GEVEST-Pressespiegel vom 30.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins trotz einer Inflation von 3,8 Prozent im Euroraum bei 2,5 Prozent belassen, für Dezember wird eine weitere Erhöhung erwartet; zugleich hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihren vorzeitigen Rücktritt mit 7. Februar 2027 angekündigt. Die E-Control hat die Stromnetzentgelte für 2027 vorgelegt: Im Schnitt sinken sie um 3,6 Prozent, in Kärnten steigen sie dagegen um 9,6 Prozent, in Graz um 3,4 Prozent. Der Verwaltungsgerichtshof hat beim Verfassungsgerichtshof die Aufhebung des Energiekrisenbeitrags-Strom beantragt. Im ersten Halbjahr wurden um 27 Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft als ein Jahr davor, die Preise stiegen um 3,6 Prozent. Die OMV und andere europäische Ölkonzerne melden stark gestiegene Quartalsgewinne, die Forderungen nach einer Übergewinnsteuer werden lauter.
Immobilien & Wohnrecht
Einfamilienhäuser: Verkäufe deutlich gestiegen
Laut einer Auswertung von Remax Austria wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 6400 Einfamilienhäuser verkauft, um 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und um 67 Prozent mehr als 2024. Als Grund gelten die hohen Kosten für Grund, Neubau und Finanzierung: Viele kaufen und sanieren, statt neu zu bauen. Ein typisches Einfamilienhaus kostete 349.536 Euro, ein Plus von 3,6 Prozent und knapp unter dem Höchstwert von 2023; im teuersten Viertel stiegen die Preise um rund 4,3 Prozent auf 485.000 Euro. In allen Bundesländern wurden mehr Häuser verkauft. Tirol hat Wien als teuerstes Bundesland abgelöst, in Wien und Kärnten gingen die Preise zurück, im Burgenland sind sie am niedrigsten, steigen aber am stärksten. Unter den Bezirken reicht die Spanne von 1,27 Millionen Euro in Kitzbühel bis rund 122.000 Euro in Waidhofen an der Thaya, unter den Landeshauptstädten ist Salzburg mit rund 916.000 Euro am teuersten, St. Pölten mit rund 312.000 Euro am günstigsten.
Quellen:
- Der Standard, 29.10.2026 17:34 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346294/immer-mehr-menschen-kaufen-einfamilienhaeuser-weil-bauen-zu-teuer-ist?ref=rss>
Deutschland: „Gebäudetyp E“ soll Neubau verbilligen
Die deutsche Justiz- und die Bauministerin haben einen Gesetzesentwurf vorgelegt, nach dem Bauherren und Bauunternehmen im Bauvertrag rechtssicher vereinbaren können, auf gesetzlich nicht zwingende Komfortstandards zu verzichten, etwa beim Trittschall, bei der Deckenhöhe oder der Ausstattung. Bei Brandschutz, Statik, Belüftung und Belichtung sind keine Abstriche erlaubt; ohne ausdrückliche Vereinbarung bleibt der übliche Standard geschuldet. Die Ministerien erwarten aus Pilotprojekten um 10 bis 15 Prozent niedrigere Baukosten, ein Inkrafttreten ist frühestens Mitte 2027 geplant, die Abstimmung in der Regierung steht noch aus. In Österreich gibt es mit einem Pilotprojekt der Arge Eigenheim Niederösterreich und dem Ansatz „Bauen außerhalb der Norm“ der Salzburger Zukunftsagentur Bau ähnliche Überlegungen, eine gesetzliche Umsetzung ist aber nicht in Sicht. Für Bauträger bleibt das Haftungsrisiko bei Abweichungen von üblichen Standards damit vorerst unverändert.
