GEVEST-Pressespiegel vom 6.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
Die Großhandelspreise für Gas haben sich seit Jahresbeginn etwa verdreifacht und liegen mit rund 100 Euro je Megawattstunde so hoch wie seit 2022 nicht mehr; die E-Control rät Haushalten, sich jetzt einen Vertrag mit Preisgarantie zu sichern. Die britische Notenbank hat erstmals seit drei Jahren die Zinsen erhöht, für die EZB wird ein weiterer Schritt im Dezember für möglich gehalten. René Benko wurde in Innsbruck wegen schweren Betrugs an der Haselsteiner-Privatstiftung nicht rechtskräftig zu zwei weiteren Jahren Haft verurteilt, die Signa Prime wird mit Ende November geschlossen und ihre Liegenschaften bis Mitte 2027 verwertet. Ab 2027 werden die Stromnetzentgelte grundlegend umgestellt, künftig zählt auch die bezogene Spitzenleistung.
Immobilien & Wohnrecht
Signa Prime: Schließung Ende November, Verkauf der Wiener Toplagen bis 2027
Für die Signa Prime wird laut fünftem Bericht des Insolvenzverwalters zum 30. November die Unternehmensschließung beantragt; das Verfahren läuft als Konkurs weiter, das gesamte Vermögen wird verwertet, die Belegschaft schrumpft auf sechs Personen. Für das Park Hyatt Am Hof laufen Exklusivverhandlungen mit der JR Investment GmbH aus dem Umfeld des Industriellen Josef Rainer, ein Abschluss wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 angestrebt; das Goldene Quartier soll bis Ende Juni 2027 verkauft sein, die Postsparkasse wird in einem eigenen Verfahren abgewickelt. Das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck ist bereits verkauft. Die bisherigen Verkäufe zeigen deutliche Abschläge gegenüber den früheren Bewertungen; Verzögerungen werden mit der Marktlage begründet. Angemeldet sind Forderungen von 10,96 Milliarden Euro, anerkannt 5,07 Milliarden; aus Anfechtungen sind rund 82,2 Millionen Euro eingegangen, davon 15 Millionen aus einem Vergleich mit der Bank Julius Bär.
Quellen:
- Die Presse, 05.11.2026 11:56 – <https://www.diepresse.com/41421459/signa-prime-kurz-vor-schliessung-eine-bank-musste-15-millionen-euro-zahlen>
- Der Standard, 05.11.2026 11:07 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347654/signa-insolvenz-park-hyatt-und-goldenes-quartier-sollen-im-naechsten-halbjahr-verkauft-sein?ref=rss>
- Kurier, 05.11.2026 13:26 – <https://kurier.at/wirtschaft/signa-benko-kaufhaus-tyrol/403203211>
Linz: Umwidmung für Digitaluniversität auf dem früheren Kika-Areal
Der Linzer Gemeinderat hat mit einer Änderung des Flächenwidmungsplans die planerischen Voraussetzungen für einen Campus der Digitaluniversität IT:U auf dem seit rund eineinhalb Jahren leerstehenden Kika-Areal in Urfahr geschaffen. Das Grundstück gilt als bereits versiegeltes, gewidmetes Bauland; ein Standort beim Biologiezentrum dürfte wegen der aufwendigeren Umwidmung einer Grünfläche in den Hintergrund rücken. Die Bundesimmobiliengesellschaft prüft den Standort weiter, ein Architekturwettbewerb könnte 2027 starten, der Universitätsbetrieb ab 2031. Die Grünen regen an, Wohnmöglichkeiten in Campusnähe mitzuplanen.
