-jahren-rezession>
  • Kurier, 08.09.2026 14:15 – <https://kurier.at/wirtschaft/elektro-elektronik-industrie-wirtschaftslage-auftraege-geschaeft/403189380>

Klagenfurter Werbeagentur zum zweiten Mal insolvent

Über die mehrWERT GmbH aus Klagenfurt wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, nach 2023 bereits zum zweiten Mal. Die Schulden betragen 154.000 Euro, betroffen sind drei Dienstnehmer.

Der Fall reiht sich in die Kärntner Verfahren der vergangenen Tage ein. Bei wiederholter Insolvenz desselben Rechtsträgers lohnt der Blick in die eigene Lieferantenliste: Sanierungsverfahren mit anschließender Fortführung schützen nicht vor einem zweiten Verfahren, und offene Anzahlungen sind dann in aller Regel verloren.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 14:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41244137/klagenfurter-werbeagentur-muss-wieder-vors-insolvenzgericht>

Gesundheitsausgaben wachsen deutlich schneller als die Wirtschaftsleistung

Nach einem Bericht des Budgetdienstes des Parlaments sind die Gesundheitsausgaben ohne Langzeitpflege zwischen 2015 und 2024 um 60 Prozent auf 52,1 Milliarden Euro gestiegen, während das nominelle Bruttoinlandsprodukt um 44,4 Prozent zulegte. Je Einwohner wuchsen die Ausgaben von 3.778 auf 5.682 Euro. Die rein öffentlichen Ausgaben lagen 2024 bei 39,5 Milliarden Euro und machten damit rund 15 Prozent aller Staatsausgaben aus; sie stiegen mit 64,9 Prozent stärker als die privaten mit 46,3 Prozent. Die Zuwächse reichen von 42,9 Prozent bei medizinischen Gütern bis 143,5 Prozent in der spitalsambulanten Versorgung. Für 2025 weist eine erste Schätzung der Statistik Austria ein weiteres Plus von 6,1 Prozent auf 61,3 Milliarden Euro und einen Anteil von 11,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Der Bericht führt den Anstieg zu einem guten Teil auf die Demografie zurück und kritisiert die verflochtene Finanzierung zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung, besonders bei den Krankenanstalten: Daraus entstünden widersprüchliche finanzielle Anreize und Leistungsverschiebungen zwischen stationärem und niedergelassenem Bereich. Für Betriebe ist das die Vorgeschichte der nächsten Debatte über Beiträge und Abgaben – Ausgaben, die schneller wachsen als die Wirtschaftsleistung, lassen sich auf Dauer nur über höhere Einnahmen oder Leistungskürzungen decken.

Quellen:

  • Der Standard, 09.09.2026 06:07 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339007/gesundheitsausgaben-steigen-seit-2015-klar-staerker-als-bip?ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 09.09.2026 05:06 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41245525/gesundheitsausgaben-steigen-seit-2015-klar-staerker-als-bip>

Vier von zehn Personen haben eine private Krankenversicherung

In die Debatte um den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds, dessen Abschaffung Vizekanzler Andreas Babler ins Spiel gebracht hat, meldet sich der Marktführer Uniqa mit Zahlen. Der Fonds finanziert Pflichtleistungen für sozialversicherte Patienten in privaten Spitälern mit rund 165 Millionen Euro pro Jahr; kosmetische Eingriffe werden daraus nicht bezahlt. 2023 fanden 14 Prozent der Geburten und knapp 15 Prozent der Operationen des Grauen Stars in Privatkliniken statt. Insgesamt haben 3,7 Millionen Menschen in Österreich eine Zusatzversicherung, etwa 41 Prozent, allein 2025 kamen 86.000 dazu. Die Versicherungen zahlten im Vorjahr mehr als zwei Milliarden Euro aus. Steigende Prämien führt Uniqa auf überdurchschnittliche Preissteigerungen im medizinischen Sektor zurück, also gestiegene Einkaufspreise und Lohnkosten.

