GEVEST-Pressespiegel vom 12.9.2026
Das Wichtigste in Kürze
Die Oesterreichische Nationalbank hat ihre Konjunkturprognose vorgelegt: 0,5 Prozent Wachstum heuer, 1,3 Prozent im kommenden Jahr, drei Prozent Inflation. Selbst im ungünstigsten Szenario mit weit höheren Öl- und Gaspreisen bliebe Österreich knapp an einer Rezession vorbei, allerdings um den Preis einer Teuerung von 5,6 Prozent. Vor der Heizperiode verdichten sich die Anzeichen für einen teuren Winter: Erdgas notiert nahe einem Dreijahreshoch, und mit der Meerenge Bab al-Mandab gerät ein zweiter Seeweg unter Druck. Zugleich zeigen neue Verkaufszahlen der Heizungsbranche, dass die Umstellung auf erneuerbare Wärme ins Stocken geraten ist: Ölkessel legten zu, Wärmepumpen brachen um mehr als ein Viertel ein. Und ein Grazer Anlagenbauer mit 180 Beschäftigten hat zum zweiten Mal binnen vier Jahren ein Sanierungsverfahren beantragt.
Immobilien & Wohnrecht
Graz: Verzicht auf das Vorkaufsrecht macht den Weg zur Wohnbauwidmung frei
Der Grazer Stadtsenat hat am Freitag beschlossen, die angebotenen 8.200 Quadratmeter des früheren Pammerbad-Areals nicht anzukaufen. Die Fläche war nach dem Aus der Freizeitanlage im Jahr 2004 als Vorbehaltsfläche mit öffentlichem Interesse für ein Bad gewidmet worden, woraus der Stadt ein Vorkaufsrecht erwuchs. Greift die Gemeinde binnen eines Jahres nicht zu, kann die Eigentümerin anderweitig verkaufen; die Ausweisung als Vorbehaltsfläche ist dann durch Änderung des Flächenwidmungsplans aufzuheben. Als nächsten Schritt soll der Gemeinderat das Areal als Aufschließungsgebiet für Allgemeines Wohngebiet mit einer Bebauungsdichte von 0,3 bis 0,6 widmen, womit zwei- bis dreigeschossiger Wohnbau möglich wird.
Für Grundeigentümer und Projektentwickler ist der Ablauf die eigentliche Nachricht: Eine Vorbehaltsfläche bindet das Grundstück nur so lange, wie die Gemeinde das Anbot auch annimmt. Das Kaufanbot an die Gemeinde setzt die Frist in Gang, nach deren Ablauf die Widmungsbeschränkung fällt – ein Hebel, der sich bei Liegenschaften mit vergleichbarer Widmung planen lässt.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 12.09.2026 05:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41251169/stadt-macht-weg-fuer-wohnbau-auf-einstigem-pammerbad-areal-frei>
Alt-Erlaa: thermische Sanierung von 3.182 Wohnungen bis Ende 2028
Zum fünfzigjährigen Bestehen des Wohnparks Alt-Erlaa in Wien-Liesing läuft eine umfassende thermische Sanierung der 3.182 Wohnungen in den Blöcken A, B und C. Ausgetauscht werden rund 24.000 Fenster sowie Terrassen- und Loggiatüren, erneuert werden Fassaden und Dämmungen auf einer Sanierungsfläche von etwa 103.000 Quadratmetern. Zusätzlich werden 780 Tiefensonden errichtet; der Heizwärmebedarf soll dadurch um die Hälfte sinken. Die Fertigstellung ist bis Ende 2028 vorgesehen. In der Anlage leben rund 9.000 Menschen.
Das Vorhaben ist ein brauchbarer Maßstab für die Größenordnung, in der sich Dekarbonisierung im großvolumigen Bestand bewegt: Fenstertausch, Fassadendämmung und Umstellung der Wärmeversorgung greifen ineinander und binden den Bestand über mehrere Jahre. Wer eine vergleichbare Sanierung plant, rechnet die Bauzeit und die Belastung der laufenden Bewirtschaftung besser von Beginn an in die Finanzierung ein.
Quellen:
- ORF.at, 11.09.2026 19:56 – <https://wien.orf.at/stories/3370802/>
Lärmmessung der Baupolizei: Widmungsbasispegel ganztags überschritten
Eine Wiener Hausverwaltung hat im dritten Bezirk durchgesetzt, was Anrainer zuvor nicht erreichten. Nachdem sie sich im Mai bei der Baupolizei MA 37 über eine deutliche Lärmbelastung beschwert hatte, beauftragte diese das Umweltamt MA 22 mit einer Messung. Das Ergebnis: Durch die Störgeräusche wird der Widmungsbasispegel gemäß ÖNORM ganztags überschritten. Der Gesundheitsdienst der Stadt stellte daraufhin eine gesundheitlich relevante Lärmbelastung und eine Gesundheitsgefährdung für die betroffenen Anrainer fest. Als Quelle wurden zwei Dachventilatoren auf dem Gebäude der russischen Botschaft ermittelt. Weil Botschaftsgebäude zwar nicht immun, aber unverletzlich sind, können die Behörden die Behebung nur auf diplomatischem Weg verlangen; das Außenministerium ist am Zug.