Quellen:
- ORF.at, 05.11.2026 17:02 – <https://ooe.orf.at/stories/3378346/>
- Oberoesterreichische Nachrichten, 05.11.2026 16:23 – <https://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/linzer-gemeinderat-ebnet-weg-fuer-digitaluni-in-frueherem-kika-gebaeude;art383,4229587#ref=rss>
Linz: Denkmalgeschützte Arbeitersiedlung Sintstraße wird revitalisiert
Die Strabag Real Estate und die GWG Linz revitalisieren seit 2024 gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt die zwischen 1927 und 1931 errichtete Hafenarbeitersiedlung in der Sintstraße. Elf historische Gebäude bleiben erhalten und werden zu sechs Einfamilienhäusern und zehn Maisonettewohnungen umgebaut; sieben nicht sanierbare Häuser wurden durch Neubauten ersetzt, darunter ein bereits fertiger GWG-Bau mit 17 geförderten Wohnungen und Tiefgarage. Die Bestandsgebäude wurden bis auf die Außenmauern entkernt, die zweischaligen Ziegelwände mit einem Stahlbetonring gesichert; geheizt wird mit Wärmepumpen, die Fenster werden durch Holzkastenstockfenster ersetzt. Fertigstellung ist 2027 geplant.
Quellen:
- Die Presse, 05.11.2026 16:12 – <https://www.diepresse.com/41423157/linz-revitalisiert-historische-hafenarbeitersiedlung-in-der-sintstrasse>
Klagenfurt: Stadt unterliegt vor dem OGH im Streit um leerstehende Gemeindewohnungen
In Klagenfurt standen Dutzende sanierte Gemeindewohnungen teils über Jahre leer. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs hat der Anwalt der Stadt sein Honorar zurückgezahlt.
Quellen:
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 19:43 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41417721/skandal-um-verschwundene-gemeindewohnungen-stadt-blitzt-vor-ogh-ab>
Energieausweis: Kostenbeteiligung im Wohnungseigentum
Eine Wohnrechtsexpertin erklärt, warum eine Hausverwaltung einen Energieausweis vorrätig haben muss und wer sich an den Kosten zu beteiligen hat.
Quellen:
- Kurier, 05.11.2026 07:00 – <https://kurier.at/wirtschaft/immo/wohnung-immobilien-mieter-verwalter-nachbar-energie-ausweis-verkauf/403202744>
Wirtschaft & Konjunktur
Zinsen: Bank of England erhöht, Erzeugerpreise im Euroraum steigen kräftig
Die Bank of England hat den Leitzins erstmals seit drei Jahren um einen Viertelpunkt auf 4,00 Prozent angehoben, nachdem die von Energiepreisen getriebene Inflation in Großbritannien auf 3,5 Prozent gestiegen war. Die US-Notenbank hat im September erhöht und könnte im Dezember nachlegen; die EZB hat 2026 bereits zwei Zinsschritte gesetzt, ein weiterer im Dezember gilt als möglich. Zugleich legten die Erzeugerpreise im Euroraum im September gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Prozent zu, der stärkste Anstieg seit mehr als drei Jahren, was die Verbraucherpreise weiter unter Druck setzen dürfte. Für variabel verzinste Immobilienfinanzierungen bleibt damit das Risiko weiterer Zinsanstiege bestehen.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 13:42 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347716/zentralbank-in-london-erhoeht-zinsen-erstmals-seit-drei-jahren?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 13:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41421909/erzeugerpreise-verzeichnen-staerksten-anstieg-seit-ueber-3-jahren>
Benko wegen schweren Betrugs zu zwei weiteren Jahren Haft verurteilt
Das Landesgericht Innsbruck hat René Benko am Donnerstag wegen schweren Betrugs an der Privatstiftung von Hans Peter Haselsteiner zu einer Zusatzstrafe von zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Benko hatte im November 2023 eine Garantie über die Rückzahlung von rund fünf Millionen Euro abgegeben, mit denen die Stiftung der von der Insolvenz bedrohten Signa-Tochter SportScheck aushalf; das Schöffengericht sah eine Täuschung über Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit als erwiesen an. Vom Vorwurf der betrügerischen Krida rund um ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro wurde er freigesprochen. Zusammen mit der bereits rechtskräftigen Strafe von 30 Monaten ergibt sich eine Gesamtstrafe von viereinhalb Jahren; das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verteidigung nahm Bedenkzeit.
