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GEVEST-Pressespiegel vom 14.9.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Wifo-Chef hat am Sonntag eine steigende Inflation angekündigt: Die Jahresteuerung werde wegen der Energiepreise über drei Prozent liegen, die Wachstumsprognose werde gesenkt. Für Eigentümer und Verwalter von Gewerbeobjekten ist die Nationalbank-Datensammlung der eigentliche Fund des Tages: Sie beziffert den Preisrückgang seit der Zinswende auf rund zehn Prozent und zeigt, wie stark die Zahl der Transaktionen eingebrochen ist. In Wien Hernals entscheidet sich die Zukunft eines 15 Hektar großen Areals der Post AG, auf dem nach der Umwidmung Wohnungen entstehen sollen. Die Arbeiterkammer warnt vor gefälschten Wohnungsinseraten, und beim Rechenzentrum in Kronstorf bleiben Wasserverbrauch und Abwärmenutzung weiterhin unbelegt.

Immobilien & Wohnrecht

Gewerbeimmobilien: Nationalbank stellt Dashboard und neuen Preisindex online

Nach dem Wohnimmobilien-Dashboard von Ende 2025 hat die Oesterreichische Nationalbank nun auch eine Online-Datensammlung zum Markt für Gewerbeimmobilien veröffentlicht. Sie bündelt Daten der Nationalbank selbst, der Statistik Austria, des Vienna Research Forum (Leerstand bei Büro sowie Industrie und Logistik), zur Hotelauslastung und von Regiodata Research zum Leerstand im Einzelhandel. Erstmals enthalten ist ein eigener Preisindex für Gewerbeimmobilien, den die Statistik Austria im Auftrag und in Kooperation mit der Nationalbank entwickelt hat; Daten der TU Wien sind eingeflossen.

Die Kennzahlen sind deutlich. Von der Zinswende Mitte 2022 bis Ende 2024 sind die Preise um etwa zehn Prozent gefallen, aufgeschlüsselt nach Regionen und Assetklassen. Zugleich brach die Zahl der Transaktionen ein: In den drei Halbjahren vor der Zinswende waren es jeweils mindestens 6.500, danach pendelte sie sich bei rund 4.000 ein. Der Gesamtbestand an Gewerbeimmobilien ging von 2023 auf 2024 spürbar zurück, die Baubewilligungen im Gewerbesegment liegen aktuell auf niedrigem Niveau.

Für die Bewertungspraxis ist damit erstmals eine öffentlich zugängliche, amtlich erhobene Preisreihe für Gewerbeimmobilien verfügbar – bisher musste man sich auf Erhebungen einzelner Marktteilnehmer stützen. Ebenso aufschlussreich ist der Abschnitt zur makroprudenziellen Analyse: Dort stehen jene Daten zu Gewerbeimmobilienkrediten, mit denen das Finanzmarktstabilitätsgremium seinen Systemrisikopuffer begründet. Wer derzeit Fremdkapital für ein Gewerbeobjekt aufnehmen will, findet hier die Zahlen, an denen sich die Zurückhaltung der Banken ablesen lässt.

Quellen:

  • Der Standard, 13.09.2026 12:34 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339476/neues-oenb-dashboard-macht-auswirkungen-der-zinswende-deutlich?ref=rss>

Postsportplatz Wien: Neuausschreibung über 40 Jahre, Widmungsfrage offen

Die Post AG hat den Mietvertrag mit dem Postsportverein über das 15 Hektar große Areal in Wien-Hernals nicht verlängert und im Sommer eine EU-weite Ausschreibung der gesamten Sportflächen für die nächsten 40 Jahre gestartet; deren erste Phase läuft bis 21. September. Der bisherige Vertrag sieht praktisch keinen Mietzins vor und endet mit 2027. Neu ist die Aufteilung in drei Lose: einen gemeinnützigen Teil mit Fußball, Hockey und 16 Tennisplätzen sowie zwei gewerbliche Teile mit 27 Tennis- und drei Beachvolleyballplätzen an der Rosensteingasse und der dortigen Tennishalle. Vom künftigen Betreiber verlangt die Post AG Investitionen.

