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GEVEST-Pressespiegel vom 24.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Verfassungsgerichtshof hat Bestimmungen des Vorarlberger Baugesetzes aufgehoben, weil beim Abbruchverbot zum Schutz des Ortsbildes die wirtschaftliche Zumutbarkeit einer Sanierung für den Eigentümer nicht berücksichtigt wurde. In Wien werden heuer nur rund 10.300 Wohnungen fertig, 2027 droht ein weiterer Rückgang auf etwa 9.700; bei gewerblichen Mietwohnungen bricht der Neubau um 80 Prozent ein. Der Fiskalrat erwartet Defizite von 4,0 Prozent des BIP heuer und 3,6 Prozent 2027 und kritisiert neue Maßnahmen ohne Gegenfinanzierung. Die Wiener Linien passen ihre Tarife erstmals nach dem Verbraucherpreisindex an, die Jahreskarte kostet ab Jänner 483,10 Euro.

Immobilien & Wohnrecht

Wien: Wohnungsfertigstellungen sinken weiter, Einbruch bei gewerblichen Mietwohnungen

Nach dem Quartalsupdate zum Neubaubericht der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Wien werden heuer in Wien rund 10.300 Wohnungen fertiggestellt, um neun Prozent weniger als im bereits schwachen Vorjahr. Für 2027 wird ein weiterer Rückgang um sieben Prozent auf rund 9.700 Einheiten erwartet, während österreichweit ein moderates Wachstum prognostiziert wird. Die Segmente entwickeln sich sehr unterschiedlich: Gewerbliche Mietwohnungen brechen von 2.505 auf 494 Einheiten ein, gemeinnützige Mietwohnungen gehen leicht von 2.740 auf 2.678 zurück, gewerbliche Eigentumswohnungen steigen dagegen von 3.051 auf 3.961.

Das österreichweite Angebot an neu gebauten Eigentumswohnungen sinkt seit dem Höchststand im dritten Quartal 2024, seit Mitte 2025 beschleunigt; die Transaktionszahlen sind im dritten Quartal leicht gesunken. Die Fachgruppe fordert Planungssicherheit, raschere Genehmigungsverfahren und tragfähige Finanzierungsmöglichkeiten. Für Vermieter und Investoren deutet das auf eine weitere Verknappung des freifinanzierten Mietangebots in Wien hin.

Quellen:

  • Die Presse, 23.10.2026 15:55 – <https://www.diepresse.com/41387526/in-wien-werden-immer-weniger-wohnungen-fertig>

Maklerauskunft zur Miethöhe: erhöhter Sorgfaltsmaßstab

Immobilienmakler unterliegen nach Auskunft eines Wohnrechtsexperten einem erhöhten Sorgfaltsmaßstab, wenn es um ihre Angaben zur Miethöhe geht. Für Makler und Vermieter, die Inserate und Auskünfte freigeben, bedeutet das, dass Angaben zur Miete belastbar sein müssen.

Quellen:

  • Kurier, 23.10.2026 07:00 – <https://kurier.at/wirtschaft/immo/wohnung-immobilien-mieter-verwalter-kosten-makler/403199678>

Oberösterreich: Entwurf zur Erhöhung der Wohnbeihilfe fertig

Die oberösterreichische Landesregierung aus ÖVP und FPÖ hat sich auf eine Reform der Wohnbeihilfe geeinigt, der Entwurf sieht Erhöhungen vor.

Quellen:

  • Oberoesterreichische Nachrichten, 23.10.2026 19:00 – <https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/wohnbeihilfe-fertiger-entwurf-fuer-erhoehungen;art385,4225321#ref=rss>

Früheres Benko-Anwesen in Igls: Gutachten nennt 86,6 Millionen Euro

Das frühere Anwesen der Familie Benko, die „Villa N“, ist laut Gutachten 86,6 Millionen Euro wert. Für eine Nutzung als Hotel habe das Objekt nach Einschätzung eines Immobilienexperten zu wenige Zimmer, was die Verwertung erschweren dürfte.

Quellen:

  • Kurier, 23.10.2026 18:02 – <https://kurier.at/wirtschaft/rene-benko-haus-innsbruck-igls-verkauf-preis-villa-n/403200450>

Wirtschaft & Konjunktur

Fiskalrat: Defizit bleibt hoch, steigende Zinsen verschärfen den Konsolidierungsdruck

Das Büro des Fiskalrats erwartet ein gesamtstaatliches Defizit von 4,0 Prozent des BIP für heuer und 3,6 Prozent für 2027, die Schuldenquote steigt von 80,7 Prozent 2025 auf 83,6 Prozent 2027. Um sie zu stabilisieren, müsste das Defizit 2027 auf rund 2,4 Prozent sinken. Der Großteil des Defizits ist strukturell, getrieben vor allem durch Gesundheits- und Pensionsausgaben; auch Länder und Gemeinden schreiben rote Zahlen. Fiskalratspräsident Christoph Badelt bezweifelt, dass 2028 die Drei-Prozent-Grenze erreicht wird, und rechnet eher mit 3,6 bis 3,7 Prozent.