Quellen:
- Die Presse, 05.11.2026 16:20 – <https://www.diepresse.com/41421448/zwei-jahre-zusatzstrafe-schuldspruch-fuer-rene-benko>
- Der Standard, 05.11.2026 18:16 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347670/zwei-jahre-zusatzstrafe-warum-rene-benko-erneut-verurteilt-wurde?ref=rss>
- Der Standard, 05.11.2026 08:05 – <https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000347587/betrug-an-haselsteiner-stiftung-prozess-gegen-benko-geht-weiter?ref=rss>
- ORF.at, 05.11.2026 17:31 – <https://orf.at/stories/3447315/>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 17:26 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41422857/zwei-jahre-zusatzstrafe-rene-benko-schuldig-gesprochen>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 15:12 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41421433/zweiter-prozesstag-bringt-neue-zeugen-und-womoeglich-ein-urteil>
- Kurier, 05.11.2026 18:25 – <https://kurier.at/wirtschaft/tag-zwei-im-strafprozess-gegen-rene-benko/403203101>
- Oberoesterreichische Nachrichten, 05.11.2026 19:47 – <https://www.nachrichten.at/wirtschaft/staatsanwaltschaft-sieht-hang-zur-taeuschung-benko-sei-schuldig;art15,4229601#ref=rss>
Kollektivverträge: Eisenbahn und IT ohne Einigung
Die dritte Runde für die rund 55.000 Beschäftigten der Eisenbahnen endete ohne Ergebnis. Die Gewerkschaft vida verlangt neben der Abgeltung der maßgeblichen rollierenden Inflation von 3,26 Prozent eine Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden in allen Bahnbetrieben; die Arbeitgeber beziffern allein die Arbeitszeitverkürzung mit 3,89 Prozent Mehrkosten, mit Zuschlägen 4,87 Prozent, und wollen sie nur anstelle einer Lohnerhöhung bei zweijähriger Laufzeit zugestehen. Weiterverhandelt wird am 10. November. Auch beim IT-Kollektivvertrag für 90.000 Beschäftigte gab es in der zweiten Runde keine Einigung: Der Fachverband UBIT bietet 1,2 Prozent auf die Ist-Löhne und 2,0 Prozent auf die KV-Gehälter, die GPA fordert 3,9 Prozent; die nächste Runde ist am 23. November.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 09:18 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347630/eisenbahn-kv-kein-ergebnis-in-dritter-verhandlungsrunde?ref=rss>
- ORF.at, 05.11.2026 19:09 – <https://orf.at/stories/3447349/>
Öffentliche Haushalte: Budgetdienst sieht Sparbedarf, Oberösterreich budgetiert über zehn Milliarden
Nach Einschätzung des Budgetdienstes des Parlaments ist das Ziel, das EU-Defizitverfahren 2028 zu verlassen, mit dem derzeitigen Budgetpfad des Finanzministers nicht erreichbar; die Regierung müsse stärker sparen als geplant. Das Land Oberösterreich hat seinen Voranschlag für 2027 vorgelegt, der erstmals Ausgaben von mehr als zehn Milliarden Euro vorsieht; Investitionen von fast 800 Millionen Euro sollen die Konjunktur stützen.
Quellen:
- Kurier, 05.11.2026 15:15 – <https://kurier.at/politik/inland/budgetdienst-defizitverfahren-finanzminister-markus-marterbauer/403203249>
- Oberoesterreichische Nachrichten, 05.11.2026 19:00 – <https://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/das-land-gibt-2027-erstmals-mehr-als-zehn-milliarden-euro-aus;art383,4229653#ref=rss>
Insolvenz: Payr-Gruppe an Zentriq verkauft
Die im Februar mit knapp elf Millionen Euro Schulden insolvent gewordene Kärntner Anlagenbau-Gruppe Payr aus Patergassen geht an die Salzburger Zentriq HTA. Übernommen wurden die operativen Gesellschaften Payr Production und Payr Engineering samt 35 bis 40 Beschäftigten, das Closing erfolgte mit 31. Oktober; der Standort bleibt erhalten. Für weitere Betriebszweige läuft das Insolvenzverfahren weiter.