Der Verein hält dem entgegen, dass mehr als die Hälfte seiner rund 1,8 Millionen Euro Jahreseinnahmen aus der Untervermietung genau jener Flächen stammt, die nun dem gewerblichen Los zugeschlagen wurden. Die Finanzvorständin der Post AG verweist darauf, dass der Verein bei tatsächlich einer Million Euro Mieterträgen entsprechende Rücklagen haben müsse und in der Ausschreibung einen Startvorteil genieße; Sportflächen gingen keine verloren. Über die Vertragslage selbst besteht Streit: Der Verein beruft sich darauf, dass ein älterer Vertrag durch das Sportstättenschutzgesetz von 1990 in einen unbefristeten umgewandelt worden sei.

Der Fall zeigt zwei Hebel, die bei Arealentwicklungen regelmäßig unterschätzt werden. Erstens die Losbildung: Wer die ertragbringenden Flächen vom kostentragenden Teil trennt, entscheidet damit faktisch über die Bieterstruktur und darüber, wer den gemeinnützigen Teil überhaupt noch finanzieren kann. Zweitens die Widmung. Das Areal ist derzeit als Grünland und Erholungsgebiet für Sport- und Spielplätze gewidmet; die Quartiersentwicklung mit Wohnungen auf Parkplätzen und Altbestand wird ab 2030 erwartet. Solange die Umwidmung nicht erfolgt ist, liegt beim Widmungsträger der stärkste Verhandlungshebel – ein Punkt, der für jede Verwertung von Sportflächen und Betriebsarealen gilt.

Quellen:

  • Die Presse, 13.09.2026 16:12 – <https://www.diepresse.com/41242560/postsportplatz-wien-das-grosse-match-um-die-zukunft>

Wohnungssuche: Arbeiterkammer warnt vor gefälschten Inseraten

Die Arbeiterkammer Tirol warnt vor gefälschten Wohnungsinseraten. Kurz vor Studienbeginn suchten besonders viele Menschen eine Wohnung, was Betrüger ausnützten; Innsbruck sei wegen seiner Größe besonders betroffen, auszuschließen seien Fälschungen aber auch im ländlichen Raum nicht. Als wichtigstes Warnsignal nennt der Leiter der Abteilung für Miet- und Wohnrecht Preise, die für die angegebene Lage zu günstig sind. Vor jeder Überweisung, insbesondere einer Kaution, sollten Interessenten das Angebot hinterfragen; die Kammer prüft Inserate kostenfrei.

Der Hinweis ist auch für die Vermieterseite von Belang: Auf den üblichen Immobilienportalen lassen sich Inserate anonym und kostenlos schalten. Wer eigene Objekte dort anbietet, muss damit rechnen, dass Bilder und Beschreibungen für Scheinangebote weiterverwendet werden – und dass Interessenten deshalb zunehmend Nachweise über die Verfügungsberechtigung verlangen.

Quellen:

  • ORF.at, 14.09.2026 05:58 – <https://tirol.orf.at/stories/3370839/>

Niederösterreich: Wohnassistenz vermittelt leistbaren Wohnraum

Seit 20 Jahren vermittelt die niederösterreichische Wohnassistenz Menschen in schwierigen Lebenslagen in leistbare Wohnungen; seit der Gründung 2006 wurden mehr als 5.400 Menschen in 2.500 Haushalten versorgt, davon 45 Prozent Kinder. Die Zahl der Beratungsgespräche ist durch die Preissteigerungen der vergangenen Jahre deutlich gestiegen, überdurchschnittlich häufig sind alleinerziehende Mütter betroffen. Das Land finanziert das Angebot, die gemeinnützigen Bauträger stellen den Wohnraum bereit, der Verein Wohnen wickelt ab und begleitet sozialarbeiterisch. Die zuständige Landesrätin sagt zu, die Finanzierung trotz Sparbudget aufrechtzuerhalten.

Für gemeinnützige Bauträger ist das ein eingespieltes Belegungsmodell mit begleitender Betreuung – erfahrungsgemäß der Faktor, der Mietrückstände und Konflikte in der Hausgemeinschaft verringert. Dass die Landesförderung trotz Sparbudget zugesagt wurde, ist die eigentliche Nachricht für die Planung der Wohnungsvergabe im kommenden Jahr.