Für Hausverwaltungen ist der Weg über MA 37 und MA 22 der praktisch verwertbare Teil. Der Widmungsbasispegel nach ÖNORM ist der Maßstab, an dem Dauergeräusche aus haustechnischen Anlagen – Klimageräte, Dachventilatoren, Wärmepumpen – gemessen werden, und eine behördliche Messung samt Stellungnahme des Gesundheitsdienstes ist die Grundlage, auf der sich Abhilfe durchsetzen lässt. Dass hier ausgerechnet die Unverletzlichkeit der Botschaft die Vollstreckung verhindert, ist der Ausnahmefall.
Quellen:
- ORF.at, 11.09.2026 19:04 – <https://wien.orf.at/stories/3370754/>
Wirtschaft & Konjunktur
Nationalbank: 0,5 Prozent Wachstum heuer, 1,3 Prozent im kommenden Jahr
Die Oesterreichische Nationalbank erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte weniger als in ihrer Juni-Prognose. Für 2027 hob sie die Erwartung dagegen um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent an, für 2028 bleibt es bei 1,2 Prozent. Die Inflation soll heuer bei drei Prozent liegen und danach auf 2,3 und 2,2 Prozent zurückgehen; die Energieinflation sinkt den Erwartungen zufolge von 6,5 Prozent heuer auf 1,0 Prozent im kommenden Jahr, sobald der Basiseffekt des Energiepreisschocks ausläuft. Für den Arbeitsmarkt wird eine Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent heuer und ein Rückgang auf 7,3 und 7,1 Prozent in den Folgejahren veranschlagt. Begründet wird der freundlichere Ausblick mit dem besser als erwartet laufenden Welthandel, verbesserter Auftragslage in der Industrie und gestiegenen Exporten im ersten Halbjahr.
Wegen der Unsicherheit über den Kriegsverlauf am Persischen Golf hat die Notenbank Szenarien gerechnet. Im ungünstigsten Fall liegen der Ölpreis um 75 Prozent, der Gaspreis um 100 Prozent und die Nahrungsmittelpreise um 20 Prozent über dem Basisszenario; das Wachstum sänke auf 0,3 Prozent, die Inflation spränge auf 5,6 Prozent – eine Stagflation, aber keine Rezession. Im günstigen Fall läge die Teuerung bei 1,7 Prozent. Einzuordnen ist auch der schwache Wert des zweiten Quartals, in dem die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent sank und Österreich damit das Schlusslicht unter den 27 EU-Staaten bildete. Wifo und Statistik Austria verweisen hier auf einen Sondereffekt: Weil bezahlte Gütersteuern im Bruttoinlandsprodukt nicht herausgerechnet werden, hat die gesenkte Mineralölsteuer den Wert nach unten gezogen. Die Wertschöpfung ohne diese Steuereffekte war leicht positiv.
Für die betriebliche Planung sind zwei Zahlen brauchbar. Erstens der Inflationspfad: Wer Wertsicherungen oder Indexklauseln vereinbart hat, kalkuliert heuer mit rund drei Prozent und erst ab dem übernächsten Jahr mit einer Annäherung an zwei Prozent. Zweitens die Bandbreite der Szenarien, die zeigt, dass die Energiepreise derzeit die einzige wirklich große Unbekannte sind.
Abweichung zwischen den Medien: Wifo und IHS lagen in ihrer Juni-Prognose mit 0,9 beziehungsweise 0,8 Prozent deutlich über der Nationalbank; das Wifo rechnet weiterhin eher mit 0,8 bis 0,9 Prozent für heuer. Die nächste Prognose der beiden Institute ist für Mitte Oktober angekündigt.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 10:10 – <https://www.diepresse.com/41251681/oenb-prognose-bald-koennte-die-lang-ersehnte-erholung-eintreten>
- Der Standard, 11.09.2026 19:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339427/oesterreich-ist-schlusslicht-beim-wachstum-sieht-es-wirklich-so-schlecht-aus?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 09:46 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41252143/daempfer-fuer-wirtschaft-nationalbank-senkt-prognosen-wieder>
- Kurier, 11.09.2026 15:25 – <https://kurier.at/wirtschaft/oenb-prognosen-bip-inflation/403190012>
Zinsausblick: Lagarde stellt mittelfristig sinkende Raten in Aussicht
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank hat den weiteren Pfad umrissen: Nach den aktuellen Prognosen steigt die Inflation bis Ende 2026 weiter, sie werde „schlimmer, bevor sie besser wird“, danach aber besser. Für heuer erwartet die Notenbank drei Prozent, für die beiden Folgejahre 2,5 und 2,1 Prozent; das Ziel von zwei Prozent wird damit auch 2028 verfehlt. Im August lag die Teuerung im Euroraum bei 3,3 Prozent. In den Vereinigten Staaten stabilisierte sich die Inflationsrate im August bei 3,4 Prozent, die Kernrate bei 2,4 Prozent – beide Werte wie erwartet. Die US-Notenbank entscheidet kommende Woche; am Markt gilt eine Anhebung der Zinsspanne als wahrscheinlich, Ökonomen sehen sie noch nicht als ausgemacht.