Quellen:
- ORF.at, 05.11.2026 16:58 – <https://kaernten.orf.at/stories/3378339/>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 13:52 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41422587/payr-gruppe-geht-an-zentriq-standort-patergassen-bleibt-erhalten>
Arbeiterkammer fordert höhere Lkw-Maut
Nach einer von der Arbeiterkammer beim Österreichischen Institut für Raumplanung beauftragten Studie könnte eine Maut, die den EU-rechtlichen Spielraum für Zuschläge auf CO2-, Luft- und Lärmbelastung voll ausschöpft, bis zu 450 Millionen Euro jährlich mehr einbringen. Rund 68 Prozent der Maut zahlen Lkw mit ausländischem Kennzeichen; 60 Prozent der Lkw auf der Brennerautobahn könnten laut Studie kürzere Routen nehmen. Eine Abwälzung auf die Verbraucherpreise sei aus Frachtratenanalysen anderer EU-Staaten nicht erkennbar.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 09:59 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347577/lassen-schwerverkehr-viel-zu-billig-durch-unser-land-ak-fordert-hoehere-lkw-maut?ref=rss>
- Kurier, 05.11.2026 10:28 – <https://kurier.at/wirtschaft/arbeiterkammer-lkw-maut-oesterreich/403203150>
Steuer- & Unternehmensrecht
Paketsteuer: Ein Monat nach Einführung
Seit 1. Oktober wird je Paket eine Abgabe von 2,40 Euro fällig, sofern der Händler in Österreich mehr als 100 Millionen Euro Umsatz erzielt; das Finanzministerium erwartet 280 Millionen Euro jährlich. Amazon, Zalando und Otto geben die Abgabe an ihre Kunden weiter; Handelsverband und Post melden ein um rund zehn Prozent geringeres Paketaufkommen, weil Bestellungen gebündelt werden, die Onlineausgaben selbst gingen nach ersten Rückmeldungen nicht zurück. Strittig ist die Durchsetzung gegenüber Plattformen wie Temu, Shein und Alibaba, die über Irland und Luxemburg agieren: Ein Steuerrechtler der Universität Linz hält die Steuerschuld dort faktisch nur für schätzbar, auch der Rechnungshof verwies auf hohen Kontrollaufwand. Einzelne Händler sollen erwägen, Investitionen nach Deutschland zu verlagern, um unter der Umsatzschwelle zu bleiben. Rechtlich ist die Abgabe angefochten: Handelsverband und Eurocommerce haben in Brüssel Beschwerde eingebracht, Zalando hat den Verfassungsgerichtshof angerufen, Otto bekämpft mit sechs weiteren Unternehmen die Zahlungsbescheide.
Quellen:
- Die Presse, 05.11.2026 06:04 – <https://www.diepresse.com/41415845/seit-einem-monat-gibt-es-die-paketsteuer-ist-sie-ein-umsatzkiller>
- Der Standard, 06.11.2026 05:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347579/die-unkontrollierbare-paketsteuer-wie-chinas-internetriesen-oesterreich-austricksen-koennten?ref=rss>
Umsatzsteuer-Karussellbetrug mit Luxusautos aufgedeckt
Im Auftrag der Europäischen Staatsanwaltschaft fanden europaweit an mehr als 100 Orten Ermittlungen wegen systematischen Umsatzsteuerbetrugs im grenzüberschreitenden Handel mit hochpreisigen Neufahrzeugen statt. In Österreich führte die Steuerfahndung des Amtes für Betrugsbekämpfung mit 84 Bediensteten zwölf Hausdurchsuchungen in Tirol und Vorarlberg durch, drei Personen wurden festgenommen, zwei weitere in Deutschland. Im österreichischen Strang geht es um Fahrzeuglieferungen von rund 80 Millionen Euro und einen geschätzten Steuerausfall von mehr als zehn Millionen Euro, EU-weit um mehr als 100 Millionen Euro. Sichergestellt wurden auch Liegenschaften; es gilt die Unschuldsvermutung.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 13:24 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347708/100-millionen-euro-schaden-durch-betrug-mit-luxusutos-in-ganz-europa?ref=rss>
