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GEVEST-Pressespiegel vom 11.9.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins am Donnerstag um einen Viertelprozentpunkt auf 2,5 Prozent angehoben; es ist die zweite Anhebung des Jahres, ein weiterer Schritt im Dezember gilt als wahrscheinlich. Getrieben wird die Teuerung von den Energiepreisen: Rohöl der Sorte Brent kostet mit 108,68 Dollar je Fass so viel wie zuletzt Mitte Mai, Diesel liegt an den heimischen Tankstellen bei 2,168 Euro je Liter, und der frühere Chef der E-Control rechnet mit weiteren 20 bis 30 Prozent Aufschlag bei den Energiepreisen. Im Verfahren um die Immobilienverkäufe des Österreichischen Integrationsfonds sind vier Jahre Haft für den früheren Geschäftsführer verhängt worden; die Urteile sind nicht rechtskräftig. Eine Berechnung des Instituts für Höhere Studien beziffert die Wirkung der staatlichen Preiseingriffe auf die heurige Inflationsrate mit minus 0,3 Prozentpunkten. Und in Oberösterreich steht die Besetzung der Spitze der größten landeseigenen Wohnbaugenossenschaft unter Beschuss.

Immobilien & Wohnrecht

Integrationsfonds: vier Jahre Haft für den früheren Geschäftsführer

Am Straflandesgericht Wien hat ein Schöffensenat am Donnerstag nach mehr als zwei Jahren Verhandlung über die Immobilienverkäufe des Österreichischen Integrationsfonds entschieden. Der frühere Geschäftsführer und ein weiterer Angeklagter fassten je vier Jahre Freiheitsstrafe aus, ein dritter zweieinhalb Jahre; zwei Angeklagte wurden freigesprochen, darunter ein damaliger Mitarbeiter des Innenministeriums. Angeklagt waren fünf Personen und zwei Verbände wegen Untreue beziehungsweise Anstiftung und Beteiligung daran. Der Fonds hatte sich als Privatbeteiligter dem Verfahren angeschlossen und rund 13,3 Millionen Euro geltend gemacht. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, der Verteidiger des Erstangeklagten hat Nichtigkeitsbeschwerde angekündigt.

Für Organe öffentlicher und gemeinnütziger Rechtsträger liegt der lehrreiche Teil in der Beweisführung. Die Anklage stützte sich darauf, dass Gutachten gesteuert erstellt und Scheinangebote organisiert worden seien, um dem Kuratorium falsche Wertverhältnisse zu vermitteln; unter anderem seien einzelne desolate Wohnungen als repräsentativ für den gesamten Bestand präsentiert worden. Erhebliches Gewicht hatten die Bewertungsgutachten: Ein Sachverständiger musste seine Ergebnisse zu zwei 2008 verkauften Wohnhäusern neu berechnen, weil er die Mietzinsobergrenze des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes von damals 3,02 Euro je Quadratmeter zunächst nicht berücksichtigt hatte. Wer Liegenschaften ohne Marktverfahren veräußert, braucht daher ein Gutachten, das die ertragsmindernden gesetzlichen Bindungen abbildet, und eine Dokumentation, die die Auswahl der Vergleichsobjekte nachvollziehbar macht.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 15:53 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339180/v-in-der-causa-integrationsfonds?ref=rss>
  • ORF.at, 10.09.2026 16:36 – <https://orf.at/stories/3441789/>

Oberösterreich: Streit um die Spitze der landeseigenen Wohnbaugenossenschaft

Bei der Landeswohnungsgenossenschaft Lawog mit mehr als 20.000 verwalteten Wohnungen und einem Jahresumsatz jenseits von hundert Millionen Euro läuft die Bewerbungsphase für die Geschäftsführung, weil der bisherige Chef abtritt. Als Kandidat gilt der Büroleiter des Wohnbaulandesrats, der seit 2025 zugleich im Aufsichtsrat der Genossenschaft sitzt. Der Revisionsverband, der die Gemeinnützigen prüft, sieht darin einen massiven Interessenkonflikt, der widerrechtlich sein könnte und einer rechtlichen Überprüfung bedarf: Derselbe Mann arbeitet in jener Landesbehörde, die die gemeinnützigen Bauvereinigungen kontrolliert und für die Wohnbauförderung zuständig ist. Ein Gutachten, das die Bedenken ausräumen soll, wird unter Verschluss gehalten; bei der Staatsanwaltschaft Linz ist zudem eine anonyme Anzeige eingegangen. Der Wohnminister bringt deshalb eine Gesetzesänderung ins Spiel. Die Landes-Holding, die das Auswahlverfahren führt, erklärt, mögliche Interessenkonflikte würden vorab geprüft und bewertet.