Der Zinsanstieg wirkt wegen der durchschnittlichen Restlaufzeit der Bundesanleihen von 11,2 Jahren verzögert, erhöht die Zinsausgaben aber stetig: Ein dauerhafter Anstieg um einen Prozentpunkt kostet jährlich 0,6 Milliarden Euro mehr, die Zinsquote steigt von 1,7 auf 2,0 Prozent des BIP. Kritisiert wird, dass die Regierung keine Sicherheitspuffer eingeplant hat und seit dem Sommer Maßnahmen wie die Umsatzsteuersenkung auf Lebensmittel, Dürrehilfen und das Zukunftsdepot ohne vollständige Gegenfinanzierung beschlossen wurden. Der Bundeskanzler weist die Kritik zurück; Gewerkschaftsbund und Arbeiterkammer warnen vor zusätzlichen Kürzungen. Für die Praxis ist mit weiterem Konsolidierungsbedarf und entsprechender Unsicherheit über künftige Abgaben und Förderungen zu rechnen.

Quellen:

  • Die Presse, 23.10.2026 10:01 – <https://www.diepresse.com/41385404/hohe-defizite-und-steigende-schulden-beim-budgetpfad-zeigt-sich-keine-trendwende>
  • ORF.at, 23.10.2026 18:09 – <https://orf.at/stories/3445941/>
  • Der Standard, 23.10.2026 11:29 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345709/budget-ausblick-des-fiskalrats-stabil-aber-skeptisch?ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 23.10.2026 10:25 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41385667/die-schulden-steigen-weiter-stabilisierung-nicht-in-sicht>

Börsen: Zinsrisiko wiegt schwerer als Zweifel am KI-Boom

Nach dem Kursrutsch vom Donnerstag hielt der Verkaufsdruck auch am Freitag an. Auslöser sind Zweifel an der Rentabilität der Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz – Meta meldete erstmals seit 2012 einen negativen freien Cashflow, die Kosten für Kreditausfallversicherungen großer Technologiekonzerne stiegen auf Rekordwerte – sowie ein Ölpreis deutlich über 115 Dollar. Befragte Vermögensverwalter sehen kurzfristig das größere Risiko in der Inflation und in Zinserhöhungen der Notenbanken: Die Teuerung im Euroraum lag im September bei 3,8 Prozent. Für die Sitzungen kommende Woche wird erwartet, dass EZB und Fed die Leitzinsen halten, zu Jahresende aber anheben.

Für Banken wird das höhere Zinsniveau ab einer gewissen Höhe zum zweischneidigen Schwert, weil weniger Wachstum auch weniger Neugeschäft und höhere Kreditausfallrisiken bedeutet.

Quellen:

  • Der Standard, 24.10.2026 06:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345625/wie-gefaehrdet-sind-die-aktienmaerkte-ist-die-nervositaet-berechtigt?ref=rss>
  • Der Standard, 23.10.2026 08:44 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345621/ki-story-wird-bruechig-kapitalgeber-fuerchten-um-milliarden-investments?ref=rss>

Wiener Linien: Tarife erstmals nach Verbraucherpreisindex angepasst

Die Wiener Linien heben die Tarife mit 1. Jänner 2027 an, erstmals im Rahmen der jährlichen Valorisierung nach dem Verbraucherpreisindex. Die Jahreskarte kostet bei Einmalzahlung 483,10 Euro statt 467 Euro, also um 3,45 Prozent mehr, bei monatlicher Abbuchung 524,40 Euro; der Nachlass für die digitale Jahreskarte entfällt. Der Einzelfahrschein steigt von 3,20 auf 3,30 Euro, das Mobilpass-Ticket von 21,90 auf 25,80 Euro digital bzw. 27,20 Euro analog. Laufende Jahreskarten bleiben bis zum nächsten Weiterbezug zum vereinbarten Preis.