Abweichung zwischen den Medien: Der Standard stellt denselben Befund unter den Anteil der privat getragenen Kosten – knapp ein Viertel der Gesundheitskosten werde von privaten Versicherungen getragen. Die Presse rückt dagegen die Stellungnahme des Versicherers in den Vordergrund, der die Kritik am Fonds als Populismus zurückweist.

Für Arbeitgeber, die Zusatzversicherungen als Teil der Vergütung anbieten, ist die Kostenentwicklung im medizinischen Sektor die entscheidende Größe: Sie schlägt mit Verzögerung auf die Prämien durch und ist bei mehrjährigen Zusagen einzupreisen.

Quellen:

  • Die Presse, 08.09.2026 12:55 – <https://www.diepresse.com/41242658/wie-das-oeffentliche-gesundheitssystem-von-privaten-krankenversicherungen-profitiert>
  • Der Standard, 08.09.2026 13:46 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338840/bereits-vier-von-zehn-personen-in-oesterreich-privat-krankenversichert?ref=rss>

Burgenland verzichtet auf die Lkw-Maut und verschärft stattdessen Fahrverbote

Die ab 2027 geplante Lkw-Maut auf drei burgenländischen Landesstraßen kommt nicht. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth einigten sich stattdessen auf andere Maßnahmen: Auf den Ost-West-Querungen werden die Gewichtsbeschränkungen von 7,5 auf 3,5 Tonnen herabgesetzt und durch ergänzende Fahrverbote erweitert. Der internationale Transitverkehr soll über drei Korridore laufen – die A4 im Bezirk Neusiedl am See, die S7 im Bezirk Jennersdorf und die B61a zwischen dem Grenzübergang Rattersdorf und der S31, deren Benützung künftig über das Mautmodell der Asfinag verrechnet wird. Der Regionalverkehr bleibt unberührt, die Verordnungen sollen in den kommenden Wochen überarbeitet werden.

Die Entlastung bei der Maut ist damit nur die halbe Nachricht. Die Absenkung der Gewichtsgrenze auf 3,5 Tonnen trifft Fahrzeuge, die bisher frei fahren durften, und betrifft Baustellenzulieferung, Entsorgung und Handwerkerverkehr auf Landes- und Gemeindestraßen unmittelbar. Wer im Burgenland Baustellen betreibt oder beliefert, sollte die Verordnungen abwarten und die Zufahrtswege danach neu festlegen.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 19:02 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338994/lkw-maut-im-burgenland-kommt-nach-kritik-doch-nicht?ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 19:19 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41245369/kehrtwende-die-lkw-maut-im-burgenland-kommt-doch-nicht>

Chinas Ausfuhren ziehen an, Österreichs Handelsbilanzdefizit wächst

Chinas Exporte legten im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 25 Prozent zu, getrieben von der Nachfrage nach Produkten für künstliche Intelligenz, nach Elektroautos, Solarzellen und Lithium-Ionen-Batterien; die Importe stiegen um 28,2 Prozent. Der Handelsbilanzüberschuss erreichte 119,09 Milliarden Dollar, nach acht Monaten summiert er sich auf 805,51 Milliarden Dollar. Besonders deutlich fällt das Bild in der Autobranche aus: Die Ausfuhren stiegen um 77,5 Prozent auf 894.000 Fahrzeuge, während die Inlandsverkäufe den elften Monat in Folge zurückgingen, zuletzt um 23,7 Prozent auf 1,55 Millionen Fahrzeuge.