Quellen:
- Der Standard, 29.10.2026 14:33 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346479/deutschland-will-wohnbau-durch-weniger-schnickschnack-verguenstigen?ref=rss>
Wiener Luxusimmobilien: Lagen verschieben sich
Wiener Makler berichten, dass im Luxussegment zunehmend auch Lagen außerhalb der klassischen Nobelbezirke gefragt sind, etwa an der Alten Donau im 22. Bezirk und rund um den Hauptbahnhof, der seit Eröffnung des Koralmtunnels zusätzlich gewonnen habe; internationale Käufer achten vor allem auf die Anbindung an Flughafen und Bahn. Innerhalb Döblings werden zentrumsnahe Lagen mit guter Infrastruktur und öffentlicher Anbindung den Hanglagen vorgezogen, einzelne Adressen wie Kaasgrabengasse oder Himmelstraße haben an Beliebtheit verloren. Für die Mariahilfer Straße erwarten die Befragten durch neue Wohnprojekte eine Aufwertung.
Quellen:
- Die Presse, 29.10.2026 16:00 – <https://www.diepresse.com/41403129/luxusimmobilien-wiener-bezirke-und-lagen-mit-prestige>
Betrug beim Verkauf einer Auslandsimmobilie verhindert
Ein Wiener Immobilientreuhänder sollte beim Verkauf seiner Villa in Marbella Opfer eines sogenannten Rip-Deals werden: Ein angeblicher Käufer und ein angeblicher Makler verlangten eine Anzahlung in bar und eine Provision in Goldmünzen. Der Verkäufer wurde misstrauisch und half der Polizei, den Tätern eine Falle zu stellen; Anfang Oktober wurden in Marbella und Wien drei Personen festgenommen und mehr als zwei Millionen Euro Falschgeld sichergestellt. Die Polizei ruft weitere Geschädigte auf, im Inland Anzeige zu erstatten. Bargeldgeschäfte und ungewöhnliche Zusatzgeschäfte bei Immobilienverkäufen gelten als typisches Warnsignal.
Quellen:
- ORF.at, 29.10.2026 19:00 – <https://wien.orf.at/stories/3377367/>
Oberösterreich: Mehr Beratung zur Wohnungssicherung
Das Netzwerk Wohnungssicherung hat im Vorjahr 2785 Haushalte in Oberösterreich betreut, die ihre Miete nicht mehr leisten konnten; der Beratungsbedarf hat sich in 20 Jahren mehr als verdreifacht.
Quellen:
- Oberoesterreichische Nachrichten, 29.10.2026 19:00 – <https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/sie-helfen-wenn-die-miete-nicht-mehr-leistbar-ist;art4,4227114#ref=rss>
Wirtschaft & Konjunktur
EZB hält Leitzins, Lagarde kündigt Rücktritt an
Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins nach den Erhöhungen im Juni und September bei 2,5 Prozent belassen. Die Inflation im Euroraum liegt bei 3,8 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie das Ziel; an den Finanzmärkten wird für Dezember eine weitere Erhöhung erwartet, dann legt die EZB auch neue Prognosen bis 2028 vor. Belastend wirken zusätzlich die gestiegenen Renditen von Staatsanleihen: Der Abstand französischer zu deutschen zehnjährigen Anleihen ist auf den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt gestiegen, Frankreichs Schuldenstand liegt bei 119 Prozent der Wirtschaftsleistung. Am selben Tag hat Christine Lagarde angekündigt, ihr Amt am 7. Februar 2027 und damit rund acht Monate vor Ende der regulären Amtszeit niederzulegen; als Favoriten für die Nachfolge gelten der Spanier Pablo Hernández de Cos und der Niederländer Klaas Knot, die Eurogruppe berät am 9. November. Da Anfang 2027 auch Isabel Schnabel aus dem Direktorium ausscheidet und im Mai das Mandat von Chefvolkswirt Philip Lane endet, werden drei Spitzenpositionen innerhalb weniger Monate neu besetzt. Für Finanzierungen in Euro bleibt damit eher mit steigenden als mit sinkenden Zinsen zu rechnen.