Die Wiener Börse ließ sich davon nicht beeindrucken: Der ATX erreichte am Freitag mit gut 6.914 Punkten ein Rekordhoch und schloss bei 6.885,23 Punkten um 0,22 Prozent im Plus. Brent notierte bei rund 105 Dollar je Fass, nachdem der Preis am Freitagfrüh nach Angriffen auf Schifffahrtsrouten im Nahen Osten zeitweise auf fast 110 Dollar geklettert war. Dass die Ölpreise über die ganze Futures-Kurve hinweg zulegten, wird als Hinweis darauf gelesen, dass Investoren mit einer länger anhaltenden Phase hoher Energiepreise rechnen.
Für die Finanzierungsplanung bedeutet der Ausblick, dass die Entlastung bei variabel verzinsten Krediten frühestens mit der Trendwende bei den Energiepreisen einsetzt. Wer in den kommenden Monaten Bindungen verlängert, kalkuliert besser mit einem Niveau, das über dem der vergangenen beiden Jahre liegt.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 12:14 – <https://www.diepresse.com/41253040/ezb-chefin-lagarde-inflation-wird-schlimmer-bevor-sie-besser-wird>
- Die Presse, 11.09.2026 19:26 – <https://www.diepresse.com/41254615/atx-trotzt-hohen-oelpreisen-mit-rekordhoch>
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 15:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41253869/us-inflationsrate-stabilisiert-sich-auf-hohem-niveau>
Bonus-Malus-System für die Beschäftigung Älterer gefordert
Die Präsidentinnen von Seniorenbund und Pensionistenverband haben gemeinsam mit der Vorsitzenden der Alterssicherungskommission ein Bonus-Malus-System vorgeschlagen: Unternehmen, die überdurchschnittlich viele ältere Menschen beschäftigen, sollen belohnt werden, bei zu geringer Beschäftigung dieser Altersgruppe drohen Abschläge. Als technische Umsetzung nennt die Wifo-Ökonomin eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für alle Angestellten jener Betriebe, die besonders viele über 60-Jährige beschäftigen, und eine Anhebung im umgekehrten Fall; nötig wäre eine Übergangsphase von drei bis fünf Jahren. Ein ausgearbeiteter Plan soll gemeinsam mit dem Wifo noch vor Jahresende vorliegen. An die Regierungsparteien ist die Forderung bisher nicht herangetragen worden. Zum Hintergrund: Rund ein Fünftel aller Arbeitslosen in Österreich ist über 55 Jahre alt, im August stieg die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer bei den über 50-Jährigen um 6,4 Prozent.
Genau hier liegt die Bedeutung für die Praxis: Der Vorschlag würde die Lohnnebenkosten an die Altersstruktur der Belegschaft koppeln. Industriellenvereinigung, Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer lehnen ihn als zusätzliche Bürokratie und Pönalisierung ab und verweisen darauf, dass die Zahl der beschäftigten Frauen zwischen 60 und 64 Jahren durch die schrittweise Anhebung des Antrittsalters um 52.000 gestiegen sei. Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund unterstützen die Forderung und wollen im Herbst ein eigenes Modell vorlegen. Betriebe mit Belegschaften über dem Altersdurchschnitt hätten im vorgeschlagenen Modell einen Vorteil, jüngere Belegschaften einen Nachteil – das wird sich früh in den Kalkulationen niederschlagen, sobald ein konkreter Entwurf vorliegt.