Österreich verzeichnete im ersten Halbjahr bei Ein- und Ausfuhren ein Plus von jeweils mehr als fünf Prozent und überschritt in beide Richtungen die Marke von 100 Milliarden Euro. Getragen wurde der Export von Deutschland und Italien, während die Ausfuhren in die USA und nach China zurückgingen. Das Handelsbilanzdefizit weitete sich von 3,10 auf 3,72 Milliarden Euro aus; ausschlaggebend war der Handel mit China, wo bei Maschinen und Fahrzeugen Importe von 5,71 Milliarden Euro Ausfuhren von 1,37 Milliarden Euro gegenüberstanden. Gegenüber der Volksrepublik ergibt sich damit ein Defizit von 7,63 Milliarden Euro, gegenüber den übrigen EU-Staaten ein leichter Überschuss von 0,49 Milliarden Euro.

Abweichung zwischen den Medien: Die Presse setzt den Schwerpunkt auf die Autobranche und beziffert die August-Ausfuhren mit knapp 900.000 Fahrzeugen bei einem Zuwachs von 78 Prozent; der Standard nennt 894.000 Fahrzeuge und 77,5 Prozent. Die Abweichung beruht auf gerundeten Angaben derselben Quelle.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 10:46 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338866/chinesische-exporte-legen-dank-ki-boom-kr228ftig-zu?ref=rss>
  • Die Presse, 08.09.2026 20:12 – <https://www.diepresse.com/41243691/chinas-exporte-boomen-aber-der-binnenkonsum-bricht-ein>

Regierungsberater rät Europa zu härterem Kurs gegenüber China

Der Politologe Haroon Sheikh vom niederländischen Wissenschaftlichen Rat für Regierungspolitik beziffert den Kostenvorteil chinesischer Produzenten gegenüber europäischen mit 30 Prozent; mindestens die Hälfte davon führt er auf künstlich geschaffene Vorteile zurück – unterdrückter Inlandskonsum, staatliche Subventionen, die geschätzt zwei- bis achtmal über dem Schnitt der OECD liegen, und einen um zwölf bis 35 Prozent unterbewerteten Yuan. In Deutschland verschwinden nach seinen Angaben monatlich rund 10.000 Industriearbeitsplätze. Scheitert die von der EU angestrebte Verhandlungslösung, hält er verpflichtende Gemeinschaftsunternehmen für chinesische Investoren in Europa, höhere Zölle und Auflagen zu Forschung und Beschäftigung für erwägenswert. Dass solche Schritte die Preise erhöhen und damit die Inflation antreiben würden, räumt er ein.

Für die Baustoff- und Ausstattungsbeschaffung ist das ein Vorbehalt gegenüber allen längerfristigen Preisannahmen: Ein Teil der derzeit günstigen Importprodukte – von Photovoltaikmodulen bis zu Elektrokomponenten – ist genau das, worauf sich handelspolitische Maßnahmen richten würden.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 13:55 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338175/die-abhaengigkeit-waechst-rasant-muss-europa-china-die-stirn-bieten?ref=rss>

Was Berufseinsteiger erwarten: Sicherheit vor Gehalt, Branche vor Jahrgang

Eine Untersuchung der Jobplattform hokify und der Hochschule Burgenland kommt zu dem Ergebnis, dass die Erwartungen an den Arbeitsplatz weniger vom Geburtsjahr als von der Berufsgruppe abhängen. In körperlich geprägten Berufen zählen Fairness, Teamarbeit und vor allem Planbarkeit – verlässliche Dienstpläne, angekündigte Überstunden, Zeit für private Termine; ausbleibende oder verspätete Lohnzahlungen gelten dort als harte Grenze, die sich durch nichts ausgleichen lässt. In Bürotätigkeiten stehen Arbeitskultur, Entwicklungsmöglichkeiten und die Arbeit von zu Hause im Vordergrund, wobei letztere vor allem als Zeichen von Vertrauen gelesen wird. Das Gehalt entscheidet beim ersten Lesen einer Stellenanzeige, für den Verbleib im Betrieb ist es in Bürotätigkeiten allein nicht ausschlaggebend.