Quellen:
- Die Presse, 29.10.2026 14:57 – <https://www.diepresse.com/41402585/ezb-haelt-an-leitzins-von-2-50-prozent-fest>
- Die Presse, 29.10.2026 15:00 – <https://www.diepresse.com/41401654/christine-lagarde-verlaesst-die-ezb-vorzeitig-machtkampf-um-ihre-nachfolge-beginnt>
- Die Presse, 29.10.2026 16:16 – <https://www.diepresse.com/41402757/ihr-irrtum-war-fuer-europa-folgenschwer-christine-lagarde-hinterlaesst-ein-schweres-erbe>
- Die Presse, 29.10.2026 11:37 – <https://www.diepresse.com/41401507/ezb-vor-zinsentscheidung-lagarde-muss-zwischen-inflation-und-frankreich-krise-abwaegen>
- Der Standard, 29.10.2026 11:07 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346500/ezb-chefin-christine-lagarde-tritt-im-februar-zurueck?ref=rss>
- Der Standard, 29.10.2026 14:20 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346449/ezb-chefin-lagarde-kuendigt-ruecktritt-im-februar-an-leitzins-bleibt-stabil?ref=rss>
- Kurier, 29.10.2026 11:15 – <https://kurier.at/wirtschaft/christine-lagarde-ezb-ruecktritt/403201560>
- Kurier, 29.10.2026 14:24 – <https://kurier.at/wirtschaft/ezb-leitzins-250-prozent-inflation/403201626>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 11:40 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41401695/ezb-praesidentin-christine-lagarde-tritt-frueher-als-geplant-zurueck>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 14:35 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41402586/trotz-hoher-inflation-ezb-belaesst-leitzins-bei-2-50-prozent>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 07:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41400739/heute-faellt-zinsentscheidung-haelt-auch-die-ezb-die-fuesse-still>
Sparzinsen steigen wieder
Nach den Zinserhöhungen der EZB bieten Banken rund um den Weltspartag wieder höhere Sparzinsen. Laut der Sparzinsenplattform der Nationalbank lagen die Sätze bei dreijähriger Bindung zuletzt im Schnitt bei rund 2,3 Prozent, bei zwei Jahren bei etwa 2,1 Prozent, einzelne Angebote erreichen bis zu 3,6 Prozent. Die Arbeiterkammer warnt vor Lockangeboten bei täglich fälligen Geldern, deren Verzinsung oft nach drei bis vier Monaten sinkt. WU-Professor Stefan Pichler erwartet, dass der Zinsanstieg anhält, sich aber abschwächt, weil höhere Zinsen die Kreditnachfrage dämpfen.
Quellen:
- Die Presse, 29.10.2026 16:12 – <https://www.diepresse.com/41403032/weltspartag-die-sparzinsen-gehen-wieder-nach-oben-so-viel-zahlen-die-banken-nun>
- Kurier, 30.10.2026 05:05 – <https://kurier.at/wirtschaft/sparen-zinsen-weltspartag-geld-anlage-banken/403201623>
Sanierungsverfahren: Heutal-Lifte und Unterberger Transporte
Über die Heutal-Lift GmbH, die ein kleines Familienskigebiet bei Unken im Pinzgau betreibt, ist ein Sanierungsverfahren eröffnet worden. Die Verbindlichkeiten liegen knapp über einer Million Euro, betroffen sind 37 Gläubiger, angeboten wird eine Quote von 20 Prozent; Dienstnehmer gibt es neben dem Geschäftsführer keine. Als Ursachen nennt das Unternehmen den schneearmen Winter, die geringe Auslastung im Sommer, gestiegene Kosten und Altlasten; noch im Jänner war von Investitionen von rund 25 Millionen Euro die Rede gewesen. In Bruck an der Mur ist das Transportunternehmen Unterberger Transporte nach dem Wegfall seines Hauptauftraggebers und wegen hoher Dieselpreise insolvent und hofft auf einen Sanierungsplan.
Quellen:
- ORF.at, 29.10.2026 22:39 – <https://salzburg.orf.at/stories/3377372/>
- Die Presse, 29.10.2026 15:12 – <https://www.diepresse.com/41402870/salzburger-skigebiet-wegen-schneemangel-in-konkurs>
- Oberoesterreichische Nachrichten, 29.10.2026 16:44 – <https://www.nachrichten.at/panorama/chronik/naechstes-kleines-skigebiet-schlitterte-in-die-pleite;art58,4227189#ref=rss>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 17:31 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41403560/insolvenz-bei-bekanntem-brucker-transportunternehmen>
Tourismusbeschäftigtenfonds nimmt Anträge an
Der Tourismusbeschäftigtenfonds fördert ab sofort Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie mit einem Bruttoeinkommen von höchstens 2700 Euro im Monat. Übernommen werden die Hälfte der Aus- und Weiterbildungskosten bis 5000 Euro pro Person, außerdem gibt es Lehrlingsprämien, Kursgutscheine und einen Zuschuss zur Kinderbetreuung von bis zu 300 Euro pro Kind und Monat. Der Fonds ist bis 2028 mit jährlich 6,5 Millionen Euro dotiert, die Anträge werden online gestellt und sollen binnen zwei bis vier Wochen erledigt sein. Die Betriebe werden ersucht, die restlichen Kurskosten zu tragen und die Weiterbildung in der Arbeitszeit zu ermöglichen.