Quellen:
- Der Standard, 11.09.2026 17:13 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339398/beschaeftigung-aelterer-wer-laenger-arbeiten-soll-muss-auch-laenger-arbeiten-duerfen?ref=rss>
- Die Presse, 11.09.2026 15:03 – <https://www.diepresse.com/41253763/arbeiten-im-alter-seniorenrat-will-bonus-malus-system>
- ORF.at, 11.09.2026 14:08 – <https://orf.at/stories/3441889/>
Christof Industries: zweites Sanierungsverfahren binnen vier Jahren
Die Christof Industries Austria GmbH hat am Freitag beim Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt; der Antrag wurde angenommen, das Verfahren eröffnet und Rechtsanwalt Stefan Weileder zum Insolvenzverwalter bestellt. Betroffen sind rund 180 Beschäftigte an den Standorten Graz, Wels und Wien sowie 454 Gläubiger. Den freien Aktiva von rund sechs Millionen Euro zu Liquidationswerten stehen Verbindlichkeiten von rund 30 Millionen Euro gegenüber. Angeboten wird eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen 24 Monaten nach Annahme und rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplans; die Mittel sollen aus der Fortführung der Projekte kommen, die Auftragsbücher seien voll. Als Auslöser nennt das Unternehmen den Ausgang eines Ende August entschiedenen Schiedsverfahrens in England zu einem Großprojekt, in dem nur ein Bruchteil der geltend gemachten Summe zugesprochen wurde; der fix eingeplante Betrag fehle nun in der Liquidität. Seit Abschluss des früheren Verfahrens konnte den Kreditschutzverbänden zufolge keine ausreichende Bankfinanzierung sichergestellt werden. Die Gruppengesellschaften in Rumänien und China sind nicht betroffen. Bereits 2022 war ein Verfahren anhängig, die damals vereinbarte Quote von 20 Prozent wurde erfüllt.
Der Fall zeigt zweierlei. Erstens, wie unmittelbar ein einzelner Schiedsspruch über ein Großprojekt die Zahlungsfähigkeit eines Anlagenbauers entscheidet, wenn die erwartete Forderung bereits in der Liquiditätsplanung steht. Zweitens, dass ein erfüllter Sanierungsplan die Bonität nicht wiederherstellt: Die fehlende Bankfinanzierung nach 2023 ist der eigentliche Befund. Für Auftraggeber und Lieferanten der Bauwirtschaft ist das der Anlass, bei Partnern mit Insolvenzhistorie auf Sicherheitsleistungen statt auf die erfüllte Quote zu setzen.
Abweichung zwischen den Medien: Der Standard und die Kleine Zeitung nennen Verbindlichkeiten von rund 30 Millionen Euro, der Kurier spricht von rund 62 Millionen Euro. Die Differenz erklärt das Unternehmen mit rund 32 Millionen Euro an Haftungen für nicht fertiggestellte Projekte, die ausschließlich im Fall einer Schließung schlagend würden.
Quellen:
- Der Standard, 11.09.2026 11:59 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339397/christof-industries-neuerlich-insolvent-180-mitarbeiter-betroffen?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 10:39 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41252329/180-beschaeftigte-grazer-christof-industries-abermals-insolvent>
- Kurier, 11.09.2026 16:42 – <https://kurier.at/wirtschaft/bittere-zweite-millionenpleite-eines-bekannten-anlagenbauers/403190024>
AMS-Vorstand: Vermittlung von Beschäftigten scheitert an Daten und Budget
Zum Vorschlag des IHS-Direktors, das Arbeitsmarktservice solle auch Erwerbstätigen einmal jährlich passende Joboptionen zusenden, liegt nun die Antwort des AMS vor. Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf hält das mangels Daten für nicht durchführbar: In den Daten sei nur zu sehen, dass jemand bei einem bestimmten Unternehmen arbeite, nicht aber in welcher Position. Er verweist auf Deutschland, wo Arbeitgeber der Sozialversicherung bei der Anmeldung auch Beruf und Position melden. Bestehende Instrumente nennt er sehr wohl: Das AMS übernimmt für Betriebe, die ältere oder gering qualifizierte Beschäftigte ausbilden, 50 Prozent der Qualifizierungskosten und in manchen Fällen auch der Personalkosten; im Vorjahr wurden so über 10.000 Menschen gefördert. Dazu kommt die Impulsberatung für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter höherqualifizieren wollen. Vorschläge für Ausbildungsoffensiven in Digitalisierung und Ökologisierung hätten es zwar ins Regierungsprogramm geschafft, ein Budget dafür gebe es aber nicht.
Für Personalverantwortliche ist die Förderschiene der verwertbare Teil: Die Kostenübernahme bei der Höherqualifizierung älterer und gering qualifizierter Beschäftigter besteht bereits und lässt sich beantragen. Die Debatte über ein staatliches Matching für Beschäftigte bleibt vorerst eine Debatte.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 16:01 – <https://www.diepresse.com/41251872/soll-das-ams-nun-auch-beschaeftigte-vermitteln-nicht-nur-arbeitslose>
Klagenfurt: zwei Konkursverfahren über Kleinbetriebe
Über die Georgios griechisches Spezialitätenrestaurant GmbH in Klagenfurt wurde auf Gläubigeranträge der Konkurs eröffnet; drei Dienstnehmer sind betroffen. Ebenfalls beim Konkursgericht anhängig ist das Verfahren über ein Klagenfurter Kleintransportgewerbe, das seit zwei Jahren betrieben wurde.