Für gemeinnützige Bauvereinigungen ist das mehr als eine Personalfrage. Die Branche unterliegt strengen Compliance- und Zuverlässigkeitsvorschriften, und Doppelfunktionen zwischen Aufsichtsbehörde und beaufsichtigtem Unternehmen sind der Punkt, an dem der Revisionsverband ansetzt. Wer Organmandate besetzt, sollte die Unvereinbarkeit vorab dokumentiert prüfen; eine angekündigte Novelle könnte die Anforderungen zusätzlich verschärfen.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 14:32 – <https://www.derstandard.at/story/3000000334923/haimbuchners-grosser-plan-ein-fpoe-postengeschachere-in-vier-akten?ref=rss>

Eigentumswohnungen: 6.400 Euro in Innsbruck, 2.800 Euro in St. Pölten

Zum Preisvergleich der Landeshauptstädte liegen nun die Werte für alle Standorte vor. Nach einer Auswertung des Maklerverbunds Raiffeisen Immobilien kostete der Quadratmeter im ersten Halbjahr 2026 in Innsbruck im Durchschnitt 6.400 Euro, in Wien und Salzburg je 5.500 Euro, in Bregenz 5.200 Euro, in Linz 4.200 Euro, in Klagenfurt 3.900 Euro, in Graz 3.600 Euro, in Eisenstadt 3.400 Euro und in St. Pölten 2.800 Euro. In Innsbruck verlangen Verkäufer für Neubauwohnungen in guter Lage bis zu 9.000 Euro und in Toplage bis zu 12.000 Euro je Quadratmeter, während gebrauchte Wohnungen je nach Lage zwischen 5.500 und 8.000 Euro kosten. Den Abstand zwischen Neubau und Bestand führt der Maklerverbund auf die stark gestiegenen Baukosten zurück und erwartet wegen des knappen Neubauangebots weitere Preissteigerungen.

Für Ankaufsentscheidungen und die Aktualisierung von Verkehrswerten bleibt damit der Standortvergleich die gewichtigere Größe: Der Abstand zwischen der teuersten und der günstigsten Landeshauptstadt ist größer als jener zwischen guten und einfachen Lagen innerhalb einer Stadt. Der Durchschnittspreis taugt allerdings nur als erste Orientierung, weil Lage, Baujahr, Zustand und Ausstattung deutlich davon abweichen lassen.

Quellen:

  • Die Presse, 10.09.2026 14:20 – <https://www.diepresse.com/41250327/eigentumswohnungen-innsbruck-bleibt-die-teuerste-landeshauptstadt>

Wirtschaft & Konjunktur

EZB hebt den Einlagenzins auf 2,5 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag ihre drei Schlüsselzinssätze um je einen Viertelprozentpunkt angehoben; Banken erhalten für Einlagen nunmehr 2,5 Prozent. Es ist nach der Pause im Juli die zweite Anhebung des Jahres. Anlass ist die Inflation im Euroraum, die sich im August von 2,9 auf 3,3 Prozent beschleunigt hat und damit so hoch liegt wie seit fast drei Jahren nicht. Die Notenbank begründet den Schritt mit dem Inflationsdruck aus dem Nahost-Konflikt und erwartet für heuer drei Prozent Teuerung, für die beiden Folgejahre 2,5 und 2,1 Prozent; die Erwartungen für 2027 und 2028 wurden gegenüber Juni leicht angehoben. Die Risiken für die Inflation sieht sie aufwärts, jene für das Wachstum abwärts gerichtet.