Als Warnung an Arbeitgeber liest sich der Befund zur Kommunikation: Versprechen in Ausschreibungen und auf der eigenen Website, die im Alltag nicht eingelöst werden, wirken sich negativ aus. Bemerkenswert ist außerdem die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit – fast jede vierte Person zwischen 15 und 29 Jahren arbeitet befristet, in der Gruppe der 30- bis 40-Jährigen nur 4,4 Prozent. Von wahllosem Stellenwechsel könne keine Rede sein; angesichts steigender Fixkosten werde eine Kündigung genau abgewogen.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 07:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338247/hohes-was-sich-junge-menschen-vom-arbeitsmarkt-erwarten?ref=rss>

Steuer- & Unternehmensrecht

Einstieg der Rewe bei MPreis könnte im September öffentlich werden

Im Lebensmittelhandel bahnt sich die nächste Konzentration an. Nach Informationen des Standard könnte der seit August erwartete Einstieg der Rewe beim Tiroler Händler MPreis bereits im September bekanntgegeben werden; verhandelt wird über eine Beteiligung von 25 Prozent, hinter den Kulissen wird auch über eine Mehrheit spekuliert. Danach wäre die Bundeswettbewerbsbehörde am Zug. Der Deal umfasst nicht nur fast 300 Filialen, sondern auch die Produktionsbetriebe in Völs für Fleisch und Backwaren. MPreis bestätigt keinen unmittelbar bevorstehenden Anteilsverkauf, Gespräche mit möglichen Investoren seien im Gange. Der Hintergrund: Zwischen 2021 und 2023 summierten sich die Verluste auf mehr als 40 Millionen Euro, 2024 betrug der Fehlbetrag sieben Millionen Euro bei 906 Millionen Euro Umsatz und 5.300 Beschäftigten.

Wettbewerbsexperte Michael Böheim vom Wifo hält die Genehmigung unter Auflagen für wahrscheinlich, weil die Märkte regional abgegrenzt seien. Christof Kastner, Vizeobmann des Lebensmittelhandels, warnt dagegen vor der Einkaufsmacht und verlangt, dass die Behörde auch die vertikale Integration über die Produktionsbetriebe prüft. Für Eigentümer von Handelsimmobilien ist der Vorgang in zweifacher Hinsicht relevant: Eine Zusammenführung von Vertriebslinien führt erfahrungsgemäß zur Überprüfung von Standorten mit räumlicher Überschneidung, und die Bonität des Mieters ändert sich mit dem Eigentümerwechsel. Bestehende Mietverträge in Tirol und im Westen gehören daraufhin durchgesehen, besonders Klauseln zu Untervermietung, Betriebspflicht und Änderung des Vertriebskonzepts.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 17:18 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338899/ein-supermarktriese-blickt-nach-westen-wird-mpreis-zu-billa?ref=rss>

Bundesstaatsanwaltschaft: Justizministerin verlangt grundlegende Überarbeitung

Nach dem Ende der Begutachtungsfrist tritt Justizministerin Anna Sporrer für eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs zur Bundesstaatsanwaltschaft ein. Die Kritik richte sich fast ausschließlich gegen die Verfassungsbestimmungen, die das Bundeskanzleramt entworfen habe, nicht gegen die einfachgesetzlichen Teile aus dem Justizministerium; die Überarbeitung erwartet sie daher vom Kanzleramt. Dass der Entwurf Defizite aufweise, sei ihr vor der Begutachtung klar gewesen. Sporrer plädiert nun unter anderem für eine mindestens neunjährige Amtsdauer der künftigen Weisungsspitze. Für die Verfassungsbestimmungen braucht es eine Zweidrittelmehrheit; die Ministerin hat sich dazu bereits mit der Justizsprecherin der Grünen ausgetauscht.