Die Eröffnung über Gläubigerantrag – statt über Eigenantrag der Schuldnerin – ist der bemerkenswerte Punkt: Sie deutet darauf hin, dass die Insolvenz nicht aus dem Unternehmen heraus angezeigt wurde. Für Lieferanten und Vermieter ist der Gläubigerantrag das Mittel, das bleibt, wenn die Schuldnerin untätig ist.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 13:37 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41253384/konkursgericht-beschaeftigt-sich-mit-bekanntem-griechischen-lokal>
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 09:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41248959/bittere-pleite-eines-klagenfurter-kurierdienstes>
Analysten heben die Kursziele für die heimischen Baukonzerne
Die Bauwerte waren am Freitag an der Wiener Börse durchwegs gesucht. Die Erste Group erhöhte ihr Kursziel für Strabag von 109,50 auf 124,00 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung; die Aktie legte um 3,3 Prozent auf 106,20 Euro zu. Begründet wird das mit starkem Wachstum und Rentabilität. Auch für Porr gab es nach einem Investorengespräch eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 46 Euro bei einem Kurs von 37 Euro. Bei Strabag kommt hinzu, dass im Verfahren zwischen der Raiffeisenbank International und der russischen Miteigentümerin Rasperia wieder Aussicht auf Klarheit über die Eigentümerstruktur besteht.
Für die Bauwirtschaft ist das weniger eine Kursnachricht als ein Stimmungsbild: Die Auftragslage und die Ertragserwartung der beiden größten heimischen Baukonzerne werden derzeit besser eingeschätzt als in den vergangenen Jahren. Das stützt die Erwartung, dass die Baupreise nicht nachgeben werden.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 16:07 – <https://www.diepresse.com/41253127/bei-diesen-sechs-oesterreichischen-aktien-raten-experten-jetzt-zum-kauf-mit-bis-zu-40-prozent-kurspotenzial>
- Die Presse, 11.09.2026 19:26 – <https://www.diepresse.com/41254615/atx-trotzt-hohen-oelpreisen-mit-rekordhoch>
Commerzbank: deutsche Regierung gibt Widerstand gegen Unicredit auf
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Widerstand gegen die Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit aufgegeben. Bei einem Treffen am Montag will der Finanzminister den Erhalt der deutschen Identität und der Börsennotierung, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und das Recht auf zwei Aufsichtsratsmandate verlangen; der Bund hält noch zwölf Prozent. Die Unicredit hat ihre Beteiligung auf knapp 50 Prozent ausgebaut. Durch die Fusion entstünde eine Bank mit einer Bilanzsumme von mehr als 1,3 Billionen Euro; die Europäische Zentralbank tendiert Insidern zufolge zur Genehmigung. Das deutsche Finanzministerium betont die Bedeutung des Instituts für die Finanzierung des Mittelstands.
Der Vorgang ist auch hierzulande von Belang, weil die Unicredit über die Bank Austria im heimischen Firmenkundengeschäft steht und der Unicredit-Chef erhebliches Einsparungspotenzial sieht. Wo Konzerne ihr Geschäftsmodell auf europäische Kernmärkte verengen, dünnt in der Regel das Auslandsnetz aus, das exportierende Mittelbetriebe begleitet.
Quellen:
- Der Standard, 11.09.2026 15:04 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339425/treffen-mit-unicredit-deutscher-finanzminister-will-commerzbank-interessen-vertreten?ref=rss>
Steuer- & Unternehmensrecht
Korruptionsprozess um eine Steuernachsicht beginnt am 20. Oktober
Am Landesgericht Wiener Neustadt startet am 20. Oktober das Verfahren gegen einen Industriellen, einen früheren Finanzminister und eine ehemalige Finanzamtsleiterin; angesetzt sind bis 17. Dezember elf Verhandlungstage. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft dem Industriellen eine korruptive Vereinbarung vor: Er soll der Beamtin im Sommer 2018 zugesagt haben, sich für ihre Bestellung zur Vorständin eines niederösterreichischen Finanzamts einzusetzen, und im Gegenzug eine Steuernachsicht über 630.000 Euro verlangt haben. Dabei ging es um Nachforderungen an Einkommensteuer und Anspruchszinsen für die Jahre 2006 bis 2011. Der Nachsichtsbescheid erging nach der Anklage ohne Einbindung der zuständigen Fachabteilung des Finanzministeriums, fiel dort im Mai 2019 auf und wurde am 26. Juni 2019 wegen Rechtswidrigkeit aufgehoben. Angeklagt sind Bestechung und Bestimmung zum Amtsmissbrauch, Amtsmissbrauch und Bestechlichkeit sowie Verletzung der Geheimhaltungspflicht; der Strafrahmen reicht bis zu zehn Jahren. Alle drei bestreiten die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.