Für die Finanzierungsplanung zählt vor allem der weitere Pfad. Der Chefvolkswirt von Raiffeisen Research rechnet mit einer Pause im Oktober und einem weiteren Schritt im Dezember, hält aber Sätze über 2,75 Prozent im EZB-Rat für schwer durchsetzbar; an den Terminmärkten ist ein Dezember-Schritt bereits eingepreist. Die US-Notenbank entscheidet am 16. September, die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung auf 3,75 bis vier Prozent wird mit rund 60 Prozent beziffert. Variabel verzinste Kredite folgen dem Leitzins mit Verzögerung, fix verzinste bleiben bis zum Ende der Bindung unberührt; der Anteil variabler Zinssätze an den neu aufgenommenen Krediten ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Auf der Anlageseite liegen die besten Konditionen für Tages- und Festgeld bei etwa drei Prozent und damit weiterhin unter der Teuerung.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 14:20 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339129/ezb-erhoeht-wegen-hoher-inflation-heuer-zum-zweiten-mal-die-leitzinsen?ref=rss>
  • Die Presse, 10.09.2026 10:54 – <https://www.diepresse.com/41245718/die-ezb-erhoeht-ihre-zinsen-die-fed-wird-wohl-bald-folgen-was-das-fuer-anleger-und-sparer-bedeutet>
  • Kleine Zeitung, 10.09.2026 14:16 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41250292/naechste-zinserhoehung-fix-ezb-hebt-leitzins-auf-2-5-prozent-an>
  • Kurier, 10.09.2026 14:28 – <https://kurier.at/wirtschaft/leitzinsen-erhoehung-september-2026-ezb-eu/403189868>

Preiseingriffe drückten die Inflation um 0,3 Prozentpunkte

Ein Ökonom des Instituts für Höhere Studien hat die preissenkenden und preiserhöhenden Maßnahmen der öffentlichen Hand gegeneinandergerechnet. Ergebnis für das Jahr 2026: eine Absenkung der Inflationsrate um etwa 0,3 Prozentpunkte, was einer Ersparnis von rund 150 Euro je Haushalt entspricht. Auf der entlastenden Seite stehen die Senkung der Umsatzsteuer auf ausgewählte Lebensmittel seit Juli, die reduzierte Elektrizitätsabgabe für Haushalte seit Jahresbeginn, der verpflichtende Sozialtarif der Energieanbieter seit April, die nur noch in einer Minimalvariante bestehende Spritpreisbremse sowie die Begrenzung der Mieterhöhungen in einem Teil des Wohnungsmarkts. Gegenläufig wirken die Gebührenerhöhungen des Sparpakets, teurere Dokumente, die Anhebung des Wiener Jahrestickets und die ab Oktober startende Paketsteuer. Das Regierungsziel von zwei Prozent Teuerung wird heuer deutlich verfehlt; das Institut erwartet drei Prozent.

Zwei neue Preisschocks zeichnen sich ab. Die Energiepreise steigen mit dem Krieg im Iran wieder, Superbenzin kostet im Mittel 1,93 Euro je Liter und Diesel fast 2,20 Euro. Dazu kommen die Folgen der Dürre: Die Oesterreichische Nationalbank veranschlagt den Effekt auf die Inflation der kommenden zwölf Monate mit 0,1 Prozentpunkten, der IHS-Ökonom mit bis zu 0,3 Prozentpunkten. In der Koalition liegt der Plan auf dem Tisch, den Strompreis im Fall eines Anstiegs mit zehn Cent je Kilowattstunde zu deckeln; ein Gesetzesentwurf hätte seit Juni vorliegen sollen und fehlt bisher.

Das ist für die Bewirtschaftung unmittelbar von Belang, weil viele Preise und Entgelte in Österreich indexiert sind und mit der Teuerung mitsteigen. Wer Wertsicherungen vereinbart hat, sollte die Anpassungstermine und die herangezogene Indexreihe vor der Heizperiode gegenprüfen.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 17:16 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339240/die-regierung-wollte-die-inflation-mit-preiseingriffen-senken-ist-ihr-das-gelungen?ref=rss>