Für Unternehmen ist der Ausgang mittelbar bedeutsam: Solange die Weisungsspitze beim Ministerium liegt, bleiben Wirtschaftsstrafverfahren in der öffentlichen Debatte an die politische Verantwortung gekoppelt. Ein Abschluss ist nicht absehbar – die Ministerin verweist selbst auf die noch drei Jahre laufende Gesetzgebungsperiode.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 17:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338786/justizministerin-zur-bundesstaatsanwaltschaft-dass-der-entwurf-defizite-aufweist-war-mir-klar?ref=rss>
  • Die Presse, 08.09.2026 17:08 – <https://www.diepresse.com/41245164/bundesstaatsanwaltschaft-sporrer-fuer-grundlegende-ueberarbeitung>
  • ORF.at, 08.09.2026 17:10 – <https://orf.at/stories/3441578/>
  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 17:43 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41245252/bundesstaatsanwaltschaft-sporrer-fuer-grundlegende-ueberarbeitung>
  • Oberoesterreichische Nachrichten, 08.09.2026 17:45 – <https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/bundesstaatsanwaltschaft-sporrer-fuer-grundlegende-ueberarbeitung;art385,4210001#ref=rss>
  • ORF.at, 08.09.2026 17:57 – <https://orf.at/stories/3441577/>

Datenschutz bei Datenbrillen: Aufnehmen ist schon Verarbeiten

Ein rechtlicher Überblick zu Smartglasses hält fest, dass bereits das Anfertigen einer Aufnahme unter die Datenschutz-Grundverordnung fallen kann, sobald darauf identifizierbare Personen zu sehen sind – nicht erst die spätere Veröffentlichung. Die Ausnahme für persönliche und familiäre Tätigkeiten greift nur, wenn die Verarbeitung ausschließlich privaten Zwecken dient und in der persönlichen Wahrnehmungssphäre bleibt. Werden die Daten je nach technischer Ausgestaltung an den Hersteller oder Dritte übermittelt, kann die Ausnahme auch bei einer Aufnahme im eigenen Garten entfallen; dann braucht es eine Rechtsgrundlage und es bestehen Informationspflichten. An öffentlich zugänglichen Orten wiegt die Erwartung der Betroffenen, nicht aufgezeichnet zu werden, schwer und kann eine Rechtfertigung über berechtigte Interessen ausschließen.

Anders als das Urheberrecht kennt die Verordnung kein allgemeines Konzept des unwesentlichen Beiwerks; höchstgerichtliche Rechtsprechung zu beiläufigen Aufnahmen fehlt bisher. Die Datenschutzbehörde ordnet Urlaubsfotos, die nicht auf die Erfassung Unbeteiligter abzielen, grundsätzlich der privaten Sphäre zu. Für Betriebe ist die Unterscheidung praktisch bedeutsam, sobald solche Geräte im Dienst getragen werden – etwa bei Objektbegehungen, Bestandsaufnahmen oder in der Bauüberwachung. Dort greift die private Ausnahme von vornherein nicht, und es braucht Rechtsgrundlage, Information der Betroffenen und eine klare Dienstanweisung.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 09:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338679/smartglasses-und-datenschutz-was-gilt-zuhause-und-was-am-strand?ref=rss>

Dienstradleasing: wie die Gehaltsumwandlung steuerlich funktioniert

Ein Anbieter erläutert das Modell des Dienstrads, das seit 2023 in Österreich rechtlich abgesichert ist. Beschäftigte leasen über den Arbeitgeber ein Rad und zahlen die Rate aus dem Bruttogehalt. Der Betrieb gibt den Vorsteuerabzug weiter, wodurch die Umsatzsteuer entfällt; auf die vom Bruttolohn abgezogene Nettorate fällt keine Lohnsteuer an, und weil sie die Bemessungsgrundlage mindert, sinken auch die Lohnnebenkosten des Arbeitgebers. Ein E-Bike im Wert von 5.000 Euro kostet vor der Gehaltsumwandlung rund 120 Euro Leasingrate im Monat, danach noch etwa 60 Euro. Eine dienstliche Nutzung ist nicht erforderlich.