Quellen:
- Der Standard, 29.10.2026 15:12 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346606/mehr-geld-fuer-weiterbildung-bis-zu-5000-euro-foerderung-fuer-hotellerie-und-gastro-beschaeftigte?ref=rss>
Steuer- & Unternehmensrecht
VwGH ficht Energiekrisenbeitrag-Strom an
Der Verwaltungsgerichtshof hat beim Verfassungsgerichtshof beantragt, wesentliche Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Energiekrisenbeitrag-Strom als verfassungswidrig aufzuheben. Anlass sind Beschwerden von Stromerzeugern, vor allem aus Wasser-, Sonnen- und Windkraft, die argumentieren, dass die Sondersituation am Strommarkt, die die Abgabe gerechtfertigt habe, seit 2024 nicht mehr bestehe. Der VfGH hat bereits im Juli ein Prüfverfahren eingeleitet und dabei auch kritisiert, dass sich der Beitrag am Erlös und nicht am Gewinn bemisst. Das Verfahren betrifft vorerst die Regelung für 2024; bei einer Aufhebung könnten beschwerdeführende Unternehmen mit Rückzahlungen rechnen, dem Bund drohen Einnahmen zu entgehen, mit denen bis 2029 budgetiert ist. Finanzminister Markus Marterbauer setzt sich auf EU-Ebene für eine europaweite Übergewinnsteuer für Energiekonzerne ein.
Quellen:
- Der Standard, 29.10.2026 12:05 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346471/faellt-die-sondersteuer-fuer-stromerzeuger-hoechstgericht-fordert-aufhebung?ref=rss>
EU-Kommission plant einheitliches Vergaberecht
Die EU-Kommission hat den Entwurf einer unmittelbar anwendbaren Verordnung („Public Procurement Act“) vorgelegt, die die bisherigen Vergaberichtlinien für den Oberschwellenbereich ablösen soll. Vorgesehen sind eine stärkere Abkehr vom Billigstbieterprinzip mit mindestens 30 Prozent Qualitätskriterien, eine verpflichtende europäische Präferenz samt Instrumenten gegen Dumpingangebote aus Drittstaaten sowie ein zentraler digitaler Marktplatz, auf dem Bieter ein Unternehmensprofil mit ihren Eignungsnachweisen hinterlegen. Bereits ab einem Auftragswert von 10.000 Euro sollen bestimmte Vertragsdaten an die zentrale Plattform gemeldet werden. Vergaberechtsexperten sprechen von einem Systemwechsel, der den Spielraum der Mitgliedstaaten weitgehend beseitigt und das Recht eher komplexer macht; der Auftragnehmerkataster Österreich warnt vor Datenschutz- und Sicherheitsrisiken einer zentralen Plattform. Ob die Verordnung in dieser Form beschlossen wird, ist offen.