Quellen:

  • ORF.at, 14.09.2026 05:21 – <https://noe.orf.at/stories/3370498/>

Lärm aus einer Botschaftsliegenschaft: Verfahren und Grenzen der Durchsetzung

Das seit Monaten anhaltende Dauergeräusch rund um die russische Botschaft in Wien-Landstraße ist am Freitag verstummt. Vorausgegangen war ein langer Weg: Die Hausverwaltung einer benachbarten Liegenschaft hatte bereits Anfang Mai die Wiener Baupolizei eingeschaltet, weil Wohnungseigentümer über eine durchgehende Lärmbelästigung tags wie nachts klagten, und sich Ende Juli auch schriftlich bei der Botschaft beschwert. Erst nachdem der Fall öffentlich geworden war, führten die zuständigen Magistratsabteilungen eine Messung durch, stellten eine Gesundheitsgefährdung für Anrainer fest und identifizierten zwei Dachventilatoren auf einem Gebäude der Botschaft als Quelle. Der Wiener Magistrat begründete die Gesundheitsgefährdung damit, dass der Widmungsbasispegel nach ÖNORM ganztags überschritten werde; das Außenministerium soll den Auftrag zur Behebung an die Botschaft weiterleiten.

Für Hausverwaltungen ist der Ablauf lehrreich. Die Beschwerde bei der Baupolizei blieb über Monate folgenlos, bewegt hat sich erst nach der behördlichen Messung etwas. Und weil die Anlage auf einer Botschaftsliegenschaft steht, führt der Weg nicht über den zivilrechtlichen Nachbarschaftsschutz, sondern über das Außenministerium – eine Konstellation, in der die Verwaltung den Eigentümern realistisch nur die Dokumentation und die Befassung der Behörde anbieten kann.

Quellen:

  • Der Standard, 13.09.2026 11:22 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339527/st246rger228usch-vor-russischer-botschaft-seit-freitag-verschwunden?ref=rss>
  • ORF.at, 13.09.2026 11:22 – <https://orf.at/stories/3442036/>
  • Falter, 14.09.2026 05:30 – <https://www.falter.at/morgen/20260914/warum-eine-wiener-uni-eine-besuchsanfrage-aus-china-ablehnte>

Wirtschaft & Konjunktur

Wifo erwartet Inflation über drei Prozent und senkt die Wachstumsprognose

Der Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts hat in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag eine neue Welle steigender Energiepreise angekündigt. Der Preis für ein Fass Brent lag kurzzeitig wieder über 110 Dollar, der Gaspreis stieg auf gut 80 Euro je Megawattstunde. Die Jahresinflation werde daher über die zuletzt prognostizierten Werte steigen. Zugleich werde das Institut seine Wachstumsprognose für heuer, zuletzt 0,9 Prozent, senken – wie es die Nationalbank am Freitag bereits getan hat, die ihren Ausblick von 0,6 auf 0,5 Prozent zurücknahm und zugleich die Inflationsprognose von 3,2 auf 3,0 Prozent senkte.

Als einen der Hauptgründe für den Inflationsdruck nennt der Ökonom die Kopplung des Strompreises an den Gaspreis. Etwa die Hälfte der Jahresstunden werde in Österreich über den Gaspreis bepreist, weil andernorts Gaskraftwerke den Preis setzen: „Ausflüge des Gaspreises nach oben müssen vom Strompreis abgekoppelt werden.“ Gewinne nachträglich abzuschöpfen, sei „weder elegant noch wirtschaftspolitisch smart“. Gegen Eingriffe in die Margen der Mineralölkonzerne spricht er sich aus; eine Senkung oder Aussetzung der CO2-Abgabe wäre möglich, sei aber budgetär kaum darstellbar. Die heimischen Gasspeicher sind zu 67 Prozent gefüllt und liegen damit über dem europäischen Durchschnitt.

Zwei Folgen sind für Betriebe unmittelbar: Die Energiepreise schlagen auf die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen durch, und sie mindern die reale Kaufkraft. Für die Budgetierung 2027 heißt das, Energie- und Personalkosten gemeinsam fortzuschreiben statt getrennt – bei Betriebskostenabrechnungen ist mit spürbar höheren Vorschreibungen für Allgemeinstrom und Wärme zu rechnen.