Unabhängig vom Ausgang ist der abgabenrechtliche Kern für die Praxis lehrreich: Eine Nachsicht nach der Bundesabgabenordnung ist eine Ermessensentscheidung, die an das Vorliegen einer Unbilligkeit der Einhebung gebunden ist und ab einer bestimmten Höhe die Befassung der Fachabteilung erfordert. Ein unter Umgehung dieses Wegs erlassener Bescheid hält nicht – er wurde hier nach knapp einem Jahr aufgehoben, und die Nachforderung samt Zinsen lebte wieder auf.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 15:48 – <https://www.diepresse.com/41254055/korruptionsprozess-gegen-siegfried-wolf-und-ex-finanzminister-schelling-beginnt-am-20-oktober>
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 15:49 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41254067/korruptionsprozess-gegen-wolf-und-schelling-startet-am-20-oktober>
ÖBB-Reform: zwei Aktiengesellschaften sollen GmbHs werden
Mit der Ausschreibung der Konzernspitze ab Samstag wird auch die geplante Strukturreform der Bundesbahnen sichtbar. Nach einem internen Gesetzesentwurf der Regierung sollen die Personenverkehr AG und die Rail Cargo Group AG in Gesellschaften mit beschränkter Haftung umgewandelt werden, während die Infrastruktur AG als Aktiengesellschaft bestehen bleibt. Der Zweck ist ausdrücklich gesellschaftsrechtlicher Natur: Vorstände von Aktiengesellschaften sind nach dem Aktiengesetz weisungsfrei, Geschäftsführer einer GmbH können von den Gesellschaftern Weisungen erhalten. Damit sollen die Durchgriffsrechte der Holding gestärkt und Planungsprozesse beschleunigt werden. Neben den Posten des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands wird eine neue Position für den operativen Bereich geschaffen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 12. Oktober 2026, bis Jahresende soll dem Aufsichtsrat eine Auswahl vorliegen.
Für Konzernstrukturen jeder Größe ist das ein Lehrstück über die Wahl der Rechtsform. Wer eine Tochtergesellschaft tatsächlich steuern will, kommt an der GmbH kaum vorbei; die Aktiengesellschaft schirmt den Vorstand von Weisungen der Eigentümer ab. Umgekehrt verlagert die Umwandlung Verantwortung nach oben – die Holding kann sich nach einer Weisung nicht mehr auf die Eigenverantwortung der Tochter berufen.
Quellen:
- Der Standard, 11.09.2026 11:23 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339385/oebb-sucht-ab-samstag-offiziell-neue-chefin-oder-neuen-chef?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 11.09.2026 11:28 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41252621/oebb-schreiben-nachfolge-von-konzernchef-andreas-matthae-aus>
Post und Bund einigen sich im Streit um Beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds
Die Österreichische Post hat sich mit dem Bund im Rechtsstreit über Beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds auf Ersatzzahlungen verständigt. Weil diese deutlich unter den seit 2018 dafür gebildeten Rückstellungen liegen, verbleibt ein positiver Einmaleffekt von 47,8 Millionen Euro.
Die Größenordnung der Rückstellung zeigt, welches Gewicht der Dienstgeberbeitrag bei personalintensiven Unternehmen hat. Wo die Beitragsgrundlage strittig ist – etwa bei Bezügen mit unklarer Zuordnung –, lohnt eine Rückstellung über den gesamten Verjährungszeitraum eher als das Warten auf den Ausgang.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 19:26 – <https://www.diepresse.com/41254615/atx-trotzt-hohen-oelpreisen-mit-rekordhoch>
Energie & Bau
Erdgas nahe Dreijahreshoch: worauf sich die Heizperiode einstellen muss
Der Gaspreis liegt mit 80 Euro je Megawattstunde knapp unter einem Dreijahreshoch, der Ölpreis über 100 Dollar je Fass. Ursache ist die Blockade der Straße von Hormus, durch die neben Rohöl auch weniger Flüssiggas gelangt; nach Einschätzung eines Energieexperten fehlen de facto 20 Prozent des Flüssiggas-Angebots. Verschärfend kommt hinzu, dass mit der Meerenge Bab al-Mandab ein zweiter Seeweg unter Druck gerät: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat strategisch wichtige Orte an der Meerenge eingenommen, über die zehn bis 15 Prozent des globalen Handels laufen und die seit der Blockade von Hormus als Ausweichroute dient. Eine Sperre würde Tanker zur Umfahrung des Kaps der Guten Hoffnung zwingen. Selbst bei einer raschen Entspannung bliebe es teuer: Katar braucht vier bis sechs Wochen, um die Verflüssigungsanlagen wieder voll anzufahren, und weitere vier Wochen, bis das Gas in Europa ankommt.