AMS soll künftig auch Beschäftigte vermitteln

Der Leiter des Instituts für Höhere Studien schlägt vor, dass das Arbeitsmarktservice Erwerbstätigen einmal jährlich per Newsletter passende Joboptionen übermittelt. Begründung ist der demografische Wandel: Weil die Zahl der Arbeitskräfte schrumpft, müsse die Produktivität steigen, und viele Menschen unterschätzten ihre Marktchancen. Dass ein solches staatliches Matching den Wettbewerb der Unternehmen um Arbeitskräfte verschärfen würde, bewertet er ausdrücklich positiv. Flankierend fordert er eine bessere steuerliche Berücksichtigung von Umzugskosten und eine Arbeitsmarktpolitik, die Beschäftigungsfähigkeit über das gesamte Erwerbsleben stützt. Die Gewerkschaft GPA unterstützt den Vorschlag mit dem Hinweis, dass sich damit auch der Verhandlungsspielraum der Beschäftigten im eigenen Unternehmen erhöhen würde.

Für Arbeitgeber ist genau das der Punkt: Ein regelmäßiger, staatlich versandter Marktüberblick erhöht die Wechselbereitschaft und damit den Druck auf Gehaltsgefüge und Bindungsmaßnahmen, und zwar zuerst bei jenen Qualifikationen, die ohnehin knapp sind. Umgesetzt ist davon bisher nichts; es handelt sich um einen Vorschlag.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 16:19 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339293/ihs-chef-bonin-schl228gt-ams-jobangebote-f252r-besch228ftigte-vor?ref=rss>
  • Die Presse, 10.09.2026 06:51 – <https://www.diepresse.com/41248505/ihs-chef-bonin-ams-soll-auch-beschaeftigten-jobangebote-schicken>
  • Kurier, 10.09.2026 08:32 – <https://kurier.at/politik/inland/ihs-chef-bonin-schlaegt-ams-jobangebote-fuer-beschaeftigte-vor/403189732>
  • Kleine Zeitung, 10.09.2026 17:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41251144/mehr-transparenz-ist-eine-chance-fuer-verunsicherte-arbeitnehmer>

Insolvenzentgeltfonds: nicht nur Großpleiten belasten den Fonds

Der Fonds, der offene Ansprüche von Dienstnehmern insolventer Arbeitgeber absichert, steht seit Jahren unter Druck. Als Belastung gelten nicht nur die großen Insolvenzen, sondern auch die Auszahlungen in jenen Verfahren, die mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen werden; deren Umfang wird als nicht unbeträchtlich beschrieben.

Für Betriebe ist das eine Frage der Lohnnebenkosten, weil der Zuschlag zum Insolvenz-Entgeltsicherungsbeitrag vom Finanzierungsbedarf des Fonds abhängt.

Quellen:

  • Kurier, 10.09.2026 14:12 – <https://kurier.at/wirtschaft/das-dilemma-des-insolvenzentgeltfonds-das-sagt-ein-top-experte/403189690>

Finanzierungsgesellschaft der Lilihill-Gruppe insolvent

Über die Lilihill Financial Services GmbH mit Sitz in Wien ist ein Konkursverfahren eröffnet worden. Die Gesellschaft war innerhalb der Gruppe für die Beteiligungsverwaltung und die Finanzierung der Konzernunternehmen zuständig.

Wo die Finanzierung einer Gruppe über eine eigene Gesellschaft läuft, trifft deren Ausfall auch operative Schwestergesellschaften, die auf Konzernverrechnungskonten angewiesen sind. Für Geschäftspartner lohnt in solchen Konstellationen der Blick darauf, welche Gesellschaft der Gruppe tatsächlich Vertragspartner ist.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 10.09.2026 13:14 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41248313/wiener-finanzierungsgesellschaft-der-lilihill-gruppe-ist-pleite>