Quellen:

  • Der Standard, 13.09.2026 13:21 – <https://www.derstandard.at/story/3000000339539/wifo-chef-sieht-h246here-energiepreise-und-dadurch-inflationsanstieg?ref=rss>
  • ORF.at, 13.09.2026 13:39 – <https://orf.at/stories/3442035/>
  • Die Presse, 13.09.2026 12:18 – <https://www.diepresse.com/41257580/wifo-chef-erwartet-hoehere-energiepreise-und-dadurch-einen-inflationsanstieg>
  • Kurier, 13.09.2026 12:15 – <https://kurier.at/politik/inland/wifo-chef-sieht-hoehere-energiepreise-und-dadurch-inflationsanstieg/403190552>

Pensionsantrittsalter: Wifo für 67 Jahre, breite politische Ablehnung

Derselbe Auftritt hat eine Debatte über das Pensionsantrittsalter ausgelöst. Der Wifo-Direktor hält eine Anhebung von 65 auf 67 Jahre für dringend geboten und will das Antrittsalter automatisch an die steigende Lebenserwartung koppeln; heute 60-Jährige lebten sechs bis sieben Jahre länger als in den 1970er-Jahren. Ohne Anhebung müssten auf Dauer auch bestehende Pensionen gekürzt werden. Ein Bonus-Malus-System für Betriebe, wie es die Arbeitsministerin verfolgt, hält er für eine gute Idee, sofern jüngere Unternehmen dadurch nicht benachteiligt werden. Das Institut ist beauftragt, ein Pensionsmodell auszuarbeiten.

Die Reaktionen fielen überwiegend ablehnend aus: SPÖ, FPÖ, ÖGB und der Pensionistenverband erteilten einer Anhebung eine Absage, NEOS begrüßten sie, der Seniorenbund hob das Bonus-Malus-System und die Angleichung des faktischen an das gesetzliche Antrittsalter hervor. Zum Vorschlag eines Zukunftsdepots, mit dem je Kind bis zu 5.000 Euro jährlich ohne Kapitalertragsteuer veranlagt werden könnten, äußerte sich der Ökonom grundsätzlich zustimmend, nannte es aber „ein Programm für die Besserverdienenden“ und würde einen niedrigeren Höchstbetrag vorziehen. Beim geplanten Zukunftsfonds aus Dividenden der Staatsbeteiligungen, in den rund die Hälfte der jährlichen Ausschüttungen fließen soll, fragt er, warum nicht die gesamten Gewinne herangezogen werden.

Für die Personalplanung ist kurzfristig nichts zu veranlassen – mit einer Anhebung ist angesichts der Mehrheitsverhältnisse vorerst nicht zu rechnen. Konkreter ist das Bonus-Malus-System: Es würde unmittelbar an der Altersstruktur der Belegschaft ansetzen und damit die Lohnnebenkosten betriebsindividuell verändern.

Quellen:

  • ORF.at, 13.09.2026 13:39 – <https://orf.at/stories/3442035/>
  • Oberoesterreichische Nachrichten, 13.09.2026 14:33 – <https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/hoeheres-pensions-antrittsalter-fuer-wifo-chef-felbermayr-unvermeidlich;art385,4211417#ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 13.09.2026 16:15 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41257979/laenger-arbeiten-nur-eine-frage-der-zeit>

Zinsen: Europäische Zentralbank hebt an, Entscheid der Fed am Mittwoch

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angehoben. Ihre Präsidentin stellte zugleich klar, dass die Inflation nach den eigenen Prognosen bis Ende 2026 weiter steigen werde, bevor sie zurückgehe. Als Gründe gelten der Ölpreis, der am Freitag ein Viermonatshoch erreichte, ein Engpass bei der Dieselversorgung und die Erwartung von Fachleuten, dass die Energiepreise um weitere 20 bis 30 Prozent zulegen. Für Mittwoch, den 16. September, wird mit einer Anhebung des US-Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent gerechnet; die Markterwartung dafür stieg zuletzt von 60 auf über 85 Prozent. Die US-Inflation blieb im August unverändert bei 3,4 Prozent.