Zur Versorgungssicherheit fällt die Einschätzung dagegen ruhig aus. Die E-Control bezeichnet die heimischen Speicherstände als etwas niedriger als im Vorjahr, aber nicht als aus dem Ruder gelaufen; eine Wiederholung von 2022 sei wegen der breiteren Bezugsstruktur nicht zu erwarten. Die deutschen Speicher sind derzeit zu rund 53 Prozent gefüllt, bis 1. November schreibt das Gesetz dort 70 Prozent vor. Für den Ernstfall regelt die EU-Verordnung 2017/1938 bilaterale Solidaritätsabkommen; Österreich hat ein solches bereits im Dezember 2021 mit Deutschland geschlossen. Es griffe erst, wenn Deutschland seine Industrie bereits heruntergefahren hätte. Im Jahresvergleich kostet Strom knapp zwei Prozent mehr, Gas rund zwölf Prozent, Heizöl 48 Prozent und Pellets 28 Prozent; beim Diesel gelten Preise über 2,50 Euro je Liter als möglich, weil Raffineriekapazitäten und Exportbeschränkungen das Angebot an Fertigprodukten verknappen.
Für die Bewirtschaftung ist das der Anlass, die Betriebskostenvorschreibungen für die Heizperiode nicht an den Vorjahreswerten zu orientieren. Der Abstand zwischen den Energieträgern ist dabei erheblich – Objekte mit Ölheizung oder Pelletsanlage tragen ein Vielfaches der Steigerung von Strom und Fernwärme.
Quellen:
- Der Standard, 11.09.2026 18:09 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339357/energie-wieder-umkaempft-warum-oesterreich-ein-teurer-winter-bevorsteht?ref=rss>
- Der Standard, 11.09.2026 07:22 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339329/bis-zu-30-prozent-hoehere-energiepreise-winter-wird-sehr-teurer-sagt-experte-in-der-zib2?ref=rss>
- Kurier, 12.09.2026 05:05 – <https://kurier.at/wirtschaft/energie-preise-treibstoff-erdgas-strom-krise-oesterreich/403190078>
- Kurier, 11.09.2026 11:09 – <https://kurier.at/politik/ausland/oel-gas-huthi-jemen-bab-al-mandab/403190030>
Heizungstausch bricht ein: Wärmepumpen minus 26 Prozent, Ölkessel plus acht
Die Verkaufsdaten der Vereinigung Österreichischer Kessel- und Heizungsindustrie für das erste Halbjahr zeigen einen Einbruch des gesamten Heizungsmarkts um ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Alle erneuerbaren Systeme – von Pellets über Solar bis Wärmepumpe – liegen zweistellig im Minus; bei den Wärmepumpen wurden 17.997 Anlagen verkauft und damit um mehr als ein Viertel weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Der Verband Wärmepumpe Austria rechnet damit, heuer unter 30.000 Stück zu fallen, während für die Klimaziele bis 2040 jährlich 60.000 nötig wären. Bei den fossilen Systemen stagniert der Absatz von Gasheizungen auf hohem Niveau: 15.614 Gaskessel wurden verkauft. Die Ölkessel legten um acht Prozent zu, allerdings von einer sehr niedrigen Basis – 485 Stück im Halbjahr.
Die Branche führt den Einbruch auf die Förderpolitik zurück. Die maximale Förderquote für den Heizungstausch wurde im Vorjahr von 75 auf 30 Prozent gesenkt; von den 360 Millionen Euro für die Sanierungsoffensive waren die Töpfe schon im Juli leer. Für das kommende Jahr sind erneut 360 Millionen Euro budgetiert, derzeit steht das System aber still. Das ständige An- und Auslaufen der Förderungen wird als Hauptursache der Zurückhaltung genannt. Ein Gesetzesantrag der Grünen, der auf dem seinerzeit ausverhandelten Entwurf eines Erneuerbaren-Wärmegesetzes aufbaut und die Stilllegung von Ölkesseln bis 2038 sowie von Gasthermen bis 2040 vorsieht, wird Anfang Oktober im Wirtschaftsausschuss behandelt. Derzeit gibt es nur ein Verbot fossiler Heizungen im Neubau.
Für Eigentümer und Verwalter ist der Befund praktisch verwertbar: Wer einen Heizungstausch plant, sollte den Förderstopp und die Behandlung im Wirtschaftsausschuss abwarten, statt in der Lücke zu investieren. Für den Bestand bleibt die Kernzahl, dass österreichweit rund 1,4 Millionen fossile Heizsysteme zu tauschen sind – bei derzeit unter 30.000 Wärmepumpen im Jahr.