Die Grenze des Modells liegt im Kollektivvertrag: Nach Abzug der Leasingrate darf das Entgelt den kollektivvertraglichen Mindestlohn nicht unterschreiten. In Branchen, in denen weitgehend nach Kollektivvertrag bezahlt wird, scheidet das Angebot damit aus. Wer es einführen will, sollte den bürokratischen Aufwand in Personalverrechnung und Buchhaltung vorab klären – genau daran ist die Verbreitung in kleineren Betrieben bisher gescheitert.

Quellen:

  • Die Presse, 08.09.2026 20:11 – <https://www.diepresse.com/41168650/guenstiges-leasing-von-e-bikes-fuer-unternehmen-es-ist-eine-win-win-situation>

Lohnsteuernachzahlungen nach Prüfungen bei Bildungsdirektionen

Nach Finanzprüfungen müssen Bildungsdirektionen Lohnsteuer nachzahlen; Kärnten und die Steiermark haben bereits 8,7 Millionen Euro an das Finanzministerium überwiesen. Offen ist, ob betroffene Lehrer Beträge für Überstunden zurückzahlen müssen.

Der Vorgang steht beispielhaft für ein Risiko, das jeden Arbeitgeber trifft: Die begünstigte Abrechnung von Überstundenzuschlägen hält einer Prüfung nur stand, wenn die tatsächliche Leistung nachweisbar ist. Nachforderungen richten sich zunächst gegen den Arbeitgeber, unabhängig davon, wie sie später gegenüber den Beschäftigten geltend gemacht werden.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 09.09.2026 05:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41244510/muessen-tausende-lehrer-in-oesterreich-geld-fuer-ueberstunden>

ÖVP bringt Streichung der ORF-Haushaltsabgabe ins Spiel

Drei Jahre nach der Umstellung auf den ORF-Beitrag legt die ÖVP ein Positionspapier vor, das zwei Wege nennt: entweder eine betragsmäßige Anpassung der Haushaltsabgabe an einen enger gefassten Auftrag oder deren Streichung zugunsten einer budgetfinanzierten Lösung nach norwegischem oder schwedischem Vorbild. Wie viel gekürzt werden soll, nennt die Partei nicht; zunächst sei eine interne Bewertung des Sparpotenzials nötig. Vorgesehen sind außerdem ein verkleinerter Stiftungsrat, ein Aufsichtsrat und ein von diesem bestellter Vorstand sowie verbindliche Gehaltsobergrenzen und ein Ende von Sonderpensionen und Sonderverträgen. Das von der SPÖ geführte Medienministerium nennt die Vorstellungen unausgegoren und hält eine Abschaffung des Beitrags für nicht sinnvoll. Die FPÖ hat ein Volksbegehren angekündigt, das die Abschaffung verlangt.

Für die Kostenrechnung von Betrieben und Liegenschaften ist die Frage nicht akademisch: Der Beitrag wird derzeit als eigene Abgabe eingehoben, eine Umstellung auf Budgetfinanzierung würde ihn dort entfallen lassen und über das Steueraufkommen abbilden. Vor Donnerstag und Freitag, wenn das Medienministerium zu einem Zukunftsforum lädt, ist mit einer Festlegung nicht zu rechnen.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 14:14 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338941/oevp-schlaegt-vor-orf-beitrag-zu-streichen-und-orf-aus-staatsbudget-zu-finanzieren?ref=rss>
  • ORF.at, 08.09.2026 17:02 – <https://orf.at/stories/3441576/>
  • Kurier, 08.09.2026 20:45 – <https://kurier.at/kultur/medien/oevp-finanzierung-orf-bundesbudget-zukunftsforum/403189457>