Gesundheitsausgaben seit 2015 um 60 Prozent gestiegen

Der Budgetdienst des Parlaments hat die Finanzierung des Gesundheitssystems analysiert. Die Ausgaben stiegen seit 2015 um 60 Prozent auf 52,1 Milliarden Euro im Jahr 2024, während das nominelle Bruttoinlandsprodukt um 44,4 Prozent wuchs; pro Kopf sind es 5.682 Euro nach zuvor 3.778 Euro. Die öffentlichen Ausgaben wuchsen mit 64,9 Prozent auf 39,5 Milliarden Euro stärker als die privaten mit 46,3 Prozent. Am stärksten legte die spitalsambulante Versorgung zu, nämlich um 143,5 Prozent bei einem Anteil von zehn Prozent an den Gesamtausgaben; die stationäre Versorgung stieg um 53,4 Prozent, der niedergelassene Bereich um 63 Prozent. Rund die Hälfte der laufenden Ausgaben ohne Langzeitpflege entfällt auf die Sozialversicherung. Als Ursache gilt überwiegend die Demografie: 2040 wird ein Viertel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein. Die Bundesregierung will den niedergelassenen Bereich ausbauen und bis 2040 mindestens 600 Primärversorgungseinheiten einrichten.

Weil die Sozialversicherung den größten Block trägt und ihre Einnahmen aus Beiträgen auf Erwerbseinkommen stammen, entscheidet diese Entwicklung mittelfristig über die Höhe der Lohnnebenkosten.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 13:47 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339218/ausgaben-fuer-spitalsambulanzen-stiegen-seit-2015-besonders-stark-an?ref=rss>

IWF: Weltwirtschaft verkraftet den Energieschock besser als befürchtet

Der Internationale Währungsfonds erwartet für 2026 weiterhin ein globales Wachstum von etwa drei Prozent. Die Weltwirtschaft habe sich trotz des seit sechs Monaten andauernden Krieges im Nahen Osten als robust erwiesen: Einzelne Länder hätten Reserven eingesetzt, andere auf neue Energiequellen umgestellt oder die Nachfrage gedrosselt. Die globalen Inflationserwartungen seien zwar gestiegen, längerfristig aber gut verankert. Zugleich warnt der Fonds, dass der Energieschock nicht vorbei sei, der weltweite Schuldendruck zunehme und der Rückgang der Teuerung nach der Welle von 2022 ins Stocken geraten sei. Als Risiko gilt, dass viele Länder ihre Öl- und Gasreserven vor dem Winter wiederauffüllen müssen und die Nachfrage damit zusätzlich steigt.

Quellen:

  • ORF.at, 10.09.2026 21:23 – <https://orf.at/stories/3441822/>

Bargeldversorgung: Filialschließungen als größte Hürde in den Gemeinden

Eine Befragung von Bürgermeistern und Amtsträgern im Auftrag des Geldservice Austria zeichnet ein insgesamt positives Bild: Nur in 15 Prozent der Gemeinden wird die Bargeldversorgung als mangelhaft eingestuft, 78 Prozent halten Bargeld für einen wichtigen Teil ihrer Gemeinde, und 98 Prozent bezeichnen es für Vereine, Märkte und Veranstaltungen als unverzichtbar. Als größte Herausforderung gelten die Schließungen von Bankstellen: In 36 Prozent der Gemeinden gibt es keine Bankfiliale mehr, in 15 Prozent keinen Bankomaten. Die Banken haben sich mit den Gemeinden darauf verständigt, das Netz von 8.300 Geldautomaten bis 2029 aufrechtzuerhalten; wie es danach weitergeht, ist offen. 95 Prozent der befragten Gemeindevertreter sprechen sich für eine gesetzliche Sicherstellung eines flächendeckenden Bankomatnetzes aus.

Für die Standortbeurteilung ist beides von Interesse: Der Rückzug der Banken aus der Fläche verändert die Nachfrage nach Geschäftsflächen in Ortskernen, und die Erreichbarkeit von Bargeld zählt zu den Merkmalen der Nahversorgung.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 15:26 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339241/versorgung-mit-bargeld-wird-in-oesterreichs-gemeinden-schlechter?ref=rss>