Quellen:
- Der Standard, 11.09.2026 18:03 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339412/heuer-wurden-mehr-oelkessel-verkauft-und-weniger-erneuerbare-heizungen?ref=rss>
Über 1.000 Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur – Abwehr ungeklärt
Bisher unveröffentlichte Daten aus dem Projekt „Diana“ zeigen, wie exponiert Anlagen der Energieversorgung sind. Ein Konsortium aus Verbund, Wiener Netzen, Netz Niederösterreich und OMV zählte zwischen November 2024 und Jänner 2025 auf einer Fläche von 40 Quadratkilometern im Südosten Wiens 1.332 Drohnen; der Großteil der Flüge war nicht angemeldet, 200 waren selbstgebaute Flugobjekte. Seit März gilt das Resilienz-kritischer-Einrichtungen-Gesetz mit schärferen Kontroll- und Meldepflichten, das den Betreibern jedoch nur die Detektion erlaubt. Ob sie auch etwas gegen die Eindringlinge unternehmen dürfen, ist ungeklärt: Technische Ausrüstung und Erlaubnis zum Stören von Drohnenflügen haben in Österreich nur Innenministerium und Bundesheer. Der Vorstand des Übertragungsnetzbetreibers verweist darauf, dass sich 12.000 Strommasten nicht schützen lassen; Umspannwerke ließen sich zwar mit Stahlgittern einhüllen, ohne klaren gesetzlichen Auftrag scheuen die Netzbetreiber die Kosten. Der Innenminister plädiert für die Erlaubnis von Jamming durch die Betreiber und für ein Überflugverbot; eine gemeinsame Position der Regierung dazu gibt es bisher nicht.
Für Betreiber größerer Anlagen ist die Rechtslage der Knackpunkt. Die Meldepflichten bestehen bereits, die Abwehrbefugnis nicht; Investitionen in Abwehrsysteme laufen daher ins Leere, solange deren Einsatz nicht gedeckt ist. Was heute schon zählt, ist die Belastbarkeit der Notfallplanung: Ein Beispiel dafür lieferte die Sabotage an einem Strommast in Italien im April, die drei Tage lang die Rohölzufuhr zur Raffinerie Schwechat unterbrach.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 08:20 – <https://www.diepresse.com/41246610/ueber-1000-drohnenfluege-oesterreichs-unternehmen-sind-bei-sabotage-aus-der-luft-zum-zuschauen-verdammt>
Lehm aus dem Aushub: Aushubverordnung für 2027 erwartet
Im Forschungsprojekt „Missing Link“ wird untersucht, wie sich Lehm aus dem Aushub einer Baustelle als Baustoff verwenden lässt. Lehm ist einer der wenigen Baustoffe, die vor Ort gewonnen, aufbereitet und eingebaut werden können, und er ist im getrockneten Zustand uneingeschränkt wiederverwendbar. Entstehen soll ein Leitfaden für die industrielle Nutzung. Die wirtschaftliche Rechnung geht weniger über den Materialwert als über vermiedene Transport- und Deponiekosten; dem stehen die Anpassung der Prozesse und die arbeitsintensive Verarbeitung gegenüber. Je größer das Bauvorhaben, desto eher gleichen sich die Kosten jenen der etablierten Bauweise an. Bei kleineren Projekten sei es praktikabler, den Aushub zu einem nahegelegenen Aufbereitungsunternehmen zu bringen, was neue Kooperationsmodelle zwischen Bau-, Deponie-, Transport- und Aufbereitungsunternehmen erfordert. Unterstützend wirken könnte die für 2027 erwartete Aushubverordnung, die Anreize für eine hochwertige stoffliche Verwertung setzen und die Deponierung verringern soll.
Für Bauherren und Projektentwickler ist die angekündigte Verordnung der Punkt, den es vorzumerken gilt: Aushub ist heute überwiegend ein Kostenfaktor, der über Transport und Deponie abgerechnet wird. Ändern sich die Anreize, wird die Frage der Verwertung bereits in die Ausschreibung und in die Flächenplanung der Baustelle gehören.
Quellen:
- Die Presse, 11.09.2026 20:00 – <https://www.diepresse.com/41249434/baustoff-aus-aushub-kann-emissionen-der-bauindustrie-senken>
Deutschland und die Emirate vereinbaren LNG-Lieferungen ab den 2030er-Jahren
Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben mehrere Abkommen zu erneuerbaren Energien und Erdgas geschlossen, Teil einer Investitionsoffensive über 40 Milliarden Euro. Der größte deutsche Stromerzeuger unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem staatlichen Ölkonzern und OMV-Kernaktionär ADNOC über bis zu zwei Abnahmeverträge für Flüssigerdgas, mit denen ab den frühen 2030er-Jahren der deutsche sowie weitere europäische und asiatische Märkte versorgt werden sollen. Weitere Absichtserklärungen betreffen die gemeinsame Teilnahme an deutschen Offshore-Wind-Auktionen 2027 und Investitionen in Energiespeicher.
Für die heimische Versorgung ist das keine kurzfristige Entlastung – die Lieferungen setzen erst in den 2030er-Jahren ein. Bemerkenswert ist die Richtung: Österreich bezieht sein Gas seit dem Ende der russischen Lieferungen überwiegend über Deutschland, womit die dortige Bezugsstruktur mittelbar auch die heimischen Preise bestimmt.
Quellen:
- ORF.at, 11.09.2026 19:25 – <https://orf.at/stories/3441918/>
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