Energie & Bau

Gaspreise 15 Prozent über dem Jännerwert, große Unterschiede nach Bundesland

Vor der Heizsaison liegen die Preise für das jeweils günstigste Gasangebot Ende August rund 15 Prozent über dem Niveau vom Jänner. Ein Vergleich der Standardtarife der Landesversorger mit dem jeweils günstigsten Alternativangebot zeigt ein deutliches Gefälle zwischen den Bundesländern: Ein Jahresverbrauch von 12.000 Kilowattstunden kostet beim Landesversorger in Vorarlberg 1.345 Euro, in Niederösterreich 1.918 Euro – ein Unterschied von 573 Euro. In Vorarlberg ist derzeit kein verfügbares Alternativangebot günstiger als der Tarif des Landesversorgers; die günstigste Alternative liegt sogar um bis zu 100 Euro darüber.

Damit setzt sich fort, was schon die Notierungen an der Börse zeigen: Der Aufwärtsdruck bleibt, und der Wohnort entscheidet stärker über die Gasrechnung als der Anbieterwechsel. Für die Betriebskostenvorschreibung der kommenden Heizperiode heißt das, dass ein Vergleich vor Beginn der Heizsaison sinnvoll bleibt, das Einsparpotenzial aber regional stark schwankt und in einzelnen Bundesländern derzeit gar nicht besteht.

Quellen:

  • ORF.at, 09.09.2026 06:27 – <https://vorarlberg.orf.at/stories/3370296/>

25 Jahre Strommarktliberalisierung: Studie und Kritik gehen auseinander

Zum 25. Jahrestag der Öffnung des Strommarkts liegen zwei gegenläufige Darstellungen vor. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, die freie Anbieterwahl habe zu um 16,3 Prozent günstigeren Strompreisen geführt und die Haushalte damit um 12,7 Milliarden Euro entlastet.

Abweichung zwischen den Medien: Die Presse hält dem entgegen, dass Haushalte und Unternehmen heute nicht weniger für Strom bezahlen als vor der Marktöffnung, und führt das auf die staatlichen Anteile am Strompreis zurück.

Auflösen lässt sich der Widerspruch nur mit der Bezugsgröße: Die Studie vergleicht gegen einen Verlauf ohne Liberalisierung, die Kritik gegen den tatsächlichen Preis von damals. Für die Betriebskostenrechnung ist ohnedies der Endpreis maßgeblich, und der besteht heute zu einem erheblichen Teil aus Netzentgelten, Abgaben und Steuern, die dem Wettbewerb entzogen sind.

Quellen:

  • Kurier, 08.09.2026 12:31 – <https://kurier.at/wirtschaft/liberalisierung-strom-markt-haushalte-entlastung/403189345>
  • Die Presse, 08.09.2026 13:15 – <https://www.diepresse.com/41242521/strompreis-der-staat-frisst-die-gewinne-der-liberalisierung>

Kupfer auf Allzeithoch – ein neuer Treiber der Baukosten

Kupfer hat am Dienstag mit 14.779 Dollar je Tonne ein Rekordhoch erreicht und ist damit heuer um 18 Prozent teurer geworden. Hauptgrund ist der Angebotsrückgang in Chile, dem mit 23 Prozent Marktanteil größten Produzenten, wo die Förderung im Juli um 9,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückging. Dazu kommen Vorratskäufe der USA vor drohenden Zollerhöhungen, die mit 495.624 Tonnen ein Rekordniveau erreichten und das Angebot außerhalb der USA zusätzlich verknappen. Für 2026 rechnet die Internationale Studiengruppe Kupfer mit einem Angebotsdefizit von etwa 150.000 Tonnen, J.P. Morgan mit 330.000 Tonnen. Da neue Minen Jahre bis zur Inbetriebnahme brauchen, dürfte die Lücke vorerst wachsen.