Quellen:
- Die Presse, 29.10.2026 10:54 – <https://www.diepresse.com/41397621/europa-soll-vorrang-haben-bruessel-will-mehr-kontrolle-was-sich-bei-oeffentlichen-auftraegen-aendern-soll>
Signa: Neues Verfahren wegen Urkundenfälschung
Die WKStA hat gegen René Benko ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet, diesmal wegen des Verdachts der Urkundenfälschung: Er soll im Dezember 2021 einen Beschluss des Gesellschafterkomitees der Signa Holding zum Börsengang der Signa Sports United verfälscht und nachträglich die Unterschriften zweier Gesellschafter eingefügt haben; sein Anwalt weist das zurück. Ein Zwischenbericht der Soko Signa zeichnet den Börsengang über eine Spac-Transaktion in New York nach: 92 Prozent der rückgabeberechtigten Aktionäre stiegen aus, die Lücke füllten auch Signa-Altaktionäre mit fast 400 Millionen Dollar; die Signa Holding stützte die verlustreiche Tochter mit Krediten, ehe diese im Oktober 2023 als erste Signa-Gesellschaft insolvent wurde. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quellen:
- Der Standard, 30.10.2026 05:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346438/das-mit-signa-sports-endet-im-desaster-benkos-niederlage-an-der-new-yorker-boerse?ref=rss>
Sozialhilfe und Integrationsgesetz in Begutachtung
Die Regierung hat den Entwurf eines neuen Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes und eine Novelle des Integrationsgesetzes in Begutachtung geschickt; beide sollen mit Jahresbeginn gelten, die Länder müssen ihre Ausführungsgesetze bis 30. September 2027 erlassen. Für Kinder gilt künftig ein Korridor mit einem Höchstbetrag von 307 Euro für die ersten vier Kinder und gestaffelten Mindestbeträgen, dazu kommt ein bundesweit einheitlicher Zuschlag für Alleinerziehende. Asylberechtigte erhalten in einer mindestens viermonatigen Integrationsphase einen geringeren Betrag; die volle Leistung setzt die Teilnahme am Integrationsprogramm voraus. Wer verpflichtende Beratungen versäumt oder falsche Angaben macht, riskiert 250 bis 1500 Euro Strafe, bei wiederholter Verweigerung des Programms 1500 bis 5000 Euro; nach drei Jahren kann ein Kostenbeitrag verlangt werden. Ob die Integrationsphase mit Verfassungs- und Unionsrecht vereinbar ist, beurteilen Juristen unterschiedlich, das Sozialministerium hält sie für zulässig.
Quellen:
- Der Standard, 29.10.2026 09:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346295/ist-es-rechtswidrig-dass-fluechtlinge-auf-die-volle-sozialhilfe-warten-muessen?ref=rss>
- Kurier, 29.10.2026 18:00 – <https://kurier.at/politik/inland/sozialhilfe-integrationsphase-rechtliche-bedenken-hintergrund/403201676>
- Die Presse, 29.10.2026 17:46 – <https://www.diepresse.com/41401026/integration-wer-schwaenzt-muss-bald-bis-zu-5000-euro-strafe-zahlen>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 18:00 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41403374/integration-verweigert-bis-zu-5000-euro-strafe-drohen>
- Falter, 30.10.2026 05:30 – <https://www.falter.at/morgen/20261030/was-die-neue-sozialhilfe-regelung-fuer-wien-bedeutet>
Energie & Bau
Stromnetzentgelte 2027: Senkung im Schnitt, Anstieg in Kärnten und Graz
Die E-Control hat die Verordnung zu den Netzentgelten für 2027 in Begutachtung geschickt. Im bisherigen Tarifsystem sinken die Netzkosten im Schnitt um 3,6 Prozent, bei 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch sind das rund 15 Euro; im neuen System, das neben der Strommenge auch die bezogene Leistung berücksichtigt, wären es für einen Durchschnittshaushalt 5,7 Prozent oder rund 24 Euro. Regional gehen die Werte weit auseinander: In Niederösterreich sinken die Entgelte um 12 Prozent und in der Steiermark außerhalb von Graz um 4,4 Prozent, in Kärnten steigen sie um 9,6 Prozent, in Graz um 3,4 Prozent, in Oberösterreich um 2 Prozent und in Linz um 2,8 Prozent. Die Umstellung auf den Leistungspreis läuft bis Mitte 2028, den Zeitpunkt bestimmt der jeweilige Netzbetreiber; teurer wird damit, E-Autos mit voller Leistung zu laden oder Wärmepumpen ungünstig eingestellt zu betreiben. Für Wohnanlagen mit Wärmepumpen oder Ladestationen gewinnt damit die zeitliche Steuerung des Verbrauchs an Bedeutung. Die Kärntner Landespolitik fordert österreichweit einheitliche Netztarife.
