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GEVEST-Pressespiegel vom 25.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der letzte Fördercall 2026 für Photovoltaik und Stromspeicher war mit 41.322 Anträgen und rund 192 Millionen Euro beantragter Förderung bei 38,5 Millionen Euro verfügbaren Mitteln stark überzeichnet; die Förderung soll auf einen Speichersystembonus ohne Windhundprinzip umgestellt werden. Italien deckelt den Gaspreis für die Stromerzeugung bei rund 60 Euro je Megawattstunde, die österreichische Energiestaatssekretärin hält das Modell für keine Lösung. Der Oberste Gerichtshof hat eine Verletzung bei einer als Teambuilding durchgeführten Sportveranstaltung als Dienstunfall anerkannt. Der Chef der Bundesfinanzierungsagentur erwartet, dass die Zinsausgaben des Bundes bis 2030 auf rund zwei Prozent des BIP steigen, und weist auf den Gewinnfreibetrag bei Veranlagung in den Bundesschatz bis Jahresende hin.

Immobilien & Wohnrecht

Wohnbau: heuer 25.000 Fertigstellungen, kaum neue Projekte

Die Krise am Bau hält an: Österreichweit werden heuer rund 25.000 neue Wohneinheiten fertig, obwohl die Immobilienpreise steigen, kommen kaum neue Projekte nach.

Quellen:

  • Oberoesterreichische Nachrichten, 24.10.2026 10:00 – <https://www.nachrichten.at/meine-welt/wohnen/die-immobilienpreise-steigen-aber-es-gibt-kaum-neue-projekte;art168076,4223713#ref=rss>

Wilhelmsburg: früheres Laufen-Werk wird zum Stadtteil

Das rund 76.000 Quadratmeter große Areal des 2020 stillgelegten Laufen-Keramikwerks in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten) sowie ein angrenzendes Grundstück von 7.200 Quadratmetern wurden von der WIL Immobilienentwicklungsgesellschaft, einem Unternehmen der Montana Holding, gekauft. Geplant ist ein gemischt genutzter Stadtteil mit Wohnbauten, öffentlichen Einrichtungen, Freizeitangeboten und Grünflächen. Eine Vorstudie ist beauftragt, eine detaillierte Planungsgrundlage soll bis Sommer 2027 vorliegen.

Quellen:

  • ORF.at, 24.10.2026 16:45 – <https://noe.orf.at/stories/3376697/>

Wirtschaft & Konjunktur

Staatsschulden: Zinslast steigt bis 2030 auf rund zwei Prozent des BIP

Der Chef der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur, Markus Stix, sieht Österreich nach Deutschland und den Niederlanden als einen der sicheren Häfen der Eurozone; der Renditeaufschlag zu Deutschland liegt auf einem Fünfjahrestief. Die Finanzschulden des Bundes von 324 Milliarden Euro sind im Schnitt mit 2,1 Prozent verzinst; wegen langer Laufzeiten schlägt das höhere Zinsniveau nur langsam durch, die Zinsausgaben sollen aber bis 2030 von knapp 1,3 auf rund zwei Prozent des BIP steigen. Seit das Eurosystem keine Anleihen mehr kauft, sind Versicherer, Pensionskassen, Banken und Zentralbanken als Käufer zurückgekehrt.

Für Selbständige und Einzelunternehmer relevant: Bis Jahresende kann der Gewinnfreibetrag auch durch Veranlagung in den Bundesschatz genutzt werden. Im Bundesschatz liegen derzeit zehn Milliarden Euro von Privatanlegern.

Quellen:

  • Die Presse, 24.10.2026 07:58 – <https://www.diepresse.com/41378620/wir-profitieren-von-der-krise-in-frankreich-sagt-oesterreichs-oberster-schuldenmanager>

Inflation: Prognose sieht Rückgang 2027, Gas bleibt Risiko

Nach einer Prognose des Vermögensverwalters Ofi Invest dürfte die Inflation in der Eurozone heuer im Schnitt bei drei Prozent liegen und 2027 auf gut 2,4 Prozent sinken; im September betrug sie 3,8 Prozent. Die Zuversicht stützt sich auf Terminmärkte, die einen allmählichen Rückgang des Ölpreises erwarten, sofern sich die geopolitische Lage nicht verschärft; Brent notierte zuletzt bei rund 111 Dollar. Als Risiko gilt der starke Anstieg des Gaspreises, zumal die Speicher in Deutschland und den Niederlanden geringer gefüllt sind als in früheren Jahren.