Analysten sehen darin keine Spekulation, sondern eine strukturelle Knappheit: Stromnetze, Elektrofahrzeuge, Photovoltaik und Rechenzentren brauchen das Metall, und einen Ersatz gibt es nicht. Für Bauvorhaben schlägt das über Leitungen, Elektroinstallation, Dachdeckung und Gebäudetechnik durch. Wo Angebote für elektrotechnische Gewerke länger als üblich gültig bleiben sollen, ist mit Preisgleitklauseln oder kurzen Bindungsfristen zu rechnen. Bemerkenswert ist der Hinweis, dass der Preisanstieg bei Rohstoffen auch in die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag einfließen dürfte; erwartet wird eine Anhebung des Einlagenzinses um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 14:14 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338876/nachfrage-hoch-angebot-knapp-kupfer-auf-allzeithoch?ref=rss>

Neues Umspannwerk für die Region Murau soll Einspeisekapazität schaffen

In der Region Murau entsteht für 13 Millionen Euro ein neues Umspannwerk. Durch die vergrößerten Kapazitäten sollen zehntausende neue Photovoltaikanlagen ins Netz einspeisen können. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.

Damit wird sichtbar, woran Photovoltaikprojekte derzeit häufiger scheitern als an der Genehmigung: an der verfügbaren Einspeiseleistung im Verteilnetz. Wer im Bezirk eine Anlage plant, sollte die Netzverträglichkeitsprüfung früh anstoßen und den Zeitplan mit der Fertigstellung des Umspannwerks abgleichen.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 13:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41238517/13-millionen-euro-fliessen-in-neues-umspannwerk-fuer-region-murau>

Energie Steiermark stellt ihre Lade-App ein

Nach Problemen mit der Lade-App elinx für Elektrofahrzeuge stellt die Energie Steiermark das Service ein; Verträge wurden gekündigt.

Wo Ladepunkte in Wohnanlagen oder auf Betriebsgeländen über diese Anwendung abgerechnet wurden, ist rechtzeitig ein Ersatz zu organisieren. Bei Gemeinschaftsanlagen betrifft das auch die verbrauchsabhängige Zuordnung der Stromkosten, für die eine Alternative gefunden werden muss.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 08.09.2026 13:49 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41243842/energie-steiermark-zieht-bei-lade-app-elinx-den-stecker>

Angriffe auf das deutsche Stromnetz: Verdächtiger festgenommen

Der 48-Jährige, nach dem wegen der Sabotageserie an deutschen Hochspannungsleitungen gefahndet wurde, ist am Dienstag in der Nähe des Hambacher Forsts festgenommen worden, an einer Autobahntankstelle bei Weisweiler. Er leistete keinen Widerstand; an seinem Zelt wurden weitere Sprengsätze gefunden, die entschärft werden. Als Beweggrund soll er den Klimaschutz und den Kampf gegen fossile Energieträger angegeben haben; die Anschläge richteten sich gegen Anlagen im Umfeld der Braunkohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Bei dem am Montag entdeckten Versuch in Weisweiler entstanden keine Schäden.

Damit ist die Serie vorerst beendet, ohne dass es in Deutschland zu Stromausfällen gekommen wäre. Die Lehre für die eigene Vorsorge bleibt unverändert: Gezielte Angriffe treffen einzelne Anlagen der Übertragungsebene, nicht die Versorgung im Ganzen, und die angenommene Ausfalldauer ist die entscheidende Größe für die Auslegung einer Notstromversorgung.

Quellen:

  • Der Standard, 08.09.2026 12:31 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338908/strom-sabotage-deutsche-polizei-findet-weiteres-bekennerschreiben?ref=rss>
  • Kurier, 08.09.2026 14:13 – <https://kurier.at/politik/ausland/strom-sabotage-deutsche-polizei-nimmt-verdaechtigen-fest/403189383>
  • Oberoesterreichische Nachrichten, 08.09.2026 18:33 – <https://www.nachrichten.at/politik/aussenpolitik/stromsabotage-verdaechtiger-gefasst;art391,4210011#ref=rss>

 

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