Steuer- & Unternehmensrecht

Kapsch Trafficcom: Markenlizenz nur befristet halbiert

Der Vorstandsvorsitzende von Kapsch Trafficcom hat zur Kritik der Aktionäre an den Lizenzgebühren für den Familiennamen Stellung genommen. Der Markenlizenzvertrag bestehe seit 23 Jahren und stamme aus der Zeit vor dem Börsengang; ein damals eingeholtes Gutachten habe eine Bandbreite ergeben, der vereinbarte Betrag liege an deren unterer Grenze. Die Halbierung des Satzes von 0,5 auf 0,25 Prozent des Nettoumsatzes gilt nur für die Sanierungsphase bis 2028; ob sie danach bestehen bleibt, ist offen und bedarf der Zustimmung der Miteigentümer. In früheren Restrukturierungsphasen sei der Großteil der Lizenzen zwar verrechnet, aber nicht bezahlt worden. Eine Auflösung des Lizenzvertrags hätte rechtlich eine Umfirmierung zur Folge, deren Kosten und Reputationsschaden über der Gebühr lägen. Zur Lage des Konzerns nennt er für das erste Quartal einen Umsatz von 105,2 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 2,3 Millionen Euro; das Kreditvolumen sei in vier Jahren mehr als halbiert worden, weitere Deinvestitionen würden geprüft.

Für Gesellschafter-Geschäftsführer familiengeführter Unternehmen bleibt der Prüfpunkt derselbe: Entgelte an nahestehende Personen halten nur stand, wenn sie einem Fremdvergleich entsprechen und auch in angespannter Lage tatsächlich bedient werden. Eine befristete Reduktion während der Sanierung löst die Frage nur für den Zeitraum der Befristung.

Quellen:

  • Die Presse, 10.09.2026 16:27 – <https://www.diepresse.com/41250087/georg-kapsch-zum-streit-um-namensrechte-wir-haben-immer-in-die-marke-investiert>

Milliardenklage um Strabag-Anteile: parlamentarische Anfrage eingebracht

Die Raiffeisenbank International klagt beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien 3,15 Milliarden Euro von der russischen Strabag-Miteigentümerin Rasperia ein. Vorausgegangen war ein Moskauer Urteil, das den Russen 2,4 Milliarden Euro Schadenersatz zusprach; der Betrag wurde dem Institut direkt vom Konto bei der russischen Zentralbank abgezogen. Weil sich die beklagte Seite voraussichtlich nicht wehrt, gilt ein Versäumungsurteil in den kommenden Wochen als wahrscheinlich; auf dessen Grundlage könnten die sanktionierten Strabag-Aktien freigegeben und verwertet werden, was die EU-Sanktionsvorschriften zulassen. Die Grünen haben dazu eine parlamentarische Anfrage an den Finanzminister eingebracht, orten ein „abgekartetes Spiel" und fragen, ob die österreichische Rechtsordnung zum Schlupfloch des europäischen Sanktionsregimes werde. Die Bank bestreitet jede Vereinbarung mit der Gegenseite und verweist darauf, dass sie den in Russland erlittenen Schaden ausgleiche.

Für die Bauwirtschaft ist der Ausgang deshalb von Belang, weil er über die Eigentümerstruktur eines der größten heimischen Baukonzerne mitentscheidet. Darüber hinaus zeigt der Fall, dass ein Versäumungsurteil als Exekutionstitel auch dort Wirkung entfaltet, wo Vermögen sanktionsbedingt eingefroren ist.

Quellen:

  • Der Standard, 10.09.2026 16:38 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339237/rbi-klage-gegen-russen-gruene-orten-abgekartetes-spiel-und-stellen-fragen-an-finanzministerium?ref=rss>

ORF-Finanzierung: Volkspartei will die Haushaltsabgabe wieder abschaffen

In die Debatte über die künftige Finanzierung des ORF kommt Bewegung aus der Kanzlerpartei: Der oberösterreichische Landeshauptmann bezeichnet die Abschaffung der Haushaltsabgabe, die seine Partei vor drei Jahren selbst eingeführt hat, als Vorschlag in der nun beginnenden Reformdiskussion; an ihre Stelle träte eine Finanzierung aus dem Budget. Festgelegt ist damit nichts, er verlangt eine offene Debatte über alle vorliegenden Ideen und bekennt sich zum Bestand eines öffentlich-rechtlichen Angebots.

Für Betriebe ist das keine medienpolitische, sondern eine abgabenrechtliche Frage, weil der Beitrag derzeit je Standort vorgeschrieben wird. Eine Budgetfinanzierung würde diese Position ersatzlos beseitigen, während ein gewinnabhängiges Modell ertragsstarke Kapitalgesellschaften deutlich stärker belasten würde.