Quellen:
- ORF.at, 29.10.2026 19:00 – <https://orf.at/stories/3446526/>
- ORF.at, 29.10.2026 16:30 – <https://orf.at/stories/3446525/>
- Der Standard, 29.10.2026 17:30 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346662/netzentgelte-f252r-strom-sinken-2027-im-gro223teil-214sterreichs?ref=rss>
- Die Presse, 29.10.2026 16:32 – <https://www.diepresse.com/41403337/3-6-prozent-weniger-netzentgelte-fuer-strom-sinken-2027>
- Kurier, 29.10.2026 15:30 – <https://kurier.at/wirtschaft/stromnetz-strompreis-netzentgelte-e-control-tarife-2027-begutachtung/403201648>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 14:58 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41402572/netztarife-2027-viele-zahlen-weniger-kaernten-9-6-prozent-mehr>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 16:47 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41403396/kaerntner-politik-fordert-einheitliche-netztarife-in-oesterreich>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 17:05 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41402697/steiermark-und-graz-wo-die-netztarife-steigen-und-wo-sie-sinken>
OMV und europäische Ölkonzerne mit hohen Gewinnen
Die OMV hat ihr bereinigtes operatives Ergebnis im dritten Quartal um 68 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro gesteigert, vor allem dank des Raffineriegeschäfts: Die Raffineriemarge stieg von 11,54 auf 37,50 Dollar je Fass. Das Gasförderprojekt Neptun Deep im Schwarzen Meer soll im ersten Halbjahr 2027 die Förderung aufnehmen; für das Gesamtjahr rechnet die OMV mit einem durchschnittlichen Gaspreis von 45 Euro je Megawattstunde, aktuell liegt er bei rund 100 Euro. Auch Shell, TotalEnergies und Repsol melden Gewinne in Milliardenhöhe, bei TotalEnergies mehr als verdoppelt. Grüne und Greenpeace fordern eine Übergewinnsteuer, die SPÖ hält Spritpreisbremse und Margenbegrenzung für notwendig; die EU-Kommission verweist auf nationale Möglichkeiten. Zur befristeten EU-Solidaritätsabgabe von 2022 und 2023 hat der Generalanwalt beim EuGH die Vereinbarkeit mit Unionsrecht bejaht, das Urteil steht aus.
Quellen:
- Der Standard, 29.10.2026 07:47 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346439/hoher-oel-und-gaspreis-omv-mit-gewinnsprung-im-dritten-quartal?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 29.10.2026 10:34 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41401040/2-1-milliarden-euro-omv-verdient-kraeftig-an-hohen-oelpreisen>
- ORF.at, 29.10.2026 21:00 – <https://orf.at/stories/3446493/>
Klimagesetz: Streit um das Zieljahr 2040
Die Begutachtungsfrist für das Klimagesetz endet am Freitag. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung lehnen das Zieljahr 2040 als österreichischen Sonderweg ab und stützen sich auf Studien von EcoAustria und Economica; der Grazer Ökonom Karl Steininger hält die zitierten Ergebnisse für selektiv bzw. für das Gesetz nicht einschlägig, weil dieses die Industrie im Emissionshandel großteils nicht erfasst. Umgekehrt kritisieren Gewerkschaftsbund, Erneuerbare Energie Österreich und VCÖ den Entwurf als zu unverbindlich: Eine Standortklausel erlaubt, den Klimafahrplan bei gravierenden wirtschaftlichen oder sozialen Folgen anzupassen, und für Gebäude und Verkehr fehlen eigene Ausstiegspfade aus Öl und Gas. Verbindlich bleibt in jedem Fall das EU-Ziel, die Emissionen bis 2040 um 90 Prozent zu senken.
Quellen:
- Der Standard, 30.10.2026 05:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000346322/druck-gegen-das-klimaziel-2040-wie-wko-und-iv-stimmung-machen?ref=rss>
Entscheidung
ob monatliche oder vierteljährliche UVA
Jahreslohnzettel
Meldungen für den Sonderausgabenabzug von Spenden des Jahres 2022
Registrierkassen
Jahresendbeleg
Geschlossene Tage der Kanzlei
Wir möchten Sie darüber informieren, dass unsere Kanzlei im folgenden Zeitraum geschlossen sein wird.