Quellen:

  • Der Standard, 23.10.2026 13:47 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345744/jetzt-fix-2027-kostet-die-jahreskarte-fuer-die-wiener-linien-48310-euro?ref=rss>
  • Die Presse, 23.10.2026 14:18 – <https://www.diepresse.com/41387242/jahreskarte-fuer-483-10-euro-wiener-linien-erhoehen-ticketpreise-ab-1-jaenner-2027>
  • Kurier, 24.10.2026 05:30 – <https://kurier.at/chronik/wien/wiener-linien-jahreskarte-oeffis-tarife-ulli-sima-48310-euro/403200458>

Sozialhilfereform: Einsparungen erst ab 2028, Länder prüfen

Zum Entwurf des neuen Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes erwartet die Sozialministerin für 2027 noch keine Einsparungen, außer die Länder setzen sehr rasch um; für 2028 rechnet sie mit 188 Millionen Euro, für 2029 mit mehr als 237 Millionen Euro. Die Länder haben keinen grundsätzlichen Widerstand angemeldet, wollen die Vorhaben aber im Begutachtungsverfahren prüfen. Die Wirtschaftskammer begrüßt den stärkeren Arbeitsanreiz, Hilfsorganisationen und Grüne befürchten mehr Kinderarmut und erwarten, dass Teile der Reform vor Gericht landen.

Quellen:

  • ORF.at, 23.10.2026 13:41 – <https://orf.at/stories/3445942/>

Steuer- & Unternehmensrecht

Verfassungsgerichtshof: Abbruchverbot ohne Prüfung der Wirtschaftlichkeit verfassungswidrig

Der Verfassungsgerichtshof hat § 17 Abs. 3 und 6 des Vorarlberger Baugesetzes aufgehoben. Anlass war ein Gasthaus aus den 1850er-Jahren in Dornbirn-Hatlerdorf, dessen Abbruch die Behörde wegen der Bedeutung für das Ortsbild untersagt hatte; das Landesverwaltungsgericht hatte dies bestätigt. Nach Ansicht des Gerichtshofs ist es ein unverhältnismäßiger Eingriff in das Eigentumsrecht, wenn bei der Entscheidung über einen Abbruch ausschließlich der Orts- und Landschaftsbildschutz zählt und die wirtschaftliche Zumutbarkeit einer Sanierung für den Eigentümer gänzlich außer Acht bleibt.

Die Bestimmungen treten erst mit Ende Oktober 2027 außer Kraft, der Landtag hat bis dahin Zeit für eine Neuregelung; im Anlassfall sind sie nicht mehr anzuwenden. Das Landesverwaltungsgericht muss neu entscheiden und dabei abwägen, ob eine Sanierung wirtschaftlich unrentabel wäre und ob dies schwerer wiegt als das öffentliche Interesse am Ortsbild – ein Abbruch ist damit nicht automatisch zu bewilligen. Für Eigentümer erhaltenswerter Altbauten stärkt die Entscheidung die Position, die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung in das Verfahren einzubringen.

Quellen:

  • ORF.at, 23.10.2026 18:08 – <https://vorarlberg.orf.at/stories/3376601/>

Verwaltungsgerichtshof: Niederlage für Villach im Verfahren um Logistikzentrum

Das in Villach-Federaun geplante Logistikzentrum wird nicht gebaut, rechtlich war der Fall aber noch offen. Nun hat die Stadt Villach vor dem Verwaltungsgerichtshof verloren.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 23.10.2026 19:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41386131/logistikzentrum-hoechstgericht-entscheidet-gegen-stadt-villach>

Energie & Bau

Falsche Handwerker: Arbeiterkammer Vorarlberg warnt

Beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Vorarlberg gehen vermehrt Beschwerden über angebliche Handwerker ein, die an Haustüren oder über Flyer Reinigungs-, Anstrich- und Renovierungsarbeiten zu auffallend niedrigen Preisen anbieten. Sie geben sich mit einer Vorarlberger Adresse oder dem Landeswappen als heimische Betriebe aus, haben aber meist keine Gewerbeberechtigung in Österreich; Kunden erhalten oft mangelhafte Arbeit und überhöhte Rechnungen. Geraten wird, keine An- oder Vorauszahlungen zu leisten, nach der Gewerbeberechtigung zu fragen und bei Druck die Polizei zu rufen. Für Hausverwaltungen empfiehlt sich, Bewohner – besonders ältere – auf solche Angebote hinzuweisen.

Quellen:

  • ORF.at, 23.10.2026 17:37 – <https://vorarlberg.orf.at/stories/3376561/>

Öl auf Fünfmonatshoch, Gas seit Jahresbeginn verdreifacht

Der Ölpreis hat ein Fünfmonatshoch erreicht, der Gaspreis sich seit Jahresbeginn verdreifacht; Treiber ist der Krieg mit dem Iran. Die Spritpreisbremse federt das nur teilweise ab.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 24.10.2026 05:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41386747/teurer-herbst-warum-die-preise-fuer-oel-und-gas-kraeftig-zulegen>
15.03.2023

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