Quellen:

  • ORF.at, 10.09.2026 19:00 – <https://ooe.orf.at/stories/3370612/>

Energie & Bau

Öl über 108 Dollar, Diesel bei 2,168 Euro – und kein Ende in Sicht

Der Ölpreis ist am Freitag weiter gestiegen: Ein Fass Brent kostete um ein Prozent mehr und damit 108,68 Dollar, US-Leichtöl WTI 103,45 Dollar. Beide Sorten steuerten auf einen Wochengewinn von fast 13 Prozent zu und lagen erstmals seit Mitte Mai über der Marke von 100 Dollar. Auslöser sind die Angriffe entlang wichtiger Schifffahrtsrouten: Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen übernahmen die Kontrolle über den jemenitischen Hafen Mocha, und die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus haben zugenommen. Die OPEC senkte ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage 2026, ihre Förderung fiel im August. In den USA überschritt der Durchschnittspreis für Diesel erstmals sechs Dollar je Gallone; an den heimischen Tankstellen kostet Diesel 2,168 Euro je Liter, nach weniger als 1,70 Euro zu Ferienbeginn.

Der frühere Chef der Regulierungsbehörde E-Control erwartet, dass die Energiepreise noch um 20 bis 30 Prozent steigen; Literpreise von mehr als zwei Euro bei Benzin und 2,50 Euro bei Diesel würden ihn nicht überraschen. Die Sorge um die Verfügbarkeit hält er dagegen für übertrieben: Europa kaufe weniger Öl als vielmehr fertige Produkte, und es bestehe ein Wettbewerb zwischen Asien und Europa. Eine Trendwende sieht er nicht, weil niemand mehr mit einem baldigen Ende der Nahost-Krise rechne.

Für die Bewirtschaftung heißt das, die Vorschreibungen für die kommende Heizperiode auf das erhöhte Niveau abzustimmen, statt die Differenz erst über die Jahresabrechnung sichtbar werden zu lassen. Wo Wärme über Gas erzeugt wird, schlägt der Preisanstieg zusätzlich auf den Strompreis durch.

Quellen:

  • Der Standard, 11.09.2026 06:08 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339328/oelpreis-steigt-auf-hoechsten-stand-seit-mai-sorge-vor-lieferengpaessen?ref=rss>
  • Die Presse, 11.09.2026 05:12 – <https://www.diepresse.com/41251728/energieexperte-boltz-energiepreise-werden-um-bis-zu-30-prozent-steigen>
  • Die Presse, 11.09.2026 06:02 – <https://www.diepresse.com/41249376/kostet-diesel-bald-2-50-euro-gedenken-an-9-11-eine-grazer-baeckerei-in-new-york>
  • Kleine Zeitung, 10.09.2026 22:32 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41251633/boltz-in-zib2-dieselpreis-ueber-2-5-euro-wuerde-nicht-ueberraschen>
  • Kleine Zeitung, 10.09.2026 12:57 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41249791/vor-letztem-ferienwochenende-diesel-kostet-2-168-euro-je-liter>
  • Kurier, 10.09.2026 22:33 – <https://kurier.at/wirtschaft/zib2-walter-boltz-orf-energie-strom-preise/403189928>
  • Kurier, 10.09.2026 11:22 – <https://kurier.at/wirtschaft/spritpreis-benzinpreis-dieselpreis-oesterreich-teuer-preise/403189807>

Oberösterreich: Verordnungen zu Windkraftzonen noch heuer angekündigt

Der Landeshauptmann hat zugesagt, die seit langem angekündigten Verordnungen zu den Verbots- und Beschleunigungszonen für Windkraft noch heuer zu beschließen. Die Bilanz des Ausbaus ist dürftig: In zehn Jahren kam ein einziges neues Windrad dazu, während die Steiermark bei vergleichbarer Fläche viermal so viele Anlagen und sechsmal so viel Leistung aufweist. Derzeit laufen im Land rund neun Windkraftverfahren. Parallel baut die Energie AG das Pumpspeicherkraftwerk Traunsee und erweitert das Kraftwerk Traunfall, dazu kommen laufend neue Agri-Photovoltaikanlagen privater Investoren. Das geplante Rechenzentrum von Google in Kronstorf wird im Vollausbau annähernd so viel Strom benötigen wie alle oberösterreichischen Haushalte zusammen; das Land tritt dabei nicht als Versorger auf, der Konzern muss den Strom selbst am Markt beschaffen. Die Klimastrategie des Landes ist rechtlich nicht bindend, fünf von sechs Empfehlungen des Landesrechnungshofs wurden abgelehnt.