Damit ist die Zinswende nach unten vorerst beendet. Wer variabel finanziert ist oder in den kommenden Monaten eine Zinsbindung auslaufen sieht, sollte die Kalkulation nicht mehr auf sinkende Sätze stützen – für Ankäufe und Projektfinanzierungen bedeutet ein steigender Referenzzinssatz unmittelbar höhere Kapitaldienstanforderungen.

Quellen:

  • Die Presse, 13.09.2026 16:06 – <https://www.diepresse.com/41245407/anleger-zittern-dem-mittwoch-entgegen-und-experten-erwarten-nun-bei-diesen-drei-aktien-riesige-kursgewinne>

Gebrauchtwaren als Wachstumsmarkt in stagnierenden Volkswirtschaften

In Japan, dessen Wirtschaft seit dreieinhalb Jahrzehnten kaum wächst, wurden 2024 mit Gebrauchtware rund 20 Milliarden US-Dollar umgesetzt – eine Verdopplung seit 2010 und etwa 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Regierung will dem Sektor bis 2030 zu einem weiteren Drittel Wachstum verhelfen. Auch Konzerne steigen ein: Panasonic repariert in einer früheren Fernsehfabrik Altgeräte aus 13 Produktgruppen und verkauft sie über den eigenen Webshop zu 70 bis 80 Prozent des einstigen Neupreises; dafür wurde ein dreijähriger Ausbildungsberuf eingerichtet. Ökonomen erwarten ähnliche Entwicklungen in alternden Volkswirtschaften Asiens und Europas; dem Staat könnten dabei Mehrwertsteuereinnahmen entgehen.

Für die Vermietung von Geschäftsflächen ist das die Gegenrichtung zum Flächenrückgang im Bekleidungshandel: An- und Verkaufsgeschäfte, Vintage-Läden und Reparaturbetriebe treten als Nachmieter auf. Sie bringen allerdings ein anderes Anforderungsprofil mit – Lagerfläche, Anlieferung und Werkstattnutzung statt reiner Verkaufsfläche, was bei der Nachvermietung von Erdgeschoßlokalen Widmung und Betriebsanlagengenehmigung berührt.

Quellen:

  • Die Presse, 13.09.2026 11:00 – <https://www.diepresse.com/41252506/das-geschaeft-mit-secondhand-produkten-ein-wachstumsmarkt-in-einer-stagnierenden-wirtschaft>

Steuer- & Unternehmensrecht

Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel erfasst nur ein Viertel des Einkaufs

Eine Auswertung des Meinungsforschungsinstituts OGM auf Basis tatsächlich durchgeführter Einkäufe kommt zu dem Ergebnis, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel weniger bringt als erwartet: Nur ein Viertel der gekauften Lebensmittel ist von ihr erfasst.

Das ist für die Beurteilung der Teuerungsmaßnahmen von Bedeutung, weil die Steuersenkung als eine der zentralen dämpfenden Maßnahmen gilt. Trifft die Auswertung zu, fällt ihr Beitrag zur Inflationsdämpfung deutlich geringer aus als angenommen.

Quellen:

  • Kurier, 13.09.2026 08:07 – <https://kurier.at/politik/inland/steuersenkung-auf-lebensmittel-koennte-weniger-bringen-als-erwartet/403190525>

Energie & Bau

Rechenzentrum Kronstorf: Fläche, Wasser und Abwärme bleiben teils unbelegt

Zum im Bau befindlichen Google-Rechenzentrum in Kronstorf an der Enns sind zentrale Umweltfragen weiterhin offen. Das Gelände umfasst 50 Hektar, in Aussicht gestellt sind hundert Arbeitsplätze. Der Konzern verweist auf eine umfangreiche Begrünung samt Gründach und darauf, dass der Humus abgetragen und Landwirten der Umgebung überlassen worden sei; welchen, ließ sich nicht klären. Das Kühlwasser soll aus einem Brunnenfeld – einem bestehenden und drei neuen Brunnen – gewonnen und in die Enns zurückgeführt werden, wobei die geprüften Obergrenzen für Menge und Temperatur nicht erreicht werden sollen. Ein Gewässerökologe der Universität für Bodenkultur hält die Einleittemperatur für den entscheidenden Punkt: Die in der Enns heimischen Salmoniden bekommen ab 22 Grad Probleme, weshalb bei Hitze und Niedrigwasser auch die Lage der Einleitstelle zählt. Die Nutzung der Abwärme ist nicht geklärt; ein Teil soll selbst genutzt werden, mit einem Abnehmer wird verhandelt, Namen werden nicht genannt.