- ORF.at, 05.11.2026 16:37 – <https://tirol.orf.at/stories/3378336/>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 13:20 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41422358/millionenschaden-in-oesterreich-betrug-mit-luxusautos-aufgeflogen>
Energie & Bau
Gaspreise verdreifacht, E-Control rät zu Preisgarantie
Die Großhandelspreise für Gas haben sich laut E-Control-Vorstand Alfons Haber seit Jahresbeginn etwa verdreifacht und lagen zuletzt bei rund 100 Euro je Megawattstunde, so hoch wie seit 2022 nicht mehr; Hintergrund sind der Iran-Krieg, die Nachfrage aus Asien und das Bemühen Deutschlands, seine Speicher aufzufüllen. Die Versorgung gilt dank ausgebauter Flüssiggas-Kapazitäten als stabil: Österreichs Speicher sind zu rund 66 Prozent gefüllt, was etwa 84 Prozent des Jahresverbrauchs entspricht. Auch 2027 und 2028 dürften die Preise erhöht bleiben, für Haushalte könnten sie kommendes Jahr steigen. Haber empfiehlt, Verträge jetzt statt im Jänner oder Februar abzuschließen und sich eine Preisgarantie zu sichern – ein Hinweis auch für die Wärmeversorgung gasbeheizter Gebäude.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 08:26 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347608/e-control-vorstand-haber-gas-versorgung-stabil-preise-beunruhigend?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 09:30 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41420960/vorstand-der-e-control-preissituation-bei-gas-beunruhigend>
Stromnetzentgelte ab 2027: Leistung und Tageszeit zählen
Die Stromnetzentgelte werden ab 2027 grundlegend umgestellt. Schrittweise wird neben der Energiemenge auch die höchste innerhalb einer Viertelstunde im Monat bezogene Leistung abgerechnet; wer dem Netzbetreiber erlaubt, den Bezug zweimal täglich für je zwei Stunden um mindestens vier Kilowatt zu drosseln, zahlt für diesen Teil der Leistung 75 Prozent weniger. Bereits jetzt gilt von April bis September zwischen 10 und 16 Uhr ein um 20 Prozent niedrigerer Arbeitspreis, sofern die Viertelstundenmessung am Smart Meter freigeschaltet ist; ab Oktober 2027 wird auch der Bezug in Winternächten zwischen 23 und 5 Uhr günstiger. Haushalten mit Wärmepumpe oder E-Auto drohen Mehrkosten, die sich durch zeitlich verteilten Verbrauch vermeiden lassen. Eine Modellrechnung des Standard zeigt, dass sich ein Stecker-Batteriespeicher ohne Photovoltaik wegen Umwandlungsverlusten und Eigenverbrauch erst nach zehn bis 19 Jahren rechnet.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 12:00 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347307/mit-flexiblen-stromtarifen-verdienen-lohnt-sich-ein-speicher-ohne-pv-anlage?ref=rss>
- Kurier, 06.11.2026 05:05 – <https://kurier.at/wirtschaft/netzentgelte-kosten-strom-verbrauch-leistung-gewinner-verlierer/403203216>
Verbund: Trockenheit drückt Gewinn um 43,5 Prozent
Wegen der historisch niedrigen Wasserführung ging die Stromerzeugung des Verbund aus Wasserkraft in den ersten neun Monaten um 20,2 Prozent zurück; der Umsatz sank um 5,4 Prozent auf 5,56 Milliarden Euro, das Konzernergebnis um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro. Belastend wirkte auch der um 33,8 Euro auf 79,7 Euro je Megawattstunde gesunkene Absatzpreis für eigenerzeugten Strom. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun rund 1,01 Milliarden Euro Gewinn, nach 1,5 Milliarden 2025.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 10:08 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347639/historische-trockenheit-laesst-verbund-gewinn-einbrechen?ref=rss>