Für Projektentwickler und Grundeigentümer ist die Zonierung die entscheidende Weichenstellung: Sie bestimmt, wo Anlagen überhaupt zulässig sind und wo Verfahren beschleunigt geführt werden. Bis zur Kundmachung bleibt die Standortsuche mit dem Risiko behaftet, dass eine Fläche in einer Verbotszone landet.

Quellen:

  • ORF.at, 10.09.2026 19:00 – <https://ooe.orf.at/stories/3370612/>

Sabotage am deutschen Stromnetz: Ermittlungen der Bundesanwaltschaft

Nach einer Serie von Angriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen wegen des Verdachts verfassungsfeindlicher Sabotage übernommen. Ein 48-Jähriger soll in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken sabotiert haben, indem er mit selbstgebauten Raketen Drähte über Hochspannungsleitungen schoss; mindestens zweimal kam es zu Kurzschlüssen, einzelne Kraftwerksblöcke wurden lahmgelegt. Schäden für die Bevölkerung entstanden nicht. In einem Wohnmobil wurde ein Notizbuch mit Hinweisen auf rund 160 mögliche Ziele gefunden, allein in Nordrhein-Westfalen wurden mehr als 40 Abschussvorrichtungen entdeckt. Die Behörde führt an, die Taten seien darauf gerichtet gewesen, großflächige Stromausfälle zu verursachen. Zum Motiv gibt es bisher keine Hinweise.

Der Fall zeigt, mit welch einfachen Mitteln die Versorgung großflächig gestört werden kann. Für Betreiber größerer Anlagen ist das ein Anlass, die Annahmen zur Ausfallsdauer in den eigenen Notfallplänen zu überprüfen.

Quellen:

  • ORF.at, 10.09.2026 19:15 – <https://orf.at/stories/3441810/>
  • Kleine Zeitung, 10.09.2026 17:35 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41251356/deutsche-bundesanwaltschaft-ermittelt-zu-strom-sabotage>

Studie: Elektroautos in vielen Segmenten bereits günstiger

Nach einer Untersuchung des International Council on Clean Transportation liegen die Gesamtkosten von Elektroautos in vielen Fahrzeugklassen bereits unter jenen von Benzin- und Dieselfahrzeugen. Ausschlaggebend sind sinkende Batteriepreise sowie niedrigere Energie- und Wartungskosten; die Betriebskosten liegen im Schnitt um etwa ein Drittel niedriger. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden in Österreich 47.133 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, um 49 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen acht Jahre; im zweiten Quartal entfielen 37 Prozent der Neuzulassungen auf private Käufer. Auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen österreichweit acht Elektroautos, in Tirol und Salzburg rund fünf.

Für Betriebe mit eigenem Fuhrpark ist die Kostenrechnung damit neu zu stellen. Mit dem wachsenden Bestand steigt zugleich die Nachfrage nach Lademöglichkeiten an Wohn- und Betriebsstandorten, die bei Sanierungen mitgeplant werden will.

Quellen:

  • ORF.at, 11.09.2026 06:09 – <https://tirol.orf.at/stories/3370626/>

 

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15.03.2023

Entscheidung

ob monatliche oder vierteljährliche UVA

07.03.2023
28.02.2023

Jahreslohnzettel

Meldungen für den Sonderausgabenabzug von Spenden des Jahres 2022

07.03.2023
15.02.2023

Registrierkassen

Jahresendbeleg

07.03.2023
Samstag 24.12.2022 bis Sonntag 08.01.2023

Geschlossene Tage der Kanzlei

Wir möchten Sie darüber informieren, dass unsere Kanzlei im folgenden Zeitraum geschlossen sein wird.

07.03.2023