Eine Wissenschaftsforscherin der Universität Wien sieht darin ein grundsätzliches Transparenzproblem: Nach der einschlägigen EU-Verordnung müssen Betreiber Angaben zu Wasser- und Stromverbrauch nur zusammengefasst veröffentlichen, sodass sich der Verbrauch eines einzelnen Rechenzentrums nicht nachvollziehen lässt. Zum Größenvergleich: Im US-amerikanischen The Dalles entnahmen die dortigen Rechenzentren desselben Konzerns 2024 rund 4,8 Millionen Liter Wasser täglich, etwa 30 Prozent des Bedarfs der gesamten Stadt.

Für Gemeinden und Grundeigentümer, die Flächen für Rechenzentren anbieten, sind daraus zwei Punkte mitzunehmen. Wasserentnahme und Rückführung sind über das wasserrechtliche Verfahren samt Temperaturauflagen steuerbar; die Abwärme ist es nicht, solange kein Abnehmer vertraglich gebunden ist. Wer Abwärmenutzung will, muss sie im Rahmen der Flächenwidmung oder im Kaufvertrag festschreiben, weil sie sich nachträglich kaum durchsetzen lässt.

Quellen:

  • Der Standard, 13.09.2026 10:07 – <https://www.derstandard.at/story/3000000338882/google-in-kronstorf-was-ueber-den-ressourcenverbrauch-bekannt-ist-und-was-nicht?ref=rss>

Wiederaufbau der Ukraine: Auftragsmarkt und ein Wasserstoffprojekt der RAG

Der Wiederaufbau in der Ukraine läuft an, obwohl der Krieg andauert. Die direkten Schäden im Energie- und Rohstoffsektor summierten sich bis Ende 2025 auf rund 20 Milliarden Euro, den gesamten Finanzbedarf schätzen Weltbank, EU-Kommission und Vereinte Nationen auf 500 Milliarden Euro; bei der Wiederaufbaukonferenz im Juni wurden Vereinbarungen über mehr als zehn Milliarden Euro unterzeichnet. Österreichs Regierungskoordinator dämpft die Erwartungen: Solange Krieg herrscht, würden europäische Unternehmen in den betroffenen Gebieten kaum große Projekte umsetzen. Der stellvertretende ukrainische Wiederaufbauminister wirbt dagegen um raschen Einstieg und verweist darauf, dass chinesische und türkische Firmen bereits anstehen und oft schneller abwickeln.

Am weitesten gediehen ist ein Projekt des heimischen Gasspeicherbetreibers RAG Austria, der gemeinsam mit einem ukrainischen Energieunternehmen in der Region Lemberg grünen Wasserstoff erzeugen und über die bestehende Gasinfrastruktur nach Mitteleuropa transportieren will. Machbarkeitsstudien und Konzeptplanung für das mit 500 Millionen Euro budgetierte Vorhaben sind abgeschlossen, die finale Investitionsentscheidung wird bis 2028 angestrebt, Finanzierungsgespräche mit einer österreichischen Bank haben begonnen. Die entscheidende Hürde ist nicht militärischer Natur: Solange nicht verbindlich geklärt ist, dass in der Ukraine erzeugter Wasserstoff in der EU als grün anerkannt wird, wird niemand Hunderte Millionen Euro investieren.

Für heimische Bau- und Infrastrukturunternehmen ist die konkrete Größe die Exportabsicherung: Über die österreichische Ukraine-Fazilität stehen bis 2029 Exportgarantien von 500 Millionen Euro zur Verfügung. Wer sich für die spätere Auftragsvergabe positionieren will, muss die Vorbereitung jetzt betreiben, auch wenn die Ausführung erst nach Kriegsende möglich ist.

Quellen:

  • Die Presse, 13.09.2026 16:06 – <https://www.diepresse.com/41252449/noch-waehrend-bomben-fallen-hat-der-wettlauf-um-den-wiederaufbau-der-ukraine-begonnen>
15.03.2023

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07.03.2023
15.02.2023

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07.03.2023