Quellen:

  • Die Presse, 24.10.2026 11:06 – <https://www.diepresse.com/41381148/teure-energie-hohe-inflation-prognosen-machen-dennoch-hoffnung>

Sozialhilfereform: Kanzler nennt über 200 Millionen Euro jährlich

Der Bundeskanzler beziffert den Budgeteffekt der Sozialhilfereform erstmals mit mehr als 200 Millionen Euro jährlich, davon rund 150 Millionen Euro durch Einsparungen der Länder, der Rest aus höheren Steuereinnahmen durch zusätzliche Beschäftigung. Der Entwurf ist in dreiwöchiger Begutachtung, der Nationalratsbeschluss ist für November geplant. Die Wehrdienstreform soll laut Folgenabschätzung bis 2031 rund 985 Millionen Euro zusätzlich kosten und braucht eine Zweidrittelmehrheit.

Quellen:

  • Der Standard, 24.10.2026 13:51 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345830/stocker-erwartet-mehr-als-200-millionen-euro-durch-sozialhilfereform?ref=rss>
  • ORF.at, 24.10.2026 13:24 – <https://orf.at/stories/3446044/>
  • Die Presse, 24.10.2026 14:54 – <https://www.diepresse.com/41389561/stocker-weist-ngo-kritik-an-sozialhilfereform-zurueck>
  • Oberoesterreichische Nachrichten, 24.10.2026 13:37 – <https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/sozialhilfe-stocker-weist-kritik-von-ngos-neuerlich-zurueck;art385,4225585#ref=rss>
  • Kleine Zeitung, 24.10.2026 16:32 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41389743/bundeskanzler-stocker-die-sozialhilfereform-ist-keine-die-armut>

Steuer- & Unternehmensrecht

Oberster Gerichtshof: Unfall beim Teambuilding-Turnier ist Dienstunfall

Ein Vizeleutnant verletzte sich beim jährlichen Eisstockturnier seines Militärkommandos dauerhaft an der Hand und beantragte eine Versehrtenrente; die Versicherungsanstalt lehnte ab, weil der Wettkampf im Vordergrund gestanden sei. Der Oberste Gerichtshof bestätigte die Entscheidung des Oberlandesgerichts Graz zugunsten des Soldaten (10 ObS 65/26w vom 15.9.2026). Sportliche Betätigung mit Wettkampfcharakter ist grundsätzlich nicht versichert; anders ist es, wenn die Veranstaltung der Verbundenheit zwischen Leitung und Beschäftigten sowie unter den Beschäftigten dient. Hier sprach dafür, dass das Turnier ausdrücklich als Teambuilding angelegt war, in der Dienstzeit stattfand und vom Kommandanten genehmigt wurde.

Für Arbeitgeber, die Betriebsausflüge oder Sportveranstaltungen organisieren, zeigt die Entscheidung, worauf es für den Unfallversicherungsschutz ankommt: Zweck der Gemeinschaftspflege, Genehmigung durch die Leitung und Durchführung in der Arbeitszeit.

Quellen:

  • Der Standard, 24.10.2026 09:21 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345580/verletzung-beim-teambuilding-gilt-laut-hoechstgericht-als-dienstunfall?ref=rss>

Flugticketabgabe: Argumente für und gegen die Abschaffung

Wien und Niederösterreich drängen auf die Abschaffung der Flugticketabgabe von zwölf Euro pro Ticket, bei Kurzstrecken bis 350 Kilometer 30 Euro; der niederösterreichische Landtag hat dazu einen Dringlichkeitsantrag beschlossen. Die Abgabe brachte zuletzt rund 180 Millionen Euro. Eine Studie des industrienahen Economica-Instituts rechnet ohne Abgabe mit 2,5 Millionen zusätzlichen Passagieren und rund 210 Millionen Euro zusätzlichen Steuereinnahmen; die Passagierzahlen an den heimischen Flughäfen gingen zuletzt um sechs bzw. 5,5 Prozent zurück.

Dagegen wird eingewandt, dass der Luftverkehr steuerlich begünstigt ist: Kerosin ist im internationalen Verkehr nicht besteuert, internationale Flüge sind umsatzsteuerfrei, während bei Inlandstickets 13 Prozent Umsatzsteuer anfallen. Deutschland erhebt mit 13,03 Euro für Kurz-, 33,01 Euro für Mittel- und 59,43 Euro für Langstrecken höhere Abgaben.