- Kleine Zeitung, 05.11.2026 08:59 – <https://www.kleinezeitung.at/artikel/41421008/duerre-und-strompreise-bescheren-der-verbund-ag-gewinneinbruch>
- Kurier, 05.11.2026 09:08 – <https://kurier.at/wirtschaft/duerre-strompreise-verbund-gewinn-wasserkraft-bilanz/403203105>
Windkraft und Winterstromlücke in Oberösterreich und Salzburg
Oberösterreich hat sich laut einer Analyse von e3 consult vom Stromexporteur zum Importeur entwickelt und bezog von 2015 bis 2024 im Mittel 1,4 Terawattstunden pro Jahr von außen; der Verbrauch soll von 16 Terawattstunden 2024 auf 19 bis 2030 und 30 bis 2040 steigen, getrieben vom Google-Rechenzentrum in Kronstorf und den Elektrolichtbogenöfen der Voest. Derzeit gibt es im Land 31 Windkraftanlagen; der Umweltlandesrat fordert 100 neue bis 2030, für den Windpark Sandl mit 19 Anlagen ist die mündliche UVP-Verhandlung im zweiten Quartal 2027 geplant. In Salzburg, wo noch kein Windrad steht, wurden elf Vorrangzonen ausgewiesen; im Pinzgau sorgen Messungen und Anfragen bei Grundeigentümern für Verunsicherung. Laut Land Salzburg werden im Winter 40 bis 60 Prozent des Stroms importiert, diese Lücke lasse sich vor allem mit Windkraft schließen.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 14:17 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347689/oberoesterreich-braucht-mehr-strom-hat-aber-zu-wenige-windraeder?ref=rss>
- ORF.at, 05.11.2026 16:53 – <https://salzburg.orf.at/stories/3378172/>
Burgenland: Datencenter-Campus in Nickelsdorf geplant
Die Burgenland Energie plant auf einem 24 Hektar großen Grundstück der Wirtschaftsagentur Burgenland an der A4 beim Umspannwerk Zurndorf einen Datencenter-Campus mit 500 Megawatt Leistung. Grundlage sind zehn von der Landesregierung beschlossene Kriterien, darunter ein geschlossener Kühlwasserkreislauf, Batterien statt Dieselaggregaten und die Nutzung der Abwärme über Fernwärme für Haushalte und Gewächshäuser. Strategische Umweltprüfung und Naturverträglichkeitsprüfung sind abgeschlossen; Investoren, Investitionskosten und Arbeitsplätze wurden nicht genannt.
Quellen:
- Der Standard, 05.11.2026 17:08 – <https://www.derstandard.at/story/3000000347776/burgenland-energie-will-umweltfreundliches-datencenter-in-nickelsdorf?ref=rss>
- ORF.at, 05.11.2026 19:20 – <https://burgenland.orf.at/stories/3378295/>
ESG-Kennzahlen: Österreichs Großunternehmen mit Aufholbedarf
PwC hat die 162 umsatzstärksten Unternehmen in Österreich anhand öffentlich zugänglicher Daten untersucht; für 57 lagen keine bewertbaren ESG-Kennzahlen vor. Von den übrigen 105 haben 90 messbare Klimaziele, aber nur fünf Prozent senkten in den vergangenen drei Jahren sowohl die absoluten als auch die umsatzbezogenen CO2-Emissionen. Ein Drittel deckt mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs aus Erneuerbaren. Im Schnitt erreichten die Unternehmen 44 Prozent der möglichen Punkte, Vergleichsunternehmen aus Deutschland 64 und aus der Schweiz 54 Prozent. Kunden, Banken und Investoren verlangen solche Daten zunehmend von Lieferanten, manche Unternehmen seien deshalb bereits ausgelistet worden.
Quellen:
- Die Presse, 05.11.2026 11:13 – <https://www.diepresse.com/41417173/energie-emissionen-ressourcenverbrauch-so-zukunftsfit-sind-heimische-firmen>