Quellen:

  • Der Standard, 24.10.2026 17:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345328/was-fuer-und-was-gegen-die-abschaffung-der-flugticketabgabe-spricht?ref=rss>

Energie & Bau

PV-Förderung: letzter Call 2026 überzeichnet, Umstellung auf Speichersystembonus

Im dritten und letzten Fördercall des Jahres für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher wurden zwischen 8. und 22. Oktober 41.322 Anträge mit einem Fördervolumen von rund 192 Millionen Euro eingereicht. Verfügbar waren dank Restmitteln aus früheren Runden 38,5 Millionen Euro, ursprünglich vorgesehen waren nur acht Millionen. Die Anträge werden nun auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft und nach den Reihungskriterien vergeben.

Für die Zukunft soll das Windhundprinzip durch ein laufendes, antragsbasiertes Modell ersetzt werden. An die Stelle der klassischen PV-Investitionsförderung soll ein Speichersystembonus treten, der neue Speicher und die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen unterstützt; Voraussetzung ist ein intelligentes Energiemanagementsystem für einen systemdienlichen Betrieb. Projekte mit Speicher, die jetzt nicht zum Zug kommen, können im neuen System erneut einreichen, sofern sie ab 1. November 2026 in Betrieb gehen. Für die Neuregelung ist eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat nötig. Für Eigentümer und Bauträger, die PV-Projekte planen, empfiehlt sich, Speicher und Energiemanagement von Anfang an mitzuplanen.

Quellen:

  • Der Standard, 24.10.2026 10:39 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345816/letzter-pv-f246rdercall-mit-hoher-nachfrage-beendet?ref=rss>
  • Kurier, 24.10.2026 11:26 – <https://kurier.at/wirtschaft/photovoltaik-foerderung-dritter-foerdercall-antraege-volumen/403200609>
  • Oberoesterreichische Nachrichten, 24.10.2026 12:40 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/letzter-pv-foerdercall-mit-hoher-nachfrage-beendet;art15,4225581#ref=rss>

Strompreis: Italien deckelt Gas für Kraftwerke, Österreich skeptisch

Italien wird den Preis für Gas, das zur Stromerzeugung eingesetzt wird, mit Zustimmung der EU-Kommission bei rund 60 Euro je Megawattstunde deckeln; der Staat ersetzt den Gaskraftwerken die Differenz zum Marktpreis, finanziert über eine Abgabe der Endkunden. Hintergrund ist das Merit-Order-Prinzip, bei dem das teuerste noch benötigte Kraftwerk den Strompreis bestimmt: Der Gaspreis ist seit Jahresbeginn von etwa 30 auf 90 Euro gestiegen, Strom kostet in Österreich um die 210 Euro je Megawattstunde. Die Regierung in Rom rechnet mit zehn Prozent Ersparnis, ein Mailänder Energiemarktexperte erwartet eher fünf Prozent bei Kosten von rund fünf Milliarden Euro.

Weil verbilligter Strom über den Binnenmarkt auch nach Österreich, in die Schweiz und nach Slowenien abfließen könnte, hält die Energiestaatssekretärin das Modell für keine Lösung und tritt für eine europäische Regelung ein, etwa ohne Einrechnung der CO₂-Zertifikatskosten für Gas in den Strompreis; die EU-Kommission lehnt das bisher ab. Für Betriebskosten und Energieverträge heißt das: Ohne Reform bleibt der Strompreis vorerst hoch.

Quellen:

  • Der Standard, 24.10.2026 12:06 – <https://www.derstandard.at/story/3000000345767/italien-meloni-wird-die-strompreise-mit-einem-riskanten-manoever-deckeln-zieht-oesterreich-nach?ref=rss>

Fernwärme aus Biomasse: Änderungskündigung mit Gaspreisbezug in Murau

Die Energie Steiermark hat ihren Fernwärmekunden in Murau eine Änderungskündigung zugeschickt. Der Konzern verspricht eine Kostensenkung; bei den Kunden stößt auf Skepsis, dass für die Wärme aus einem Biomasse-Heizwerk künftig offenbar der Gaspreis eine Rolle spielt.

Quellen:

  • Kleine Zeitung, 24.10.2026 16:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41375931/warum-spielt-bei-unserem-biomasse-heizwerk-ploetzlich-der-gaspreis-eine>

 

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15.03.2023

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07.03.2023
15.02.2023

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07.03.2023